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Praktica BX 20
Aus Kefk.
Die Praktica BX 20 ist eine einäugige Spiegelreflexkamera der Praktica-B-Baureihe des Herstellers Pentacon.
Die in der DDR gefertigten Fotoapparate wurden auch ins Ausland exportiert. Sie ist die Nachfolgerin der Praktica BC 1, gegenüber dieser verfügt sie über eine elektronische Blitzinnenmessung und -dosierung (TTL-Blitzmessung). Sie wurde von Dezember 1987 bis Dezember 1990 in einer Stückzahl von mehr als 200.000 Exemplaren produziert.
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Technische Merkmale
- elektronisch gesteuerter Magnet-Metalllamellenverschluss mit stufenloser Belichtungszeit zwischen 1/1000 und 40 Sekunden
- manuell einstellbare Zeiten: 1/1, 1/2, 1/4, 1/8, 1/15, 1/30, 1/60, 1/125, 1/250,1/500, 1/1000
- Praktica-Bajonettanschluss, EDC (elektronische Blendenkontrolle) zur TTL-Belichtungsmessung mittels Silicium-Fotosensor
- Filmempfindlichkeit einstellbar von ASA 12 - 3200 bzw. DIN 12 - 36
- Einspiegelung der gewählten Blende mit Information über den Spannzustand
- Belichtungskorrektur um +/- 2 Blendenstufen einstellbar, Anzeige der Belichtungskorrektur durch rote LED
- pentaprismischer Sucher mit 95% Sichtfeld, dreifache Scharfstellmöglichkeit durch diagonales Schnittbild, Mikroprismenring und Einstellscheibe, LEDs zur Anzeige der gewählten(blinkend) und gemessenen(konstant) Belichtungszeit
- Belichtungsspeicherknopf(AEL), Anzeige durch grüne LED, mechanischer Selbstauslöser(ca. 10s), Abblendhebel
- Blitzschuh X-Synchronisation (1/100 s), Blitzbereitschaftsanzeige und Blitz-„O.K.“-Signal im Sucherbild
- Anschlussmöglichkeit für Motorwinder
- beim Öffnen der Rückwand rückstellendes Bildzählwerk, Auslösesperre
- 4xLR44 Batterie (V 28PX, 6 Volt)
Tricks
Spiegelvorauslösung Wer sich ein bisschen näher mit der Fotografie mit Spiegelreflexkameras beschäftigt hat, der weiß, dass die Funktion der Spiegelvorauslösung (Mirror up) ein besonders (seltenes) Ausstattungsmerkmal bei Spiegelreflexkameras aller Art ist und nur bei den allerwenigsten (= teuersten) überhaupt vorhanden ist. Durch die Spiegelvorauslösung wird vermieden, dass der im Moment der Aufnahme hochklappende Spiegel Schwingungen im Kameragehäuse verursacht und somit verwackelte Bilder hervorruft (das tritt vor allem bei der Verwendung von längeren Brennweiten (z.B. 200mm) in Verbindung mit längeren Belichtungszeiten - man sagt im Bereich von 1/15s bis 1/2s - auf).
Und so funktioniert der Spiegelvorauslösungstrick bei der BX20: Die Kamera darf nicht aufgezogen sein. Dann muss man die Kamera spannen, während man gleichzeitig die Abblendtaste gedrückt hält. Danach ist der Spiegel hochgeklappt und der Verschluss noch geschlossen. Nun muss man am Belichtungszeiteneinstellrad eine Festzeit im Bereich von 1/1000s bis 1s wählen (der Trick funktioniert leider nicht bei Stellungen Blitz, B, Automatic !). Während man die Kamera nun auslöst ist gleichzeitig der Knopf für die Messwertspeicherung zu drücken. Ergebnis: Eine künstlich herbeigeführte Spiegelvorauslösung, die in keiner Anleitung zu finden ist!
Unterschiede zwischen BX20 und BX20s
Pentacon entwickelte eine Verbesserte Version der BX20 als Prototyp, die BX21. Dieser Typ wurde nur 29-Mal hergestellt. Pentacon entwickelte dann die BX21 zur fertigen BX20s um. Die wesentlichen Unterschiede der BX20 und der BX20s sind:
- Verbessertes Design/Verbesserter Bedienbarkeit zur BX21 bzw. BX20
- DX-Codierung der Filme wurde erkannt (war bereits bei BX21)
- Ansonsten genauso wie BX20
Die BX20s wurde in DDR-Zeiten von VEB Pentacon nur 37 Mal gebaut. Allerdings kaufte Schneider-Kreuznach GmbH nach der Wende Pentacon auf und nahm die Produktion der BX20s bis 2001 in einer hohen Stückzahl wieder auf.
Weblinks
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