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Pinasse

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Die Bezeichnung Pinasse (Pinasse, aus dem Französischen, stammt vom lateinischen pinus = Kiefer, d.h. ursprünglich aus Kiefernholz) wird für die unterschiedlichsten Boots- oder Schiffstypen verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Die „Pinasse d'Arcachon“, Namensgeberin der Pinassen

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Pinasse d'Andernos les Bains, zum Freizeitboot umgerüstet

Ursprünglich verwies der Name Pinasse auf einen Bootstyp am Golf von Biscaya zwischen der Gironde und Bayonne, vor allem aber den Gewässern um Arcachon (z.B. Pinasse d'Andernos les Bains - Bassin d'Arcachon). Er ist den zahlreichen Sandbänken dort gut angepasst und wird als Fahrzeug für die Sardinen-, Austern- und Aalfischerei eingesetzt. Der Schiffsrumpf ist 7 bis 12 m lang und sehr schmal, hat eine kantige Kimm, einen flachen Boden und stark fallende Bordwände. Der Vorsteven ist stark gebogen und der Bug weit hochgezogen. Das obere Ende des Vorstevens überragt den Bug. Das Heck ist spitzgattig und der Achtersteven ebenfalls stark gebogen. Früher waren diese Pinassen meistens offene Boote und nur vorn und achtern gedeckt. Sie fuhren ein Luggersegel und waren mit einem Mittelschwert ausgerüstet. Sie konnten auch gerudert werden. Ab Anfang des 20. Jahrhunderts wurden die meisten Pinassen mit einem Motor ausgerüstet, waren jetzt bis zu 15 m lang und bis auf zwei Cockpits vor und hinter dem Motor vollständig gedeckt. Diese französische „Pinasse d'Arcachon“ wird vereinzelt noch heute gebaut, oftmals auch in Kunstoffbauweise jedoch meistens ohne Besegelung. Sie wird für den Fischfang und für Vergnügungsfahrten genutzt.

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afrikanische Pinasse zum Personentransport auf dem Niger in Mali
(weitere Bilder: 1 1 3)

Als Pinasse wird auch ein Sardinenfangschiff von der südbretonischen Küste bezeichnet, das hier in den 1920er Jahren eingeführt wurde, mit Motor fährt und höchstens ein Hilfssegel führt.

Afrikanische Pinassen

Als Pinasse bezeichnet man heute auch einen Bootstyp in Westafrika, der dort auf den Flüssen und in den Küstengewässern verkehrt. Diese Pinassen haben verschiedene Größen und Bauart, sind manchmal mit einem Dach versehen, meistens bunt bemalt und dienen vornehmlich dem Güter- und Personentransport sowie als Fischereifahrzeuge. Kleine, einbaumähnliche Pinassen werden auch Piroge genannt. Bild:Bakdekker powerboat.jpg

Pinassen als Sportboote

Pinassen werden mitunter ältere Sport- und Freizeitmotorboottypen der verschiedensten Bauarten genannt. Diese Motorboote verfügen meistens über eine Kajüte und sind sehr lang und schmal gebaut.

Pinassen als Hafenboote

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Dampfpinassen in Holzbauweise
siehe auch: Abbildung des Modells einer historischen Dampfpinasse

Dampfpinassen fanden im 19., Anfang 20. Jahrhundert als Hafenboote Verwendung. Auch heute erfüllen Pinassen, mit Dieselmotoren ausgerüstet, diese Funktion. Solche Verkehrsmotorboote werden in Deutschland aber üblicherweise als „Barkassen“ bezeichnet.

Pinassen als dampfgetriebene Beiboote

Mitte des 19. Jahrhunderts hatten viele Kriegsschiffe und andere große Schiffseinheiten 15 m lange Dampfpinassen an Bord. Solche Schiffe wurden auch als Wachboote eingesetzt.

Pinassen als kleine Segler

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Im Bildvordergrund eine Pinasse als Beiboot großer Segler

Pinasse nannte sich nach den Angaben der „Oekonomischen Encyklopädie von J. G. Krünitz (1773 - 1858)“ auch ein kleines Schiff, welches Schonertakelage (Skuner Takelasche) führte, und auch zum Rudern eingerichtet war.

Pinassen als Beiboote auf englischen Kriegssegelschiffen

In England hieß während der Segelschiffszeit ein mit acht Riemen ausgestattetes, 10 bis 12 m langes und 2 bis 2,5 m breites Beiboot Pinasse (engl. Pinnace). Dieses wurde als zweitgrößtes Beiboot auf Kriegssegelschiffen mitgeführt und wird in der Literatur oft als Schaluppe bezeichnet. Schaluppe ist hier als Sammelbegriff zu verstehen und schließt die Barkassen, damals die größeren Beiboote, mit ein. Andererseits wird in der deutschen Literatur selbst das 7 m lange Beiboot der seit 1779 durch eine Meuterei legendär gewordenen Bounty als Barkasse bezeichnet. In diesem kleinen Boot, im Englischen „Launch“ genannt, segelte W. Bligh mit einer 18-köpfigen Mannschaft in 48 Tagen 5.800 km über offene See.

Hochseegehende Pinassen des 16. bis 18. Jh.

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Abbildung des Modells einer Bremeschen Pinasse (1700)
siehe auch: Foto einer holländischen Pinasse

Im 16. und 17. Jh. gab es in England und Holland Pinassen, die relativ kleine, aber hochseefähige Schiffe waren. Sie führten vermutlich Lugger- oder Lateinersegel an einem oder zwei Masten. So wurde Martin Frobisher, ein englischer Entdecker, Abenteurer und Seeräuber, 1576 während seiner 1. Expedition zur Entdeckung der Nordwestpassage von einer mit nur vier Mann besetzten Pinasse in die arktischen Gewässer begleitet. Diese Pinasse, ein Schiff von 10-Tonnen, ging allerdings im Sturm unter.

Die Niederländische Ostindien-Kompagnie (V.O.C.) benutzte neben anderen Schiffstypen auch yachtähnliche Pinassen (niederl. Pinas). Dies waren keine Schiffe für die Große Fahrt, sondern sie wurden zu Kurierdiensten und für Transportfahrten in den in Abhängigkeit gebrachten Gebieten eingesetzt. Dieser Schifftyp wurde schrittweise weiterentwickelt und mit Elementen anderer Typen kombiniert, so dass letztenendes auch die großen Pinaßschiffe, die Vorläufer der Spiegelretourschiffe, in den Niederlanden „Pinas“ genannt wurden. Die Pinaßschiffe waren im 16. und 17. Jahrhundert in England, den Niederlanden und an der deutschen Nordseeküste verbreitet. Sie hatten drei Masten und waren meist vollgetakelt.

Bild:Taopere.jpg
Pinisis im Hafen von Makassar

Nachbau der holländischen Pinasse in Indonesien

Das Volk der Konjo, beheimatet auf der indonesischen Insel Sulawesi, adapierte die holländische Pinasse und entwickelte daraus den noch heute gebauten Segelschiffstyp des „Pinisi“.

Siehe auch

Persönliche Werkzeuge