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Erfundenes Mittelalter

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Die Theorie vom Erfundenen Mittelalter (auch: Phantomzeit-Theorie oder kurz PHZ) besagt, dass etwa 300 Jahre des frühen europäischen Mittelalters ab dem 7. Jahrhundert beginnend bis zur ottonischen Zeit von Geschichtsschreibern des Hochmittelalters erfunden worden seien.

Die in Deutschland verbreitete Version geht auf Heribert Illig zurück. Er nimmt für sich in Anspruch, mit der Entfernung der angeblich erfundenen Jahre die Chronologie des Mittelalters zu korrigieren. Hans-Ulrich Niemitz, der sich dieser Theorie anschloss, nannte den Zeitraum dann Phantomzeit, da das Fränkische Reich nach Chlodwig I. ein Produkt der Fantasie bzw. Täuschung gewesen sei. Insbesondere haben laut dieser Theorie Personen wie Karl der Große und die anderen Karolinger vor Karl III. dem Einfältigen entweder überhaupt nicht existiert oder sind vor 614 bzw. nach 911 einzuordnen. Gleiches gilt für alle anderen historischen Figuren, die in diesen Zeitraum fallen.

Von den Geschichtswissenschaftlern und Mediävisten, die sich bisher zu dieser Theorie geäußert haben, wird sie zurückgewiesen. In der Öffentlichkeit hat die These aber ein gewisses Interesse gefunden.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen der Theorie

Die Theorie vom Erfundenen Mittelalter ist eine Form der Chronologiekritik, deren hypothetische Grundlagen insbesondere in folgenden Bereichen liegen: Kalenderkunde, Astronomie, Diplomatik, Archäologie, Architekturgeschichte und Historische Geographie.

Kalenderkunde

Die Theorie hat ihren Ursprung und damit ihre erste Grundlage in der Kritik des tradierten Kalenders. Heribert Illig kam auf die Theorie vom Erfundenen Mittelalter durch seine Annahme, dass bei der Kalenderreform von Papst Gregor XIII. im Jahr 1582 eigentlich 13 Tage zu streichen gewesen wären, um die Frühlingstagundnachtgleiche wieder am 21. März feiern zu können. Tatsächlich sind 10 Tage gestrichen worden.

Papst Gregor XIII. hat den 46 v. Chr. eingeführten Julianischen Kalender dahingehend verändert, dass die vollen Jahrhunderte keine Schaltjahre mehr sind, außer wenn sie durch 400 teilbar sind. Es wurden zehn Tage gestrichen, indem auf den 4. Oktober der 15. Oktober 1582 folgte. Notwendig war die Gregorianische Kalenderreform geworden, weil sich der Frühlingspunkt verschoben hatte und damit auch die Berechnung des christlichen Osterfestes fragwürdig geworden war. Unstrittig ist, dass Papst Gregor selbst vom 21. März als Frühlingspunkt ausging. Daher stellt sich aus der Sicht der Chronologiekritik die Frage, auf welchen 21. März – im Jahr 44 v. Chr. oder 325 n. Chr. – er sich bei der Berechnung als Anfangspunkt bezogen hat.

Wenn Papst Gregor seine neue Schaltjahrregel auf das Jahr 44 v. Chr. zurückberechnet hätte, hätte er 13 Tage einfügen müssen. Die Geschichtswissenschaft geht allerdings davon aus, dass er die Rückberechnung auf das Jahr 325 n. Chr. vornahm, als das Erste Konzil von Nicäa den Ostertermin festlegte. Falls der Frühlingsanfangspunkt im Jahr 325 der 21. März gewesen ist, wären es dann tatsächlich nur 10 Tage gewesen. Für eine Rückberechnung auf das Jahr 325 n. Chr. sieht Heribert Illig aber weder astronomische Beweise, noch zeitgenössische Quellen. Der Chronologiekritiker geht daher davon aus, dass der 21. März zu Caesars Zeiten als Frühlingspunkt festgelegt wurde, nachdem er dies schon gemäß ägyptisch-griechischer Tradition war. Die alte römische Tradition, den Frühlingspunkt auf den 25. oder 24. März zu setzen, wurde der chronologiekritischen Ansicht nach bewusst ignoriert. Auch die Sonnenuhr des Augustus und sein besonders herausgehobenes Geburtsdatum (23. September = Herbstanfang) sprechen in den Augen Heribert Illigs für den 21. März als Frühlingspunkt der julianischen Kalenderreform.

Wenn dies jedoch stimmt, wäre dieser Punkt nach der ungenauen julianischen Schaltregel bis zum Jahr 325 n. Chr. bereits auf den 18. März gewandert. Dann könnte der 21. März in Nicäa nicht der astronomische Frühlingsanfangspunkt gewesen sein, es sei denn, man hätte gleich auch noch eine Kalenderreform durchgeführt, die sofort und überall gegriffen hätte. Aber auch davon gibt es historisch keine Spur. Stattdessen halten es die Chronologiekritiker für wahrscheinlicher, dass Gregors Astronomen nicht einfach zurückgerechnet, sondern zunächst den tatsächlichen astronomischen Frühlingspunkt bestimmt haben, um dann die Verbindung zum Konzil zu Nicäa herzustellen.

