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Politische Gemeinde (Schweiz)
Aus Kefk.
Als unterste Stufe im dreistufigen staatlichen Verwaltungsaufbau der Schweiz (Bund – Kantone – Gemeinde) gelten die mit einem übergeordneten Begriff als Politische Gemeinde bezeichneten Gemeinwesen.
In den Kantonen Bern, Luzern, Uri, Obwalden, Zug, Solothurn, Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Schaffhausen, Appenzell-Ausserrhoden und Aargau wird sie Einwohnergemeinde, im Kanton Glarus Ortsgemeinde bezeichnet. Im Kanton Appenzell Innerrhoden wird die politische Gemeinde als Bezirk bezeichnet.
Die politischen Gemeinden der Schweiz sind seit dem Mittelalter historisch gewachsene Gebilde unterschiedlicher Fläche und Bevölkerungszahl. Auch die sich als Stadt bezeichnenden Orte haben als Gebietskörperschaften diese Rechtsform. Eine Stadt ist immer auch eine politische Gemeinde.
Inhaltsverzeichnis |
Allgemeine Kompetenz
Die Politische Gemeinde verfügt über die so genannte allgemeine Kompetenz in kommunalen Angelegenheiten. Sie nimmt alle kommunalen Aufgaben wahr, die durch übergeordnetes Recht nicht zum Wirkungskreis eines anderen Gemeindetyps (z.B. Kirchgemeinden, Schulgemeinden) erklärt werden.
Dem war nicht immer so. Noch im frühen 19. Jahrhundert hatten die aus den alten Gemeinwesen der Vorrevolutionszeit hervorgegangenen Zivilgemeinden oder Ortsbürgergemeinden fast alle Kompetenzen inne. Heute sind diese auf alten Bürgerrechten beruhenden Gemeindeformen im Aussterben begriffen.
Autonomie
Die Gemeindeautonomie umfasst alle Bereiche, die durch Bund und Kantone nicht abschliessend geregelt sind.
Die Selbstständigkeit ist vielen Gemeinden sehr wichtig. Deshalb existieren - trotz Fusionsdruck von Kanton und Bund - noch 2740 politische Gemeinden (Stand Januar 2006; 18 Gemeinden verschwinden aus Anzahl Leerwohnungszählung BfS von Juni 2005).
Ausserdem gibt es viele weitere als "Gemeinden" bezeichnete Körperschaften, die über kein Territorium verfügen, jedoch einen bestimmten öffentlichen Zweck erfüllen (z.B. Betreiben einer Wasserversorgung, einer Schulorganisation, etc.). Dazu zählen insbesondere Schulgemeinden, aber auch Zivilgemeinden und Ortsgemeinden.
Gemeindefusionen
Trotzdem sehen sich viele kleinere Gemeinden gezwungen, Fusionsprojekte mit ihren Nachbarn ins Auge zu fassen. Gründe dafür sind: funktionelles Zusammenwachsen der Siedlungsgebiete, Komplexität der Aufgaben/Überforderung der Behörden von Kleingemeinden, Nachwuchsmangel für Gemeindebehörden, mangelndes politisches Gewicht im Kanton, aus Sicht einiger Experten auch die suboptimale Grösse (Anzahl Einwohner) per se. Andere Experten und Studien weisen jedoch darauf hin, dass die Grösse allein nicht ausschlaggebend ist. Kleinere Gemeinden haben vielfach eine effiziente, kostengünstige und bürgernahe Verwaltung (Milizsystem) und ihre Finanzen besser im Griff.
Grosszügige Subventionen seitens von Kantonsregierungen, ja eigentliche Fusionsprojekte (wie in Freiburg/Fribourg und Ticino/Tessin) sind ein zusätzlicher Anstoss für Gemeindefusionen. siehe: Gemeindefusionen in der Schweiz
Am 7. Mai 2006 beschloss die Glarner Landsgemeinde überraschend eine Reduktion von bisher 27 auf ganze drei Gemeinden auf das Jahr 2011. Der Antrag der Regierung hatte eine Reduktion auf zehn Gemeinden vorgesehen. Dies ist somit die radikalste Gemeindefusion bisher.
Die verwendeten Zahlen für die Grafik stammen jeweils vom 1. Januar. Von 1990 bis 2007 sank die Anzahl der Gemeinden von 3018 auf 2726, was einer Abnahme von ca. 9% entspricht.
