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Plakat

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Bild:Tarifa Toros2004.jpg
Plakate an einer Wand in Tarifa
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Moulin Rouge - La Goulue (vierfarbige Lithographie von Henri de Toulouse-Lautrec, 1891)

Ein Plakat (von lat. placere „gefallen“) ist ein großer bedruckter Papierbogen, der an öffentlich zugänglichen Stellen senkrecht auf einem Plakatträger aufgeklebt wird, damit die Botschaft des Plakats möglichst viele Passanten erreicht.

Plakate werden überwiegend als Werbeträger der Produktwerbung eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Textplakate

Textplakate haben eine lange Geschichte: sie annoncierten Shakespeares Schauspiele, oder machten Luthers Thesen bekannt. Jahrhunderte lang dienten sie der Mitteilung politischer Entscheidungen, oder riefen zu Versammlungen oder zum Protest auf.

Farbplakate

Die große Revolution der Plakatgestaltung setzte mit der Farblithographie ein, die einen preiswerten Plakatdruck in verschiedenen Farben ermöglichte. Diese Technik wurde in Frankreich Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt und verbreitete sich in den 1890er Jahren in ganz Europa. Diese Plakate dienten überwiegend der Produktwerbung. Wichtigster Werbeträger für Plakate waren die Litfaßsäulen und Hauswände.

Bildplakate

Jules Chéret gilt als Begründer des Bildplakats. Mit dem Beginn der Farbfotografie fanden im 20. Jahrhundert fotographische Motive Eingang in die Plakatwerbung. Bildplakate mit ganzflächigen Großfotos wurden als Poster bezeichnet. Sie bildeten seit den sechziger Jahren ein eigenes Genre der Jugendkultur, die sich mit Postern ihre Idole in die eigenen vier Wände holte.

Geschichte der Plakatkunst

Bild:Absatz.jpg
Zeitungsanzeige einer Druckerei um 1905
1884 fand in Frankreich die erste Plakataustellung statt. Henri de Toulouse-Lautrec wurde mit seinen opulenten Bildplakaten schnell zu einem ihrer bekanntesten Vertreter. In Deutschland begannen um 1900 die ersten "Plakatmaler" und Gebrauchsgrafiker das neue Medium im öffentlichen Raum bekannt zu machen. Zu ihnen gehörten auch viele jüdische Kunst- und Architekturabsolventen, insbesondere der Münchner Kunstakademie, wie Lucian Bernhard, dem die Erfindung des Berliner Sachplakats zugeschrieben wird. Weitere Plakatmaler waren Julius Klinger, Ludwig Hohlwein, Ernst Deutsch-Dryden, Julius Gipkens, Hans Lindenstaedt, Louis Oppenheim und Hans Rudi Erdt. Aber auch Edmund Edel und Peter Behrens, der Chefdesigner der AEG entwarf Plakate für Produkte der Allgemeinen Elektrizitäts Gesellschaft in Berlin.

1905 gründete der Berliner jüdische Zahnarzt und leidenschaftliche Plakatsammler Hans Josef Sachs (1881-1974) den Verein der Plakatfreunde. Zwischen 1908 und 1919 brachte der Verein 20 Nummern der Zeitschrift "Das Plakat" heraus. Von 1896 bis 1938 stellte er eine Sammlung von ca 12.500 Plakaten, sowie 18.000 Grafiken zusammen, die nach dem Krieg als verloren galt, bis ein Teil der Sammlung Mitte der Sechziger Jahre im Zeughaus der DDR wieder auftauchte. Hans Sachs hat davon 1966 noch Kenntnis bekommen, und ist damals entschädigt worden. Er bot sogar seine Unterstützung bei der Archivierung an.

Bild:H&S.jpg
Werbeplakat der Berliner Plakatfirma Hollerbaum & Schmidt um 1910, Entwurf von Julius Klinger

Die Plakatsammlung von Hans Sachs befindet sich heute im Deutschen Historischen Museum Berlin. Sein in den USA lebender Sohn Peter Sachs fordert nun seit 2002 die unter der "Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogener Kulturgüter" bezeichnete Restitution der Sammlung in den Familienbesitz.

Eine der größten und erfolgreichsten Berliner Plakathersteller vor dem zweiten Weltkrieg war die Firma Hollerbaum & Schmidt mit ihrem Agenten Ernst Grohwald. Die Litfaßsäule etablierte sich schnell zum idealen Plakatträger.

Die Plakatmotive wurden bereits um 1910 auch auf Blechschilder emailliert, um die Haltbarkeit der Reklame zu erhöhen. Viele Plakate und Emailleschilder der Anfangsjahre wurden nach und nach zu begehrten Sammelobjekten. Gelegentlich lösten Plakate auch Skandale aus. In den 1960er machten die Plakatentwürfe der Pop-Art und Protestbewegung von sich reden.

Propagandaplakate

Während des Ersten und Zweiten Weltkrieges spielten Propagandaplakate bei der Schaffung des Feindbildes eine verhängnisvolle Rolle.

Kinoplakate

Auch die Filmindustrie entdeckte rasch das Potenzial durch den Plakateinsatz bei der Werbung. So ist das Sammeln von Filmplakaten ein verbreitetes Hobby geworden.

Etymologie

Plakat - Wortherkunft: niederländisch » plakkaat « aus dem französischem » placard « zu » placa bzw. plaque « für » Platte, Täfelchen « aus » plaquer « für » mörteln, furnieren « aus » placken « für » ankleben, flicken.

Literatur

  • Deiters, Franz-Josef: Bilder ohne Rahmen - Zur Rhetorik des Plakats. In: Knape, Joachim (Hrsg.): Medienrhetorik. Tübingen: Attempto Verlag, 2005, S. 81-112. ISBN 3-89308-370-7
  • Denscher, Bernhard: Tagebuch der Strasse, Wien: Österreichischer Bundesverlag, 1981. ISBN 3-215-04576-1
  • Kamps, Johannes: Plakat. Tübingen: Max Niemeyer Verlag, 1999. ISBN 3-484-37105-6
  • Plakatkunst. Von Toulouse-Lautrec bis Benetton, Herausgeber: Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, Hamburg 1994, ISBN 3-89466-092-9

Weblinks

Siehe auch

Wikipedia
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