Wenn aber Gregor mit dem Überspringen von lediglich 10 Tagen die astronomische Situation des 1. Jahrhunderts v. Chr. wieder hergestellt hätte, obwohl dafür eigentlich 13 Korrekturtage nötig gewesen wären, gibt es dafür laut Illig nur eine Erklärung dieser Differenz, nämlich durch fehlende drei Jahrhunderte. Nach Illig (Zeitensprünge 3/1993) beträgt die nachträglich eingefügte Zeit genau 297 Jahre. Als begründete Arbeitshypothese grenzte er den fraglichen Zeitraum auf die Spanne September 614 bis August 911 ein.

Daraufhin haben die Befürworter der Theorie versucht, diese Lücke von etwa 300 Jahren auch in anderen Kalendern zu finden und beanspruchen, dabei einige Male fündig geworden zu sein, zum Beispiel im Kalenderstreit der Parsen im Iran und in Indien. Außerdem verweist man auf „unwahrscheinliche“ Doppelereignisse während der Missionierung durch das Christentum und durch den Islam (Marokko, Industal).

Die Fachwissenschaft sieht den 21. März 325 als Referenzdatum für den Frühlingsanfang nicht als widerlegt an, denn die Orientierung am Frühlingsbeginn zu Zeiten des Konzils von Nicäa ist in der maßgeblichen päpstlichen Bulle Inter gravissimas angegeben[1]. Dies wird damit erklärt, dass das Konzil für Papst Gregor wichtiger gewesen sei, als die Festlegungen des heidnischen Diktators Julius Caesar. Außerdem sollen antike Quellen belegen, dass der Frühlingspunkt zu Zeiten des Römischen Reiches – und somit auch von Caesar – auf den 24. oder 25. März gelegt wurde. Bis zum Konzil von Nicäa wäre er damit auf den 21. März vorgerutscht. Die Konzilsväter hätten ihn deshalb auf dieses Datum festgelegt, da der Frühlingspunkt im Jahr 325 an diesem Tag beobachtet worden wäre; vom Fehler des Julianischen Kalenders hätten sie noch nichts gewusst. Eine Kalenderreform hätte daher vom Konzil nicht vorgenommen werden können oder müssen.

Diplomatik

Die Illigsche Kritik an Urkunden (vgl. Quellenkunde) geht davon aus, dass Originalurkunden aus dem besagten Zeitraum sehr spärlich seien und von Personen meist nur sehr unspezifisch sprächen. Überdies seien vom 10. Jahrhundert bis in die Zeit von Friedrich II. zahlreiche Urkunden von Majuskel-Schrift auf Minuskel-Schrift umgestellt worden – also neu geschrieben worden, wonach man die alten Urkunden vernichtet hat. Eine Verfälschung um rund 300 Jahre sei dabei möglich gewesen. Zudem hätten die Kaiser des Frühmittelalters ihre Urkunden traditionell mit einem kurzen Strich im vorgefertigten Monogramm signiert. So stimme das Monogramm Karls des Großen mit dem von Karl dem Einfältigen Anfang des 10. Jahrhunderts überein. Ferner seien die Arbeiten von bedeutenden Gelehrten des frühen Mittelalters wie beispielsweise Beda Venerabilis, Einhard nur als Abschriften des Hochmittelalters überliefert und wiesen Widersprüche auf. Für viele angeblich frühmittelalterliche Prachtschriften wie das Book of Kells werden selbst in der Fachwissenschaft immer wieder spätere Zuordnungen vorgenommen. Auffällig sei auch, dass es für die jüdische Kultur in dieser Zeit praktisch keine Textfunde gäbe.

Nach dem Kenntnisstand der historischen Wissenschaften existieren jedoch für den fraglichen Zeitraum Tausende von Dokumenten (Arno Borst spricht von etwa 7000[2]) und für die monastische Literatur sei das 9. Jahrhundert an Autoren und Manuskripten das reichste des gesamten frühen Mittelalters.
Im Gegensatz zu Illig ist für Geschichtswissenschaft die Tatsache, dass viele Texte nur in Abschriften überliefert sind, allein kein Grund, um an ihrem Wahrheitsgehalt zu zweifeln. Das Abschreiben war für die mittelalterlichen Zeitgenossen die einzige Möglichkeit, Texte zu kopieren. Deshalb betrachtet die Geschichtswissenschaft den Begriff der Fälschung für das Mittelalter deutlich differenzierter. Es ist weiterhin auch unumgänglich, für jeden Text einzeln nachzuweisen, welche Inhalte zutreffend sind und welche nicht, insbesondere da das Vermischen von authentischen und erfundenen Inhalten in den Texten des Mittelalters sich an vielen Beispielen nachweisen lässt. Eine pauschale Verurteilung der Texte des Mittelalters, wie sie bei Heribert Illig zu finden ist[3], ist daher nicht zulässig. Weiter wird die Sprachgeschichte angeführt: Dort seien für diesen Zeitraum Sprachwandel- und -tauschparallelen quer durch Europa feststellbar.

