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Prüfen (Ausdruck)
Aus Kefk.
Als Prüfen bezeichnet man in der Ausdruckspsychologie alle Ausdrücke, die gezeigt werden, wenn die Person gerade etwas auf Eignung untersucht. Es handelt sich um nonverbale Denkausdrücke, die eine Überlegung oder eine andere Denktätigkeit begleiten. Mit ihnen ist keine Aufforderung zu einer Handlung verbunden.
Miene des Prüfens
Bei dieser angeborenen und allen Menschen verständlichen Miene werden die Lippen nach vorn geschoben und gleichzeitig in der Länge verkürzt. Das Ausdrucksmuster erfordert die Bildung einer rüsselähnlichen Form, das Lippenrot drängt sich dabei scheibenförmig zusammen. Eine ähnliche Bewegung ist auch vom naiven Kuss bekannt.
Als Ausdrucksverstärkungsbewegung kommt ein nach links und rechts ausgerücktes Verschieben des gebildeten Rüssels vor. Wird er mehrmals von links nach rechts bewegt, so ist die Ausdruckskraft am Stärksten. Aber auch eine seitliche Haltung diese Mundmiene wirkt ausdrucksstark.
Die Prüfmiene lässt sich häufig in Geschäften und auf Märkten beobachten, wenn Personen abschätzen, ob die angebotene Ware in Qualität und Preis ihren Vorstellungen entspricht. Auch bei bloßen Vorstellungen, die gedanklich abgewogen werden, kommt sie vor. Die Prüfmiene besitzt keine gegenstandsnutzende Form.
Literatur
- Hermann Strehle, 1934, Mienen, Gesten und Gebärden - Analyse des Gebarens
- Karl Leonhard: Der menschliche Ausdruck in Mimik, Gestik und Phonik., 3. neu bearbeitete Auflage, Würzburg 1997. ISBN 3-00-002040-3
