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Phenobarbital

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Steckbrief
Name (INN) Phenobarbital
Wirkungsgruppe Antiepileptikum
Handelsnamen Luminaletten®
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, Luminal®

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Klassifikation
ATC-Code N03AA02
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CAS-Nummer 50-06-6
Rezeptpflicht: Ja

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Fachinformation (Phenobarbital)
Chemische Eigenschaften
Bild:Phenobarbital.png
IUPAC-Name: 5-Ethyl-5-phenylbarbitursäure
Summenformel C12H12N2O3
Molmasse 232,24 g/mol
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Phenobarbital ist ein Barbiturat. In den Produkten Luminal® und Luminaletten® ist es derzeit in der Bundesrepublik Deutschland der einzige noch verwendete Arzneistoff dieser Wirkstoffgruppe. Es wird in der Therapie der Epilepsie und in der Narkosevorbereitung angewandt.

Die Wirkung des Medikaments ist stark dosisabhängig und reicht von Beruhigung über leichte Dämpfung bis zur Betäubung sowie der Einleitung von Schlaf.

Alfred Hauptmann (1881-1948) beschrieb 1912 in seinem Artikel „Luminal bei Epilepsie“ erstmals die antiepileptische Wirkung von Phenobarbital. Sein Beitrag zur Behandlung der Epilepsie gilt heute als seine größte wissenschaftliche Leistung. Aus diesem Grund wird seit 1979 der Alfred-Hauptmann-Preis für Epilepsieforschung verliehen. Trotz vieler moderner Antiepileptika hat das Phenobarbital seit fast 100 Jahren seinen festen Platz in der Epilepsiebehandlung.

Traurige Bedeutung erlangte Luminal unter den Nationalsozialisten. Geistig kranke Kinder wurden nach der Geburt mit einer Überdosis Luminal "euthanasiert". Diese grausame, inhumane Vorgehensweise war auf die Idee der NS-Rassenhygiene zurückzuführen.

Der Wirkstoff wird häufig bei Suiziden verwendet und ist leider in vielen Internet-Apotheken erhältlich. Auch die Sterbehilfeorganisation DIGNITAS verwendet diese Substanz zum assistierten Suizid.

Literatur (Auswahl)

Kumbier E, Haack K (2002). Alfred Hauptmann - Schicksal eines deutsch-jüdischen Neurologen. Fortschr Neurol Psychiat 70: 204-209

Kumbier E, Haack K (2004). Pioneers in neurology: Alfred Hauptmann (1881-1948). J Neurol 251: 1288-1289

Kumbier E, Haack K (2004). Wie aus einem Schlafmittel ein Antiepileptikum wurde - Die Entdeckung der antiepileptischen Wirkung von Phenobarbital durch Alfred Hauptmann. Akt Neurol 31: 302-306


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