Archäologie

Die dritte Grundlage der These ist die Archäologie-Kritik und basiert auf der Behauptung, dass die wenigen archäologischen Funde aus der Zeit zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert n. Chr. falsch datiert seien. So haben Heribert Illig und Gerhard Anwander in einer Studie aus dem Jahre 2002 versucht, an der Archäologie in Bayern beispielhaft ihre These zu belegen, dass archäologische Funde mehr anhand von Urkunden zugeordnet wurden als nach rein archäologischen Maßstäben, dass viele Datierungen selbst unter Archäologen umstritten sind und die archäologischen Funde, die zwischen 614 bis 911 eingeordnet wurden, allesamt vorher bzw. nachher einordbar sind. Beide Autoren sprechen daher nicht bloß von einer „Fundarmut“, sondern gar von einer „Fundleere“ für Bayern.[4]

In diesem Zusammenhang werden auch die Radiokarbonmethode und die Dendrochronologie zur Datierung in Frage gestellt, weil sie sich auf jene Urkundendaten stützten, die im Sinne der oben ausgeführten Urkundenkritik als nicht gesichert angenommen werden. Die Kalibrierung von Radiokarbonmethode und die Dendrochronologie sei demnach weit weniger genau als allgemein angenommen. Der Vergleich von Baumringfolgen (Dendrochronologie) liefere nämlich nur eine Anzahl vergangener Jahre, also ein zur Gegenwart relatives Alter. Damit werde aber die bestehende Chronologie bereits vorausgesetzt. Illig und Niemitz sprechen daher vom „C14-Crash“[5].

Die Münzen des Frühmittelalters wiederum sind – sofern keine anderen Datierungsmöglichkeiten aus dem Fundzusammenhang möglich waren – meist über die abgebildeten Herrscher datiert worden. Diese seien nur aus den Schriften (s. o.) bekannt. So könnten die Carolus-Münzen der Karolingerzeit laut Gunnar Heinsohn alle auf Karl den Einfältigen zurückgeführt werden, die karolingische Münzreform auf Pippin den Älteren.

Den geschichtswissenschaftlichen Publikationen kann dagegen entnommen werden, dass zur fraglichen Epoche eine große Zahl von archäologischen Funden vorhanden sind. In diversen Museen sind einige davon für die Öffentlichkeit zugänglich. Auch die von Heribert Illig geleugneten archäologischen Schichten zur Karolingerzeit lassen sich an verschiedenen Stelle - etwa in Paderborn - eindeutig nachweisen. [6] In Hinsicht auf die von Heribert Illig behauptete Fundarmut wird weiter auf eine der für die wissenschaftliche Historiographie gültigen Prämissen verwiesen, die besagt, dass jegliche Überlieferung - egal ob dinglich oder schriftlich - zufällig erfolgt und keinen statistischen Vorgaben oder Gesetzmäßigkeiten unterliegt[7]. Demnach ist es aus der Sicht der Wissenschaft nicht zulässig, aus der Häufigkeit bestimmter Funde oder Überreste einen Rückschluss auf die Authentizität schriftlich überlieferter Gegenstände, Ereignisse oder Personen zu ziehen.[8] Auch die Kritik an der Dendrochronologie ist zurück zu weisen. Bis heute wurden mehrere aussagekräftige Baumringreihen z. Bsp. für Eichenholz unabhängig voneinander zusammengestellt, die zuverlässige Datierungen bis weit in die Vorgeschichte ermöglichen.[9]. Die grundsätzliche Kritik an der Radiokarbonmethode wird ebenfalls zurückgewiesen, da z. B. durch große Vulkanausbrüche ein weltweiter Abgleich, auch mit den Eisbohrkernen möglich ist. Siehe dazu: Radiokohlenstoffdatierung.

Architekturgeschichte

Illig behauptet, es gäbe mit der jetzigen Chronologie in der Baukunst Entwicklungssprünge bzw. verzögerte Entwicklungen, während sich ohne die fraglichen drei Jahrhunderte ein lückenlos fließender Übergang zwischen dem 7. und 10. Jahrhundert ergebe. Illigs Hauptbezugspunkt ist dabei die Aachener Pfalzkapelle, anhand derer er mehrere Anachronismen nachzuweisen versucht. Auch die heute noch erhaltenen Reste von Pfalzen (wie z.B. die Ingelheimer Kaiserpfalz) und Kirchen (wie z. B. im Kölner Dom) seien geschichtlich falsch kategorisiert. Ebenso sei es mit Bauwerken in anderen Ländern, beispielsweise der ehemaligen Moschee von Córdoba.

