Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.


PostgreSQL

Aus Kefk.

Wechseln zu: Navigation, Suche
PostgreSQL
Bild:Postgresql.svg
Maskottchen von PostgreSQL
Basisdaten
Entwickler: PostgreSQL-Team
Aktuelle Version: 8.2.4
(22. April 2007)
Betriebssystem: Unix-Derivate, Linux, ZETA, Windows
Kategorie: Datenbanksystem, Server
Lizenz: BSD-Lizenz
Deutschsprachig: nein
Website: www.postgresql.org

PostgreSQL ist eines der ältesten und am weitesten fortgeschrittenen objektrelationalen Datenbanksysteme (ORDBMS) im Bereich der freien Software.

PostgreSQL ist weitgehend konform mit dem SQL92/SQL99/SQL2003-Standard, d. h. alle in dem Standard geforderten Funktionen stehen zur Verfügung und verhalten sich so wie vom Standard gefordert; dies ist bei manchen kommerziellen sowie nichtkommerziellen SQL-Datenbanken bisweilen nicht gegeben.

Der Name von PostgreSQL wird ungewöhnlich ausgesprochen. Die Entwickler sprechen ihn „post-gress-Q-L“ aus (Hörbeispiel, 5,6 kB MP3).

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

  • umfassendes Transaktionskonzept (unterstützt MVCC (Multiversion concurrency control))
  • komplexe Abfragen mit Unterabfragen (Subselects), auch geschachtelt
  • Mengenoperationen
  • maximale Datenbankgröße nur durch zur Verfügung stehenden Speicher begrenzt
  • Views, die mit Hilfe von Regeln auch schreibfähig sein können
  • Trigger und gespeicherte Prozeduren (stored procedures) in verschiedenen Sprachen (PL/pgSQL, PL/Tcl, PL/Perl, PL/Python, PL/Java, PL/PHP, PL/Ruby, PL/R, PL/sh, PL/Scheme)
  • referenzielle Integrität (u. a. Constraints, Fremdschlüssel)
  • Schnittstellen zu vielen Programmiersprachen (u. a. C, C++, Java/JDBC, Tcl, PHP, Perl, Python, Ruby) und ODBC, .NET
  • lauffähig auf vielen Unix-Plattformen (ab 8.0.0 auch Windows nativ)
  • geringe Systembelastung und hohe Geschwindigkeit
  • problemloser Export und Import sowohl von Daten als auch von Datenbankstrukturen (Schemas)
  • sehr gute Erweiterbarkeit sowohl bei Funktionen als auch bei den Datentypen

Geschichte

PostgreSQL, auch einmal bekannt unter dem Namen Postgres, später Postgres95, entstand aus einer Datenbankentwicklung der University of California in Berkeley. Den Anfang stellte dabei das Ingres-Projekt dar, wobei der Hauptverantwortliche Michael Stonebraker 1982 die Universität verließ, um Ingres kommerziell zu vertreiben. Nachdem Stonebraker 1985 wieder zur Universität zurückkehrte, startete er das Post-Ingres-Projekt, um die Probleme der damaligen Datenbankmanagementsysteme auszumerzen. Die Codebasis von Postgres ist dabei eine andere als die von Ingres.

1989 wurde die erste Version von Postgres fertig gestellt.

Im Jahre 1994 wurde Postgres von den Studenten Andrew Yu und Jolly Chen um einen SQL-Interpreter erweitert und die Software als Open Source unter dem Namen Postgres95 freigegeben. Der Postgres95-Code entsprach dem ANSI-C-Standard und wurde um 25 % verkleinert. Die Geschwindigkeit und die Zuverlässigkeit konnten durch interne Veränderungen verbessert werden. Postgres95 Version 1.0.x war im Wisconsin Benchmark 30 bis 50 Prozent schneller als Postgres, Version 4.2. Im Zuge der Entwicklung des World Wide Web und von Linux verstärkte sich das Interesse an Datenbanken, und die Entwicklung von PostgreSQL wurde 1996 verstärkt angegangen, mit dem Wechsel auf den heutigen Namen. Die erste veröffentlichte Version unter diesem Namen ist die Version 6.0. Seitdem wurde PostgreSQL rapide weiterentwickelt, die aktuelle Version ist 8.2.3.

Erweiterungen

Mit PostGIS wird PostgreSQL um geografische Objekte erweitert. PostgreSQL ist damit neben kommerziellen Produkten in der Lage, als Datenbank für GIS (Geoinformationssysteme) zu dienen.

Weiterhin befinden sich im contrib Verzeichnis des Quelltextes viele Erweiterungen, die standardmäßig keinen Eingang in die Datenbank fanden. Darunter befinden sich auch Beispiele, wie bestimmte neue Funktionen zu nutzen sind.

Aktuell

Seit der Version 8.0 unterstützt PostgreSQL auch nativ (d. h. ohne eine Zwischenschicht wie z. B. cygwin) Betriebssysteme, die auf Windows NT basieren wie etwa Windows 2000, Windows XP oder Windows Server 2003. Frühere Versionen werden nicht unterstützt, da sie die Anforderungen von PostgreSQL nicht erfüllen.

Dies dient dazu, die vermeintlich höhere Einstiegshürde bei PostgreSQL (wie z. B. gegenüber MySQL) abzubauen. Es ist jetzt möglich, die Datenbank wie jedes andere Programm zu installieren. Bei praktisch allen Linux-Distributionen ist PostgreSQL im Lieferumfang vorhanden.

Eine weitere Neuerung ist die Unterstützung von Sicherungspunkten (Savepoints). Mit diesen ist es möglich, eine Transaktion an einem vorher gespeicherten Sicherungspunkt fortzusetzen, falls diese durch einen Fehler abgebrochen wird.

Zusatzsoftware

Neben der im Lieferumfang enthalten und für das interaktive Arbeiten ausgelegten kommandozeilenorientierten Schnittstelle psql gibt es auch graphische Schnittstellen, zum Beispiel den freien PgAdmin III, phpPgAdmin und PgAccess. Daneben werden eine Vielzahl von kommerziellen Werkzeugen angeboten, die auch grafische CASE-Modellierung, Im- und Export-Funktionen oder DB-Monitoring bieten.

Siehe auch

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort PostgreSQL, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.
Persönliche Werkzeuge