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Phobos (Mond)

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Phobos
Bild:Phobos moon (large).jpg
Phobos in Großaufnahme
Vorläufige Bezeichnung
Eigenschaften des Orbits
Zentralkörper Mars
Große Halbachse 9378 km
Periapsis 9236 km
Apoapsis 9520 km
Exzentrizität 0,0151
Bahnneigung 1,08°
Umlaufzeit 7 h 39 min 12 s
Mittlere Bahngeschwindigkeit 2,139 km/s
Physikalische Eigenschaften
Albedo 0,06
Visuelle Helligkeit 11,4 mag
Mittlerer Durchmesser 26,8 × 22,0 × 18,4 km
Masse 1,06 × 1016 kg
Oberfläche ca. 6100 km²
Mittlere Dichte 2,2 g/cm³
Siderische Rotation 7 h 39 min 12 s
Achsneigung
Fallbeschleunigung an der Oberfläche 4–8 × 10-3 m/s²
Fluchtgeschwindigkeit 10,3–12,2 m/s
Oberflächentemperatur 163–268 K
Entdeckung
Entdecker Asaph Hall
Datum der Entdeckung 18. August 1877
Anmerkungen Einfach gebundene Rotation
Wikipedia
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Phobos (griech.Furcht“, vgl. Phobie) ist neben Deimos einer der beiden natürlichen Satelliten des Planeten Mars. Benannt ist er nach Phobos, dem Sohn und Begleiter des griechischen Kriegsgottes Ares (lat. Mars).

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Mit einer großen Bahnhalbachse von lediglich 9.378 Kilometern liegt Phobos recht nahe an der dünnen Marsatmosphäre und benötigt für einen Umlauf nur 7 Stunden, 39 Minuten und 12 Sekunden, wobei seine Bahnneigung gegen die Äquatorebene des Planeten nur 1,08° beträgt. Für einen Beobachter auf dem Mars geht Phobos aufgrund seiner scheinbar retrograden Umlaufbahn im Westen auf und im Osten unter. Die schnelle Umlaufgeschwindigkeit bewirkt zwei Phobosaufgänge pro Tag. Sie erfolgen in einem Intervall von 11 Stunden. Die scheinbare Größe von Phobos entspricht weniger als der Hälfte unseres Vollmondes. Dennoch strahlt er weniger Licht in die Marsnacht ab, als die Venus auf die Erde.

Im Unterschied zu Deimos liegt die Umlaufbahn von Phobos innerhalb der für die Gezeitenkräfte kritischen Roche-Grenze des Mars und nähert sich dem Planeten immer mehr. Der Abstand reduziert sich in einem Jahrhundert um 1,8 Meter, so dass der Trabant in etwa 50 Millionen Jahren abstürzen wird. Es wird jedoch vermutet, dass er durch die immer stärker werdenden Gezeitenkräfte vorher auseinanderbricht und einen Ring um den Planeten bilden wird, wie die Ringe um Saturn.

Phobos hat wie der Erdmond eine gebundene Rotation, das heißt, er wendet dem Mars immer die selbe Seite zu. Der kleine Trabant ist ein sehr unregelmäßig geformter Körper von 27, 22 und 19 Kilometern je Durchmesser und weist eine mittlere Dichte von 2,0 g/cm3 auf. Er ist mit einer Staubschicht überzogen, dem sogenannten Regolith, wie er auch auf unserem Mond vorkommt. Aufgrund seiner unregelmäßigen Form wird – wie auch im Fall von Deimos – allgemein angenommen, dass er ein von Mars eingefangener Asteroid ist.

Oberfläche

Bild:Phobos stickney.jpg
Der zehn Kilometer große Krater Stickney auf Phobos.

Der größte und auffälligste Krater auf Phobos heißt Stickney, nach Angeline Stickney († 1938), der Ehefrau von Asaph Hall. Der Krater misst etwa 10 Kilometer im Durchmesser. Der verantwortliche Einschlag muss – ähnlich wie bei dem Krater Herschel auf Mimas – den kleinen Mond beinahe zerrissen haben.


Weitere, nach bekannten Astronomen benannte Krater auf Phobos sind:

Ferner besitzt Phobos einen nach Johannes Kepler (1571–1630) benannten Gebirgskamm namens Kepler Dorsum (lat. für „Kepler-Rücken“).

Erforschung

Bild:Phobos.jpg
Phobos mit Krater

Aufgrund seiner großen Nähe zum Mars ist Phobos im Fernrohr nur schwer zu erkennen, da er vom Mars förmlich überstrahlt wird. So wurde er erst im Jahre 1877 von dem Astronomen Asaph Hall entdeckt.

Die russischen Sonden Fobos 1 und 2 sollten auf dem Trabanten landen und mit einem raffiniertem Mechanismus auf dem Mond „umherhüpfen“. Kurz vor dem Verlorengehen der beiden Sonden konnten diese Gasausbrüche auf Phobos feststellen. Wo diese herrühren ist unbekannt; es kann jedoch angenommen werden, dass es eventuell Wasserdampf war.

Nahaufnahmen von Phobos entstanden 1971 durch Mariner 9, 1977 durch Viking 1, 1988 durch Fobos 2 und 1998 sowie 2003 durch Mars Global Surveyor.

Für den 1980 gefallenen Meteoriten Kaidun wurde Phobos als möglicher Ursprungskörper vorgeschlagen. Sollte dies der Fall sein, würde Phobos hauptsächlich aus einem den kohligen CR-Chondriten entsprechenden Material bestehen.

Kulturgeschichte

Die Existenz von zwei kleinen und derart marsnahen Monden wurde rein fiktiv bereits 1727 von Jonathan Swift angedacht, im dritten Teil von Gullivers ReisenLemuel Gulliver –, lange vor ihrer Entdeckung durch Asaph Hall. In dem Buch wird erzählt, die laputanischen Astronomen kennen „zwei kleinere Sterne oder Satelliten, welche um den Mars laufen; hiervon ist der innerste vom Mittelpunkt des Planeten genau drei, der äußerste fünf seiner Durchmesser entfernt; ersterer vollendet seinen Umlauf im Zeitraum von zehn, letzterer in einundzwanzigeinhalb Stunden“.

Diese Geschichte floss 1750 in Voltaires Roman Micromegas ein, in dem ein Riese vom Stern Sirius unser Sonnensystem besucht.

Bemerkenswert ist diese Vorwegnahme nicht nur wegen der Ähnlichkeit in Bezug auf die Bahngrößen und Umlaufzeiten, sondern auch, weil alle anderen bis dahin bekannten Monde (der Erdmond, die Galilei'schen Jupitermonde und der Saturnmond Titan) wesentlich längere Umlaufzeiten aufweisen und damit nur schwer als Vorlage in Frage kommen.

Weblinks

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Wikipedia
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eml:Phobos
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