Allerdings sind zahlreiche Bauten des fraglichen Zeitraumes dokumentiert und auf verschiedene Weise datiert, z.B. durch Inschriften, Urkunden, Stratigraphie und naturwissenschaftliche Altersbestimmungen. Gegner der Theorie vom Erfundenen Mittelalter werfen Illig außerdem vor, er behaupte Entwicklungssprünge, die es tatsächlich nicht gebe, und sie weisen darauf hin, dass sich die von Illig in Zweifel gezogenen Bauten nicht schlüssig in andere Epochen datieren ließen[10].

Astronomie

Die Astronomiekritik gehört nicht zu den Ursprungs- und Kernelementen der Theorie Illigs. Da jedoch vor allem mit astronomischen Argumenten versucht wurde, die Theorie Illigs zu widerlegen, hat er in seinen Erwiderungen vor allem darauf verwiesen, dass die Theorie vom Erfundenen Mittelalter durch astronomische Rückrechnungen nicht streng widerlegbar sei, weil diese für den betreffenden Zeitraum auf zu unsicheren Quellen beruhten.

Illig beruft sich dabei auf die Aussage des Astronomen Dieter B. Herrmann(wogegen dieser sich verwahrt), dass es zwar Belege in Form astronomischer Beobachtungen gegen Illig gäbe (z. B. die beiden Finsternisse, von denen Hydatius von Eremitia für denselben Ort und aus derselben Quelle mit einem zeitlichen Abstand von 29,43 Jahren berichtet, die nur mit extrem geringer Wahrscheinlichkeit ein weiteres Mal in genau diesem Abstand aufgetreten sein können), dass aber ein unanfechtbarer Beweis gegen Illigs These „allein anhand von historischen Sonnenfinsternissen wohl nicht geführt werden“ könne. „Dazu wäre es erforderlich, dass die Echtheit der jeweiligen Quelle, ihre fehlerfreie Überlieferung, die Gewissheit ihrer Zuverlässigkeit, eine eindeutig zuzuordnende Beschreibung des Ereignisses sowie dessen konkretes Datum anhand von Verknüpfungen mit anderen geschichtlichen Ereignissen gegeben wären. Bietet nur eines dieser Kriterien bezüglich einer Finsternis Anlass zu Zweifeln, kann die These von der Phantomzeit im strengen Sinn nicht als widerlegt gelten.“ [11] Gegen die Berichte des Bischofs Hydatius führt Illig ins Feld, dass dieser Bischof bei den Papstdaten seiner Zeit um bis zu 7 Jahre irre, dessen Sonnenfinsternisse jedoch „taggenau“ berichtet sein sollen.

Weiter beruft sich Illig in seiner Astronomiekritik auf Beobachtungen von Robert Russell Newton, der zum einen Ptolemäus' Almagest als Quelle kritisch gegenübersteht[12], zum anderen die mittelalterlichen Finsternisberichte ausgewertet habe, um der Erddrehungsbeschleunigung auf die Spur zu kommen. Die dabei entstehende Grafik[13] zeigt den Beschleunigungsparameter D’’ (in Sekunden je Jahrhundert) im Zeitraum zwischen -700 und +2000. Anstelle einer durchgehenden 'Gerade' wie zwischen -700 und +600 und dann wieder zwischen 1300 und 2000 zeige sich zwischen 600 und 1300 ein Bremsen, das „durch gegenwärtige geophysikalische Theorien nicht erklärbar“ sei[13]. Während bislang über Änderungen im Magnetfeld der Erde, Veränderungen ihres mittleren Radius und selbst Massenverlagerungen innerhalb der Erde als Ursachen diskutiert würde, liefere die Phantomzeittheorie eine zwanglose Erklärung. Allerdings hält Illig die Auswertung von prämodernen Finsternisberichten in dieser Studie für zulässig und aussagekräftig.

In ähnlicher Weise verweist F. R. Stephenson auf eine Untersuchung durch den Astronom Robert Russell Newton, der zufolge für die Spätantike praktisch keine exakt rückrechenbaren Finsternisberichte existieren [14]. Um Übereinstimmung der Rückrechnung mit der von Theon von Alexandria berichteten Sonnenfinsternis zu erreichen, musste Stephenson eine empirische Korrektur des zeitlichen Verlaufs der Erdrotationsverzögerung vornehmen [15].

