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Plesiochrone Digitale Hierarchie
Aus Kefk.
Die Plesiochrone Digitale Hierarchie (PDH) ist eine international standardisierte Technik zum Multiplexen digitaler Datenströme, die über Weitverkehrsstrecken übertragen werden. Die Datenströme müssen annähernd synchron (plesio=fast) sein, üblich ist eine Abweichung ihrer Taktrate von maximal 50 ppm. Heute wird diese Technik fast nur noch bei Bitraten bis zu 45 Mbit/s verwendet. Höhere Bitraten werden mit der leistungsfähigeren Multiplextechnik der SDH übertragen. Grundlegender Unterschied von PDH und SDH sind die Verfahren, mit denen die unterschiedlichen Taktraten ausgeglichen werden. Die PDH-Technik arbeitet mit der sogenannten Stopftechnik, die SDH-Technik mit Pointern.
Die Stopftechnik besteht darin, dass mit Hilfe zusätzlicher "Stopf- oder Füllbits", die an genau definierten Stellen im Signal eingefügt beziehungsweise herausgenommen werden, die variierenden Bitraten der Datenströme ausgeglichen werden. Würde das nicht gemacht, könnten Bitslips auftreten, die beim Empfänger zu schwerwiegenden Fehlern wegen der Fehlinterpretation ganzer Bitfolgen führen könnte. Die Stopftechnik hat aber den Nachteil, dass der Zugriff auf einen Datenstrom der untersten Multiplex-Ebene erst möglich ist, wenn vorher alle höher gemultiplexten Datenströme demultiplext und die Stopfbits entfernt wurden. Das erfordert aufwändige Hardware, was die Geräte der PDH teuer macht. Mit Hilfe der Pointer ist bei der SDH-Technik dagegen ein direkter Zugriff möglich.
Die PDH-Technik wird beziehungsweise wurde bei allen üblichen Übertragungstechniken verwendet, zum Beispiel bei Richtfunkstrecken im Mikrowellen-Frequenz-Bereich, bei optischen Verbindungen (Glasfaserkabel) und auch auf Kupferkabeln (Koaxialkabel, Doppelader).
Die Bitraten E1 (2 Mbit/s) und E3 (34 Mbit/s) werden häufig verwendet. So basiert beispielsweise der ISDN-Primärmultiplexanschluss mit 30 Nutzkanälen auf einer E1. E3 wird verwendet, um beispielsweise Firmenstandorte über große Entfernungen hinweg zu verbinden, indem man bei einem Carrier eine entsprechende Leitung mietet. Die Netze der meisten weltweit agierenden Carrier basieren auf PDH- und SDH-Technik. Die PDH-Bandbreite E2 hat sich nie durchgesetzt, die Bandbreiten E4 und E5 wurden fast ausschließlich innerhalb von großen Carriernetzen eingesetzt. PDH wird heute mehr und mehr durch SDH abgelöst.
Da zwischen den einzelnen Hierarchieebenen die Taktfrequenz geringfügig voneinander abweichen kann, muss bei PDH ein Stopfverfahren angewendet werden. Dieses in kostenintensiven Netzkomponenten realisierte Prozedere wird ebenfalls benötigt, um die unterschiedlichen PDH-Datenraten in den koppelnden Zwischenstationen zu ermöglichen. PDH wird aufgrund dieser wirtschaftlichen Nachteile nur noch selten betrieben; es ist weitgehend von SDH ersetzt worden, das ohne Stopfen auskommt.
In USA, Europa und Japan wurden verschiedene Standards entwickelt. Deswegen ist bei interkontinentaler Übertragung ein "Umpacken" der gemultiplexten Datenströme erforderlich. Diesen Nachteil hat die SDH-Technik nicht. Die folgende Tabelle zeigt, dass mit der PDH-Technik auch keine der heute üblichen Bitraten im Gigabit-Bereich übertragen werden.
| Ebene | Nordamerika | Europa | Japan | ||||||
| Mbit/s | Bezeichnung | Mbit/s | ppm | Rahmenlänge | Rahmendauer | Bezeichnung | Mbit/s | Bezeichnung | |
| 1 | 1,544 | (T1) | 2,048 | ±50 | 256 bit | 125,0 µs | (E1) | 1,544 | (J1) |
| 2 | 6,312 | (T2) | 8,448 | ±30 | 848 bit | 100,37 µs | (E2) | 6,312 | (J2) |
| 3 | 44,736 | (T3) | 34,368 | ±20 | 1536 bit | 44,6927 µs | (E3) | 32,064 | (J3) |
| 4 | 274,176 | (T4) | 139,264 | ±15 | 2928 bit | 21,024 µs | (E4) | 97,728 | (J4) |
| 5 | 564,992 | ±15 | 2688 bit | 4,7575 µs | (E5) | 397,200 | (J5) | ||
Die elektrischen Schnittstellen von Leitungen, die PDH-strukturierten Datenverkehr übertragen, wurden von ITU-T in der Empfehlung G.703 standardisiert, die Multiplextechnik in G.732, G.742 und G.751.
Siehe auch
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