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Potenzmenge
Aus Kefk.
Als Potenzmenge bezeichnet man in der Mengenlehre die Menge aller Teilmengen einer gegebenen Grundmenge.
Die Potenzmenge ist also ein Mengensystem, das heißt, eine Menge, deren Elemente selbst Mengen sind. Man notiert die Potenzmenge von X meist als
. In Formelschreibweise lautet die Definition:
(lies: P von X ist definiert als die Menge aller U, für die gilt: U ist Teilmenge von X). Dabei gilt es zu beachten, dass die leere Menge
Teilmenge einer jeden Menge ist.
Weitere gebräuchliche Notationen für die Potenzmenge sind:
.
Inhaltsverzeichnis |
Beispiele
Strukturen auf der Potenzmenge
Partielle Ordnung
Die Inklusionsrelation
ist eine Halbordnung auf
(und keine Totalordnung, wenn X mindestens zwei Elemente hat). Das kleinste Element der Ordnung ist
, das größte Element ist X.
Vollständiger Verband
Die Halbordnung
ist ein vollständiger Verband. Dies bedeutet, dass es zu jeder Teilmenge von
ein Infimum und ein Supremum (in
) gibt. Konkret ist für eine Menge
das Infimum von T gleich dem Durchschnitt der Elemente von T, und das Supremum von T ist gleich der Vereinigung der Elemente von T, also
und
.
Das größte und das kleinste Element erhält man als Infimum bzw. Supremum der leeren Menge, also
und
.
Boolescher Verband
Zieht man noch die Komplementabbildung
heran, ist
ein boolescher Verband, also ein distributiver und komplementärer Verband.
Kommutativer Ring
Jeder boolesche Verband induziert eindeutig eine kommutative Ringstruktur, den sogenannten booleschen Ring. Hier auf
ist die Ringaddition gegeben durch die symmetrische Differenz von Mengen, die Ringmultiplikation ist der Durchschnitt. Die leere Menge ist neutral für die Addition und X ist neutral für die Multiplikation.
Charakteristische Funktionen
Jeder Teilmenge
kann man die charakteristische Funktion
zuordnen, wobei gilt
Diese Zuordnung ist eine Bijektion zwischen
und
(wobei die Notation BA für die Menge aller Funktionen von A nach B benutzt wird). Dies motiviert auch die Schreibweise
.
Die Korrespondenz
ist zunächst eine reine Bijektion, lässt sich aber leicht als Isomorphismus bezüglich jeder der oben betrachteten Strukturen auf der Potenzmenge nachweisen.
Die Größe der Potenzmenge (Kardinalität)
- Für endliche Mengen gilt:
.
- Für unendliche Mengen gilt für die Mächtigkeiten:
.
Der Übergang zur Potenzmenge liefert also immer eine größere Mächtigkeit. Unter Annahme der allgemeinen Kontinuumshypothese (GCH) ist |P(X)| die nach |X| nächstgrößere Mächtigkeit.
Beschränkung auf kleinere Teilmengen
Mit
wird die Menge derjenigen Teilmengen von X bezeichnet, die weniger als κ Elemente enthalten. Beispielsweise ist
: Die Menge {a,b,c} selbst fehlt, da sie nicht weniger als 3 Elemente hat.
Sonstiges
- Die Existenz der Potenzmenge zu jeder Menge wird in der Zermelo-Fraenkel-Mengenlehre als eigenes Axiom gefordert, nämlich durch das Potenzmengenaxiom.
- Eine Teilmenge der Potenzmenge heißt Mengensystem.
Siehe auch
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Wikibooks: Beweisarchiv: Mengenlehre – Lern- und Lehrmaterialien |
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