Illig spricht nach seiner „Rückweisung“ von Franz Krojers „Präzision der Präzession“[16] zusammenfassend vom „Scheitern der Archäoastronomie“. Dabei wird nicht in Frage gestellt, dass astronomische Ereignisse exakt berechenbar seien, sondern lediglich, dass zur exakten Zuordnung zu schriftlich überlieferten Ereignissen notwendige Daten fehlten. So hätte man zum Beispiel bei der häufig als Argument der Gegner angeführten Sonnenfinsternis, die der Philosoph Thales aufzeichnete, zur Einordnung nicht die exakten Lebensdaten des Beobachters. So komme Thales erst durch die exakte Rekalkulation einer Sonnenfinsternis, die zu den unbekannten Lebensdaten passen könnte, selber zu einem Datum. Hier werde kein anderweitig gesichertes Datum durch die Astronomie bestätigt, es werde vielmehr eines, das ansonsten nur grob einzuordnen wäre, erst dadurch genau fixiert. Außerdem habe eine genauere Rückrechnung ergeben, dass der Mondschatten die Küste Kleinasiens erst nach Sonnenuntergang erreicht haben kann, so dass die Überlieferung zudem fragwürdig erscheint (insbesondere bzgl. der Beeinflussung der Schlacht zwischen Lydern und Medern) (vgl. Simon Newcomb).

Gegner werfen den Phantomzeit-Autoren vor, keine exakte Korrelation ihrer neuen Zeitrechnung mit den alten Überlieferungen (z. B. Mondfinsternissen) zu liefern. Sie weisen darauf hin, dass die Menschheit sich seit drei Jahrtausenden mit der Beobachtung und Dokumentation von Sonnen- und Mondfinsternissen beschäftige. Diese ereignen sich sichtbar und regelmäßig auf der gesamten Erdkugel; ihr genauer Erscheinungsort und der Zeitraum zwischen zwei Ereignissen ist aber quasi zufällig auf dem Globus verteilt. Schon die Entfernung von 10 bis 15 Minuten aus der Weltgeschichte würde daher zu Widersprüchen historischer Beobachtungen führen.

Historische Geographie

Des Weiteren verweist Illig auf die Grenzverläufe der Herrschaftsstrukturen am Anfang und am Ende der „Phantomzeit“, die kaum Veränderungen aufweisen. Dies sei angesichts der großen Zahl der angeblich im Frühmittelalter geführten Kriege überraschend. So gäbe es Gemeinsamkeiten zwischen dem Frankenreich des 6./7. Jahrhunderts und dem Frankenreich des 9./10. Jahrhunderts. Auch hätten schon die Merowinger in Paris die Macht an lokale Grafen abgeben müssen. Rund 3 Jahrhunderte später wird der Graf von Paris König. Und selbst als dann Karl der Große König wird, kann er die Pariser Königsgüter nicht für sich gewinnen. An diesen Jahrhundertwenden sei jeweils die römische Verwaltung germanisiert worden, seien jeweils die rechtsrheinischen Stämme aufständisch gewesen und habe sich jeweils ein mächtiger Arnulf aus dem Osten eingemischt. Umgekehrt sind jeweils die Franken in Böhmen stark. Gegen 613 kommt es kurzfristig zur Einheit von Ost- und Westfranken. Das gleiche passiert gegen 911. Dabei ist jeweils Lothringen zwischen Ost und West umkämpft.

Beispielsweise erleidet der junge Theudebert II. (Thiudi = König) 611 eine vernichtende Niederlage gegen die Awaren, 910 Ludwig das Kind (Ludwig = Der Erhabene; hluth = berühmt, weiha = geweiht) gegen die Ungarn. Für Widukind von Corvey, einen der zuverlässigsten Zeitzeugen des 10. Jh., waren Ungarn und Awaren identisch: „Avares quos modo Ungarios vocamos“, „Ungarii qui et Avares dicuntur“. [17]

Allgemeine Geschichtskritik

Die allgemeine Geschichtskritik hat zwei Schwerpunkte:

Kritik an der Geschichtsschreibung vor dem Jahr 1000: Einige Geschichtswerke seien zu früh datiert, andere seien fehlerhaft oder nachträglich manipuliert worden. Ferner habe die AD-Jahreszählung nicht vor dem Jahr 1200 begonnen und sei zunächst äußerst fehlerhaft gewesen, so dass sie keine glaubhaften Aufschlüsse über die Zeit vor der Jahrtausendwende geben könne. Weiter verweist Illig darauf, dass die vermutete Geschichtslücke nur dort entstehen kann, wo ein direkter oder indirekter Bezug zur Geschichtsschreibung ihrer europäischen Initiatoren besteht. Zudem müsse diese Lücke von 297 Jahren in anderen Geschichtsschreibung nicht zwangsläufig zwischen 614 und 911 existieren, auch wenn dort am ehesten zu suchen sei.

Kritik an der modernen Geschichtswissenschaft: Es wird bemängelt, dass die Geschichtswissenschaft an der konventionellen Chronologie festhalte, obwohl diese eine größere Zahl an Hypothesen erfordere, als die neue Chronologie, um den Verlauf von rekonstruierten Variablen zu erklären, die das Frühmittelalter überspannen. Als Beispiele solcher Variablen werden genannt:

  • die archäologische Fundhäufigkeit
  • die auflaufende Abweichung des julianischen Kalenders
  • die Korrelation zwischen Eichenwuchs und Radiocarbonmethode
  • die Entwicklung der Schriftlichkeit, des Handels, des Bauwesens usw.

