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Poiesis
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In der Philosophie bezeichnet der Begriff Poiesis ein (im Kontrast zum praktischen und theoretischen Handeln stehendes) zweckgebundenes Handeln (Aristoteles).
Während in der Praxis das Handeln Selbstzweck ist (Freizeit, Kunst, Meditation), ist poietische Arbeit darauf ausgerichtet, etwas zu produzieren oder auf dem Umweg der Arbeit einen anderen Zweck (z.B. Bezahlung oder Vorteil) zu erreichen. Poietische Handlungen sind eher in sich abgeschlossen und erreichbar (definierter Endzustand > materielles Produkt > Gebrauchsobjekt).
Kritisch werden Entfremdungseffekte poietischer Haltungen gesehen, und zwar hinsichtlich
- der Arbeit (Arbeitnehmer ist ersetzbar, Produkt ist Ware, vgl. Karl Marx),
- der Gesellschaft (vgl. Hannah Arendt, Cornelius Castoriadis) und
- der Natur (Technikgläubigkeit und -abhängigkeit, Umweltzerstörung und Ressourcenraubbau, vgl. Martin Heidegger).
Grundsätzlich ist diese Unterscheidung begrifflich zu verstehen, da sich für die meisten Handlungen ein Zweck finden lässt und jede Handlung je nach Perspektive sowohl poietische als auch praktische Aspekte hat.
Jürgen Habermas nennt zweckrationales Handeln strategisch erfolgsorientiert, wenn es in Konkurrenzdenken fußt, während instrumentell erfolgsorientiertes Handeln der Verständigung und Beobachtung (Zustandsänderung aufgrund von Ereignissen) dient.
Siehe auch
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