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Postmarxismus
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Der Begriff Postmarxismus tauchte in den 80er Jahren das erste Mal auf. Er steht nicht für eine bestimmte Schule, sondern eher für eine Tendenz in der gesellschaftkritischen Theorieentwicklung. Philosophen wie Theodor W. Adorno, Hannah Arendt, Jürgen Habermas, Ernesto Laclau, Moishe Postone, Alain Touraine, Roswitha Scholz und Robert Kurz. Theorieströmungen wie die Kritische Theorie, die Wertkritik und die Antideutschen lassen sich ihm zuordnen.
Inhaltlich steht Postmarxismus für eine Position, die den (traditionellen) Marxismus hinter sich gelassen hat und dennoch dem marxistischen Projekt in bestimmten Punkten verbunden bleibt. In dieser Hinsicht ist postmarxistisch streng von der Bezeichnung exmarxistisch zu unterscheiden. Postmarxisten üben Kritik am marxistischem Reduktionismus und seinen Spielformen: ökonomistischer Determinismus und Klassenkampf, dem marxistischen Totalitätskonzept wie auch dessen Revolutionstheorie. Die teleologische Vorstellung eines radikalen Bruchs (und nicht einer prozeßhaften Transformation), die Annahme eines (vorbestimmten) revolutionären Subjekts und die Ideen einer proletarischen Revolution zur Machtübernahme werden hinterfragt und ad acta gelegt. Der Marxismus biete keine Konzepte, die spezifische Dynamik und Geschichte nicht-ökonomischer Bereiche in Rechnung zu ziehen.