Dies verstieße gegen das Sparsamkeitsprinzip in der Wissenschaft. Den Vertretern der Geschichtswissenschaft wird daher vorgeworfen, sich der Überprüfung ihrer bisherigen Methoden, Voraussetzungen und Ergebnisse zu entziehen.

Die Fachwissenschaftler begegnen dieser Kritik mit dem Hinweis darauf, dass geschichtswissenschaftliche Erkenntnis immer nur auf dem Weg der Synthese und Interpretation der Quellen und Überreste erfolgen kann. Da die Überlieferung aber lückenhaft ist, können nicht alle Fragen eindeutig beantwortet werden. Unschärfen und Widersprüche liegen daher in der Natur der Geschichtswissenschaft und begründen als solche keine radikalen Umdeutungen, so wie Heribert Illig sie vorschlägt. Außerdem können Heribert Illig methodische Unzulänglichkeiten in seiner Arbeitsweise nachgewiesen werden.[18]

Chronologie der Veröffentlichung

  • Januar 1991: Unter dem Titel „Die christliche Zeitrechnung ist zu lang“ erscheint in der Zeitschrift „Vorzeit-Frühzeit-Gegenwart“ der erste Aufsatz Illigs zur Theorie vom Erfundenen Mittelalter.
  • September 1992: Das erste Buch Illigs zum Thema erscheint unter dem Titel „Karl der Fiktive, genannt Karl der Große“
  • 1992/1993: Mit zwei Beiträgen in „Vorzeit-Frühzeit-Gegenwart“ schließt sich Hans-Ulrich Niemitz Illig an und führt den Begriff „frühmittelalterliche Phantomzeit“ ein.
  • 31. August 1993: Dietrich Lohrmann stellt sich den Fragen der Journalistin Maria Enders zu Illigs Theorie in der Aachener Volkszeitung unter dem Titel „Ein neuer Däniken?“. Illig spricht danach von Polemik und „Aachener Verbal-Ausrutschern“.
  • Februar 1994: Die zweite Buchfassung kommt unter dem Titel „Hat Karl der Große je gelebt? Bauten, Funde und Schriften im Widerstreit“ heraus (Band 1 der Reihe Fiktion Dunkles Mittelalter).
  • 11. September 1995: Marion Wigand schreibt in der Tageszeitung (taz) eine Rezension unter dem Titel „300 Jahre erstunken und erlogen“.
  • Oktober 1995: Mit seiner Dankesrede für den Preis des Historischen Kollegs macht Johannes Fried die These Illigs erstmals in der Fachwelt publik. Fried sieht „konstruktiven Phantasie“ vs. Illig'scher „destruktiver Phantasie“. Gerd Althoff spricht sich in einer nachfolgenden Diskussion sowohl gegen das eine als auch gegen das andere aus.
  • Januar 1996: Illig verteidigt sich in einer Rundfunkdiskussion gegen Rudolf Schieffer und Friedrich Prinz
  • September 1996: Es erscheint die dritte Buchfassung unter dem Titel „Das erfundene Mittelalter. Die größte Zeitfälschung der Geschichte“
  • 19. Februar 1997: Fernsehfilm „300 Jahre erstunken und erlogen?“ für den MDR von Klaus Simmering. Darin geben unter anderem Werner Bergmann, Rudolf Schieffer, Wolfhard Schlosser Statements gegen und Christian Blöss, Gunnar Heinsohn sowie Hans-Ulrich Niemitz für Illigs Thesen ab.
  • 26. September 1997: Richard Herzinger schreibt in Die Zeit den Artikel „Das Millennium wird verrückt“. Illig weist den Artikel als diffamierend zurück.
