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Jet (Astronomie)
Aus Kefk.
Ein kosmischer Jet in der Astronomie ist ein gerichteter (kollimierter) Gasstrom.
Jets entstehen, wenn ein Objekt Gas aus einer rotierenden Scheibe ansammelt (akkretiert). Nur ein Teil des Scheibengases erreicht das Objekt, der andere Teil strömt senkrecht zur Rotationsebene vom Objekt weg. Die Kollimation kommt entweder rein geometrisch durch den Innenrand der Akkretionsscheibe oder durch magnetische Felder zustande.
Bild:M87 jet.jpg Jets kommen bei praktisch allen aus einer Scheibe akkretierenden Objekten vor, von schwarzen Löchern (insbesondere in AGN) bis zu gerade entstehenden Protosternen. Die Jets von Quasaren können viele tausend Lichtjahre lang sein und sich mit nahezu Lichtgeschwindigkeit bewegen. Bei Jets, die sich mit wenigstens 70,7% der Lichtgeschwindigkeit und in einem Winkelbereich von (−90 °,90 °) auf den Beobachter zu bewegen, kann es sogar zu scheinbarer Überlichtgeschwindigkeit kommen. Dies ist so zu erklären, dass das Licht des sich nähernden Jets eine immer kürzere Zeit benötigt, um zum Beobachter zu gelangen. Dadurch sieht es für den Beobachter so aus, als bewege sich der Jet in transversaler Richtung überlichtschnell. Jets, die sich nicht im oben genannten Winkelbereich bewegen, sich also vom Beobachter entfernen, erscheinen entsprechend langsamer, da das Licht in diesem Fall einen immer längeren statt kürzeren Weg zurücklegen muss. Bewegen sie sich hingegen in rein transversaler Richtung, so kann ihre reale Geschwindigkeit beobachtet werden.
Wenn Jets in der umgebenden interstellaren Materie ihre Bewegungsenergie durch Turbulenz aufgebraucht haben, bilden sich an der Stoßfront Wolken. Bei Jets von Protosternen werden diese Wolken Herbig-Haro-Objekte genannt. Im Falle von aktiven Galaxien sind die Wolken vor allem im Radiobereich gut messbar. Zehn aktive Galaxienkerne (hauptsächlich Blazare) wurden von den Teleskopen EGRET und COMPTEL im hochenergetischen MeV bis GeV Bereich gemessen. Als Erklärung der Quelle dieser außergewöhnlich energiereichen Strahlung werden verschiedene Modelle diskutiert, u.a. die "niederenergetische" Synchrotronstrahlung des Jets selbst, die durch den inversen Compton-Effekt durch Stoßprozesse mit hochenergetischen Jetelektronen in dieses Energieregime gestreut wird, oder aber Photonen, die von den Wolken in den Jet gestreut werden und dort ebenfalls eine Invers-Compton-Streuung zu höheren Energien erleiden.
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