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Phosphortrichlorid

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Strukturformel
Bild:Phosphorus trichloride.PNG
Allgemeines
Name Phosphortrichlorid
Andere Namen Phosphor(III)-chlorid
Summenformel PCl3
CAS-Nummer 7719-12-2
Kurzbeschreibung Farblose, an feuchter Luft rauchende Flüssigkeit von stechendem Geruch.
Eigenschaften
Molmasse 137,33 g/mol
Aggregatzustand flüssig
Dichte 1,574 g/cm³
Schmelzpunkt -94 °C
Siedepunkt 75 °C
Dampfdruck 127 Pa (20 °C)
Löslichkeit Hydrolyse in Wasser; löslich in Ether, Toluol
Sicherheitshinweise gemäß EU-Recht
Gefahrensymbole
Bild:Hazard T.svg
T+
Sehr giftig
R- und S-Sätze R: 26-22-14-34-48/20

S: (1/2)-7/8-26-36/37/39-45

MAK 2,8 mg/m³
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Phosphortrichlorid, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

Phosphor(III)-chlorid ist eine farblose, giftige und stark ätzende Flüssigkeit von stechendem Geruch, die an feuchter Luft infolge Hydrolyse raucht.

Herstellung

Es entsteht bei der direkten Umsetzung von Chlor mit weißem Phosphor, P4, neben geringen Mengen Phosphor(V)-chlorid, PCl5. Letzteres reagiert mit überschüssigen Phosphor ebenfalls zu Phosphor(III)-chlorid.

Eigenschaften

Phosphor(III)-chlorid ist das Säurechlorid der phosphorigen Säure, einem Tautomer der Phosphonsäure. Und so erfolgt mit Wasser die Hydrolyse zu dieser und Chlorwasserstoff:

\mathrm{ PCl_3 + 3 H_2O \rightarrow P(OH)_3 + 3 HCl}
\mathrm{ P(OH)_3 \ \overrightarrow{\leftarrow} \ HPO(OH)_2}

Hydrolyse der Phosphor(II)-chlorids zu phosphoriger Säure/Phosphonsäure

Auf analoge Weise bilden sich mit Alkoholen Phosphorigsäureester. Dabei werden die Chlor-Atome schrittweise substituiert:

\mathrm{ PCl_3 + CH_3OH \rightarrow PCl_2(OCH_3) + HCl }
\mathrm{ PCl_2(OCH_3) + CH_3OH \rightarrow PCl(OCH_3)_2 + HCl }
\mathrm{ PCl(OCH_3)_2 + CH_3OH \rightarrow P(OCH_3)_3 + HCl }

Umsetzung von Phosphor(III)-chlorid mit Methanol - schrittweise Substitution

Analog erfolgen die Umsetzungen mit Aminen, Thiolen oder (Pseudo-)Halogeniden.

Phosphor(III)-chlorid ist ein recht starkes Reduktionsmittel und wird als Sauerstoff-Akzeptor eingesetzt. Fungiert es als letzterer, so bildet sich als Oxidationsprodukt Phosphorylchlorid, der auch als stete Verunreinigung Phosphor(III)-chlorid begleitet, welches mit Luft in Berührung kommt.

Phosphor(III)-chlorid lässt sich weiter zum Phosphor(V)-chlorid chlorieren:

\mathrm{ 2PCl_3 + 2 Cl_2 \rightarrow PCl_5 \ \overrightarrow{\leftarrow} \  [PCl_4]^+[PCl_6]^- }

Verwendung

Phosphor(III)-chlorid ist ein Grundstoff der Chemischen Industrie, der vielfältige Verwendung findet. Man benötigt es für die Herstellung anderer Phosphorderivate wie Insektizide, Pharmazeutika, Di- und Trialkylphosphite, Phosphorylchlorid, Thiophyosphorylchlorid u. v. a. m.

Im Labormaßstab kann man mit Hilfe von Phosphor(III)-chlorid Carbonsäurechloride darstellen, eine Methode, die gegenüber der Darstellung mittels Thionylchlorid oder Oxalylchlorid allerdings keine Vorteile birgt.

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