Anzahl der Gemeinden der Kantone
| Kanton | Anzahl Gemeinden |
|---|---|
| Kanton Aargau | 229 |
| Kanton Appenzell Innerrhoden | 6 |
| Kanton Appenzell Ausserrhoden | 20 |
| Kanton Bern | 396 |
| Kanton Basel-Landschaft | 86 |
| Kanton Basel-Stadt | 3 |
| Kanton Freiburg | 168 |
| Kanton Genf | 45 |
| Kanton Glarus | 25 |
| Kanton Graubünden | 206 |
| Kanton Jura | 83 |
| Kanton Luzern | 96 |
| Kanton Neuenburg | 62 |
| Kanton Nidwalden | 11 |
| Kanton Obwalden | 7 |
| Kanton St. Gallen | 88 |
| Kanton Schaffhausen | 32 |
| Kanton Solothurn | 125 |
| Kanton Schwyz | 30 |
| Kanton Thurgau | 80 |
| Kanton Tessin | 190 |
| Kanton Uri | 20 |
| Kanton Waadt | 381 |
| Kanton Wallis | 153 |
| Kanton Zug | 11 |
| Kanton Zürich | 171 |
| Total (26) | 2726 |
Grössenklassen
Die grössten Gemeinden sind die Städte Zürich, Genf, Basel, Bern und Lausanne. Mit einer Bevölkerung von mehr als 100'000 Personen gelten sie als Grossstädte. Winterthur, St. Gallen und Luzern haben mehr als 50'000 Einwohner.
Weitere 113 Gemeinden weisen mehr als 10'000 Einwohner auf und gelten damit statistisch als Stadt. Manche bezeichnen sich aber weiterhin als "Gemeinde" (Bsp.: Stäfa im Kanton Zürich). Hingegen gibt es auch Städtchen mit altem Stadtrecht aber weit unter 10'000 Einwohnern, die stolz sind, sich "Stadt" nennen zu dürfen. (Beispiele: Eglisau, Kaiserstuhl, Bischofszell, Sempach oder Fürstenau). Siehe auch Liste der Städte in der Schweiz .
Dass die Schweiz auch kleinste Gemeinden aufweist, zeigen verschiedene Parameter:
- der Median beträgt 960 Einwohner (Zahlen Ende 2004 nach BfS ESPOP) (d.h. man sortiert alle Gemeinden der Grösse nach. 50% liegen über, die andere Hälfte unter diesem Wert),
- der Durchschnitt hingegen 2'672 Einwohner (Zahlen Ende 2004 nach BfS ESPOP) (d.h. rein rechnerische Grösse: Gesamte Einwohnerzahl aller Gemeinden geteilt durch die Anzahl Gemeinden)
50% der Gemeinden weisen also eine Bevölkerungszahl unter 960 Personen auf. Es verwundert daher nicht, wenn man 120 Gemeinden (4.3%) mit 100 Einwohnern und darunter zählte (kleinste Gemeinde war Ende 2004 Corippo mit 17 Einwohnern).
Grössenklassen können auch nach der Gemeindefläche gebildet werden. Die grösste Gemeinde der Schweiz ist Bagnes im Kanton Wallis mit 282,55 km² , die kleinsten sind mit je 0.32 km² die Gemeinden Rivaz im Kanton Waadt und Kaiserstuhl im Kanton Aargau. Zwischen der Meereshöhe und der Fläche gibt es einen klaren Zusammenhang - je höher gelegen desto grösser werden die Gemeindeflächen. Am meisten kleine Gemeinden gibt es im Südtessin .
Übersicht der grössten und kleinsten Gemeinden der Schweiz
Zahlen am 31. Dezember 2004 gemäss ESPOP, der Nachführung der Bevölkerungszahlen der Eidgenössischen Volkszählung 2000 durch das Bundesamt für Statistik.
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Grösste Gemeinden:
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Kleinste Gemeinden:
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Alphabetische Liste der Schweizer Gemeinden
(nach Bundesamt für Statistik, mit Mutationen bis 29. Januar 2006, gemäss Nachträgen zum Amtlichen Gemeindeverzeichnis der Schweiz)
Übersicht – A – B – C – D – E – F – G – H – I – J – K – L – M – N – O – P – Q – R – S – T – U – V – W – X – Y – Z
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Gemeinden nach Kantonen
AG - AI - AR - BE - BL - BS - FR - GE - GL - GR - JU - LU - NE - NW - OW - SG - SH - SO - SZ - TG - TI - UR - VD - VS - ZG - ZH
Siehe auch
- Liste der Städte in der Schweiz
- Liste deutscher Bezeichnungen Schweizer Orte
- Liste französischer Bezeichnungen von deutschsprachigen Schweizer Orten
- Liste der Kantone der Schweiz (mit Abkürzungen)
- Liste der Bezirke und Distrikte der Schweiz
- Gemeindenummer
- Amtliches Gemeindeverzeichnis der Schweiz
- Namensänderungen politischer Gemeinden der Schweiz
- Neu entstandene politische Gemeinden der Schweiz
- Aufgehobene politische Gemeinden der Schweiz
- Gemeindefusionen in der Schweiz
- Ortschaftenverzeichnis der Schweiz
Weblinks
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- Die Fahnen aller Schweizer Gemeinden
- Links und Photos zu 4000 Gemeinden und Ortschaften
- Index der Schweizer Gemeinden (De, En, Fr)
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