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Philipp III. (Burgund)

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Bild:Philip the good.jpg
Herzog Philipp der Gute, von Rogier van der Weyden gemalt. Philipp trägt die Collane (Halskette) des Ordens vom Goldenen Vlies.

Philipp der Gute (Philippe le Bon) (* 31. Juli 1396 in Dijon; † 15. Juli 1467 in Brügge) war Herzog von Burgund (Haus Burgund), Sohn von Herzog Johann dem Unerschrockenen (Jean sans peur) und der Margarethe von Straubing-Holland.

Philipp wuchs vor allem in Gent auf. Er war in erster Ehe verheiratet mit Michelle, Tochter von König Karl VI. und Schwester des Dauphins Karl, des späteren Königs Karl VII.. Philipp wurde 1419 Herzog von Burgund und Graf von Flandern, Artois und Franche-Comté, als sein Vater Johann von Leuten des Dauphins ermordet wurde (siehe Bürgerkrieg der Armagnacs und Bourguignons).

Aus Hass gegen diesen verbündete er sich im Vertrag von Troyes (21. Mai 1420) mit Heinrich V. von England gegen Frankreich, um sich zu rächen. Als schließlich am 21. September 1435 der Vertrag von Arras abgeschlossen wurde, ließ sich Philipp darin von Karl VII. seine völlige Unabhängigkeit von der französischen Krone garantieren sowie die Grafschaft Auxerre und die Grafschaft Mâcon übertragen. So erreichte er für seinen jungen Staat "Burgund" die Möglichkeit zu einer unabhängigen Großmachtpolitik zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich.

1421 erwarb er durch Kauf die Grafschaft Namur hinzu. 1433 entriss er im Haager Vertrag Jakobäa von Bayern, deren Erbe er bereits 1428 im Delfter Versöhnungsvertrag geworden war, die Grafschaften Holland, Zeeland, Friesland und das Hennegau und konnte noch im selben Jahr die Herzogtümer Luxemburg, Brabant und Limburg von den aussterbenden Luxemburgern erwerben. Damit drang er tief in das Gebiet des Heiligen Römischen Reiches ein, was den ebenso heftigen wie hilflosen Protest von Kaiser Sigismund auslöste. Zusammen mit dem Herzogtum Burgund, der Freigrafschaft Burgund und der Grafschaft Flandern, die er geerbt hatte, formte Philipp so ein Territorium von Gebieten beiderseits der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich, das an das Reich des ältesten Sohnes von Kaiser Ludwig dem Frommen, Lothars I., erinnerte.

Philipp begünstigte die Künste und Wissenschaften und beförderte Handel und Gewerbe, namentlich die Teppichweberei in Flandern. Am 10. Januar 1429 stiftete er nach dem Vorbild des englischen Hosenbandordens den Orden des Goldenen Vlieses, der als einigendes Band für die Elite seines sehr heterogenen Territoriums gedacht war. Die Gründung des Ordens hatte auch das (nie erreichte) Ziel, einen Kreuzzug zur Rückgewinnung Konstantinopels zu organisieren, das 1453 dem Osmanischen Reich einverleibt worden war.

In seinen letzten Jahren überließ Philipp die Regierung ganz seinem ehrgeizigen Sohn Karl (Charles le Téméraire).

Philipps faktisch unabhängiger Länderkomplex zwischen Frankreich und Deutschland wurde in seinem nördlichen Teil zum Vorläufer der Niederlande (aus denen später die heutigen Staaten Niederlande, Belgien und Luxemburg entstanden). Die Ablösung Philipps von Frankreich und sein Rückzug aus der französischen Innenpolitik geschah allerdings nicht ohne Zögern und Schwanken, da er sich zeitlebens als Prince du sang (Fürst von französischem königlichen Geblüt) betrachtete. Erst sein Sohn Karl der Kühne sollte sich vollends als Oberhaupt eines unabhängigen Reiches fühlen, das er allerdings durch seine unbedachte Politik in Gefahr brachte und das bei seinem Tod auf dem Schlachtfeld 1477 wieder zwischen Frankreich und Deutschland aufgeteilt wurde.

Familie

Philipp war vermählt ab 1409 mit Michaela, einer Tochter König Karls VI. von Frankreich, und ab 1424 mit Bona von Artois, Tochter des Grafen Philipp von Nevers. 1429 heiratete er in dritter Ehe Isabella von Portugal, mit der er endlich den gewünschten Nachfolger bekam, Karl den Kühnen.

Weblinks



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