  • Herbst 1997: Das Heft 4 der Zeitschrift Ethik und Sozialwissenschaften bietet Illig, einigen Gegnern (Gerd Althoff, Werner Bergmann, Michael Borgolte, Helmut Flachenecker, Theo Kölzer, Dietrich Lohrmann, Jan van der Meulen, Wolfhard Schlosser) sowie Gunnar Heinsohn als Befürworter ein „Streitforum“. Illig bekommt die Gelegenheit, noch im Heft selbst eine Replik zu schreiben.
  • Oktober 1997: Auch die Zeitschrift „Geschichte in Wissenschaft und Unterricht“ des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands setzt sich mit Illigs These auseinander, darin schreiben Hartmut Boockmann das Editorial und Rudolf Schieffer eine Rezension zu Illigs Buch.
  • 1997: Christian Blöss und Hans-Ulrich Niemitz heizen die Diskussion mit ihrem Buch „C 14-Crash. Das Ende der Illusion, mit Radiokarbonmethode und Dendrochronologie datieren zu können“[5] an.
  • 26. November 1997: Eine halbstündige Sendung des Südwestfunks Baden-Baden unter dem Titel „Karl der Gefälschte oder Der große Zeitenschwindel“ gibt Stefan Weinfurter, Andreas Kalckhoff, Ludwig Wamser Gelegenheit zu Statements.
  • Frühjahr 1998: Illig schreibt für das Heft 1 der Zeitensprünge eine erweiterte Zusammenfassung und Stellungnahme zur Diskussion.
  • 1998 Es erscheint eine aktualisierte Auflage von „Das erfundene Mittelalter“.
  • 1999 Die Studie von Alfred Tamerl zu Hrotsvith von Gandersheim kommt als Band 2 der Reihe „Fiktion Dunkles Mittelalter“ heraus.
  • 1999 Illig ergänzt unter dem Titel „Wer hat an der Uhr gedreht? Wie 300 Jahre Geschichte erfunden wurden“ (Band 3 der Reihe „Fiktion Dunkles Mittelalter“) seine Theorie.
  • 1999 Uwe Topper schreibt unter dem Titel „Erfundene Geschichte“ über das Erfundene Mittelalter, das er im Blick auf die Geschichte des Islam ausweitet. In der Folgezeit zerstreitet er sich mit Illig wegen Plagiatsvorwürfen.
  • 2000 Franz Krojer nimmt in den Acta Historica Astronomiae Stellung gegen Illig.
  • 2000 Auftritt Illigs im Museum für Angewandte Kunst in Köln am 12. April 2000, dabei Auseinandersetzung mit Sven Schütte.
  • 2002 Gemeinsam mit Gerhard Anwander schreibt Illig eine zweiteilige systematische Studie zu „Bayern und die Phantomzeit“ (Band 4 und 5 der Reihe „Fiktion Dunkles Mittelalter“)
  • 2002 Franz Siepe schreibt ein Buch über „Fragen der Marienverehrung“ (Band 6 der Reihe „Fiktion Dunkles Mittelalter“)
  • 2003 Franz Krojer fasst seine Kritik unter dem Titel „Die Präzision der Präzession“[16] zusammen, die noch im gleichen Jahr von Heribert Illig (Rückweisung der bislang gewichtigsten Kritik an der Phantomzeitthese), außerdem von Gunnar Heinsohn und Jan Beaufort, in der Zeitschrift Zeitensprünge beantwortet wird.
  • 2003 Hans Constantin Faußner versucht in mehreren Bänden zu belegen, dass alle (Schenkungs-/Besitz-)Urkunden von vor dem Wormser Konkordat gefälscht sind, insbesondere auch die Königsurkunden von „Wibald von Stablo“.[19] Dabei äußert er sich nicht direkt zu Illigs Theorie, aber seine Studien werden von den Befürwortern dankbar als Beleg für ihre Urkundenkritik aufgenommen. Rudolf Schieffer verreißt das Buch als „Schelmenroman“ und 2005 folgen negative Rezensionen von Jürgen Römer und Martina Hartmann. Sie rücken das Buch in die Nähe Illigs. Faußner ist ein erklärter Gegner der Illigschen These.

Romane

Inzwischen schlägt sich Illigs These auch in einigen historischen Romanen nieder. 2005 etwa ließ Kathrin Lange in „Jägerin der Zeit“ (Kindler) eine kirchliche Geheimorganisation zur Zeit von Otto III. die 300 Jahre fälschen, um eine Reliquienfälschung zu verdecken und Werner ThielsSchwert aus Pergament“ (erschienen in Illigs „Mantis“-Verlag) beschäftigt sich mit der „Erfindung“ des Bischofs Liudger, der 805 das Bistum Münster gründete. Auch Richard DübellsDer Jahrtausendkaiser“ nimmt die These der erfundenen Jahrhunderte auf.

Siehe auch

Quellen und Anmerkungen

  1. Text der Inter Gravissimas mit deutscher Übersetzung
  2. Arno Borst: Die karolingische Kalenderreform (1998)
  3. Heribert Illig: Wer hat an der Uhr gedreht?, Wie 300 Jahre Mittelalter erfunden wurden, München 2001, S. 234
  4. Heribert Illig, Gerhard Anwander: Bayern und die Phantomzeit. Archäologie widerlegt Urkunden des frühen Mittelalters; eine systematische Studie. Mantis-Verlag, Gräfelfing 2000, ISBN 3-928852-21-3 (2 Bde.)
  5. . a b Christian Blöss, Hans-Ulrich Niemitz: C14-Crash. Das Ende der Illusion, mit Radiokarbonmethode und Dendochronologie datieren zu können. ITW-Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-934378-52-8 (online-Version als pdf-Datei)
  6. Amalie Fößel: Karl der Fiktive?, in: Damals, Magazin für Geschichte und Kultur, 8/99, S. 20f.
  7. Alfred Haverkamp: Perspektiven deutscher Geschichte während des Mittelalters, in: Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 1, S. 113; A. Esch: Überlieferungs-Chance und Überlieferungs-Zufall als methodisches Problem des Historikers, in: HZ 240, 1985, S. 529-570
  8. Max Kerner: Karl der Große, Ein Mythos wird entschlüsselt, Düsseldorf 2004, S. 13 (dort auch weitere Belege)
  9. dazu siehe z.Bsp.:Sabine Leih: Neue Holzfunde aus dem Hafen der Colonia Ulpia Traiana,in: Landschaftsverband Rheinland (Hg.), Tatort CUT, Die Spur führt nach Xanten,Köln 1995, S. 18ff
  10. Matthias Müller-Götz: Illigs 24 Anachronismen der Aachener Pfalzkapelle – eine kritische Zurückweisung. (online)
  11. Dieter Herrmann: Nochmals: Gab es eine Phantomzeit in unserer Geschichte? in: Beiträge zur Astronomiegeschichte 3, 2000, S. 211-214.
  12. Robert Russell Newton: The Crime of Claudius Ptolemy, Baltimore/London 1977
  13. . a b Robert R. Newton: Two uses of ancient astronomy in F. R. Hodson (Hrsg.): The Place of Astronomy In The Ancient World. A Joint Symposium of the Royal Society and the Britisch Academy in Philosophical Transactions of the Royal Society, Vol. 276, S. 109
  14. Robert R. Newton: Ancient astronomical observations and the acceleration of Earth and Moon, Baltimore (1970)
  15. F. R. Stephenson: Historical Eclipses and Earth's Rotation; Cambridge University Press, 1997
  16. . a b Franz Krojer: Die Präzision der Präzession. Illigs mittelalterliche Phantomzeit aus astronomischer Sicht. Differenz-Verlag, München 2003, ISBN 3-00-009853-4
  17. MGH: Hirsch, Paul: „Die Sachsengeschichte des Widukind von Korvei“, Hannover 1935, http://www.dmgh.de
  18. Max Kerner: Karl der Große, Ein Mythos wird entschleiert, Düsseldorf 2004, S. 13; Amelie Fössel, Karl der Fiktive?, in: Damals, Magazin für Geschichte und Kultur, 8/99, S. 20f.; Rudolf Schieffer: Ein Mittelalter ohne Karl den Großen, oder: Die Antworten sind jetzt einfach, in: GWU, 48/1997, S.612-616
  19. Hans C. Faußner: Wibald von Stablo. Seine Königsurkunden und ihre Eschatokollvorlagen aus rechtshistorischer Sicht. Olms-Weidmann, Hildesheim 2003
    Band 1. Einführung in die Problematik, ISBN 3-487-11813-0
    Band 2. Die Urkunden für französische, burgundische und deutsche Empfänger nach ihren Ausstellern, ISBN 3-487-11814-9
    Band 3. Die Urkunden für Empfänger in Frankreich, Burgund und im Deutschen Reich, ISBN 3-487-11815-7
    Band 4. Die Urkunden für italienische Empfänger, ISBN 3-487-11816-5

Literatur

  • Heribert Illig, Gerhard Anwander: Bayern und die Phantomzeit. Archäologie widerlegt Urkunden des frühen Mittelalters; eine systematische Studie. Mantis-Verlag, Gräfelfing 2000, ISBN 3-928852-21-3 (2 Bde.)
  • Heribert Illig: Das erfundene Mittelalter. Die größte Zeitfälschung der Geschichte. Ullstein, Berlin 2005, ISBN 3-548-36429-2
  • Heribert Illig: Wer hat an der Uhr gedreht? Wie 300 Jahre Geschichte erfunden wurden. Econ-Verlag, München 2001, ISBN 3-548-75064-8
  • Heribert Illig: Zum städtischen Zeitverlust im frühen Mittelalter, in: Katzinger, Willibald (Hrsg.) Zeitbegriff, Zeitmessung und Zeitverständnis im städtischen Kontext, Linz 2002
  • Stephan Matthiesen: Wurde das Mittelalter erfunden?, in: Skeptiker, 2/2001
  • Diethard Sawicki: Lügenkeiser Karl der Große?, Ein kritischer Blick auf Heribert Illigs These vom erfundenen Mittelalter, in: Bendikowski, Tilmann u.a., Geschichtslügen. Vom Lügen und Fälschen im Umgang mit der Vergangenheit, Münster 2001
  • Rudolf Schieffer: Ein Mittelalter ohne Karl den Großen, oder: Die Antworten sind jetzt einfach, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht (GWU), 48/1997
  • Uwe Topper: Erfundene Geschichte. Unsere Zeitrechnung ist falsch; leben wir im Jahr 1702?. Herbig, München 2002, ISBN 3-7766-2085-4
  • Klaus Weissgerber: Ungarns wirkliche Frühgeschichte. Árpád eroberte schon 600 das Karpatenbecken. Mantis-Verlag, Gräfelfing 2003, ISBN 3-928852-24-8

Weblinks

  • Walter Klier „Über Phantomzeiten“ in taz, Nr. 5749 vom 30.1.1999, Seite 13 »Kultur« (online)

Von Befürwortern der Theorie

Von Gegnern der Theorie

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