Pfeilwurz

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Pfeilwurz
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Maranta arundinacea var. variegatum, panaschiert-blättrige Sorte.
Systematik
Abteilung: Bedecktsamer (Magnoliophyta)
Klasse: Einkeimblättrige (Liliopsida)
Klasse: Commelinaähnliche (Commelinidae)
Ordnung: Ingwerartige (Zingiberales)
Familie: Pfeilwurzgewächse (Marantaceae)
Gattung: Pfeilwurz
Wissenschaftlicher Name
Maranta
L.

Die Gattung der Pfeilwurze (Maranta) gehört zur Familie der Pfeilwurzgewächse (Marantaceae). Sie umfasst ca. 23 Arten, die alle im tropischen Amerika (hier vor allem Brasilien) vorkommen. Maranta arundinacea ist die einzige Vertreterin der Gattung, die als Nutzpflanze bekannt ist. Andere Vertreter wie z. B. Maranta leuconeura sind als buntlaubige Zierpflanzen bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Botanischer Name

Die Gattung Maranta ist nach dem im 16.Jahrhundert lebenden italienischen Botaniker, Arzt und Schriftsteller Bartolomeo Maranta benannt. Sie wurde erstmals 1753 von Carl von Linné beschrieben. Sie umfasst 23 Arten. Die Ableitung des deutschen Gattungsnamen „Pfeilwurz“ soll auf die Eignung von Inhaltsstoffen der Pflanzenwurzel als Gegenmittel gegen das von Indios eingesetzte Pfeilgift zurückgehen [1].

Verbreitung

Die Pfeilwurzarten kommen vor allem in dem Florenreich der Neotropis (feuchtwarme Tropen Süd- und Mittelamerikas) vor. Deutlicher Schwerpunkt der Verbreitung sind die tropischen Regenwäler Brasiliens in Südostamerika.

Die Nutzpflanze Maranta arundinacea ist zudem in Florida beheimatet, wird aber hauptsächlich auf den Westindischen Inseln (Jamaika und St. Vincent), in Australien, Südostasien und Südafrika kultiviert. Wichtige Anbauländer sind auch Brasilien und Thailand. Maranta leuconeura ist in mehreren Varietäten in Europa als Zierpflanzen bekannt.

Botanische Beschreibung

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Blätter und Blütenstände von Maranta leuconeura

Pfeilwurze sind aufrecht bis niederliegend wachsende, krautige aber ausdauernde Pflanzen (Stauden). Sie besitzen wie andere Vertreter der Pfeilwurzgewächse ein Rhizom. Dieses kann bei der Nutzpflanze Maranta arundinacea bis zu 23 % Stärke enthalten.

Die auffälligen Blätter können in Grün-, Braun- und Rottönen gefärbt sein und weisen z. B. bei Maranta leuconeura zusätzlich eine deutliche hervortretende rote Aderung der Blätter auf. Die bis zu 12 cm langen glattrandigen Blätter sind oval, an der Oberfläche behaart und anfangs eingerollt. Die Blätter sind gegliedert in Blattstiel und Blattspreite. Sie entspringen alle der Basis der Pflanze. Die Blattstiele weisen am Spreitenansatz ein Gelenkpolster auf. Diese spezielle Vorrichtung entspricht der Anpassung der Pfeilwurze an ihren natürlichen Standort, dem lichtarmen Unterholz im tropischen Regenwald. Es ermöglicht die optimale Ausrichtung der Blattspreite an das einfallende Licht während des Tagesverlaufes.

Die endständigen Blütenstände enthalten zur Blütezeit (April bis Mai bei Maranta leuconeura) nur je zwei Blüten. Die Blüten sind zygomorph und dreizählig. Ein Teil der Staubblätter ist unfruchtbar, die Blüten weisen deshalb jeweils zwei Staminodien auf. Diese sind auffällig blumenblattartig ausgebildet. Der Fruchtknoten ist unterständig, einfächrig und enthält jeweils nur einen Samen.

Systematik

Die Pfeilwurze sind die namensgebende Gattung für die Familie der Pfeilwurzgewächse (veraltet auch Marantengewächse, Marantaceae). Diese Familie umfasst 31 Gattungen mit 550 Arten. Bekannte verwandte Gattungen sind die vor allem als Zierpflanzen verbreiteten Korbmaranten (Calathea) mit ca. 300 Arten, die Ctenanthen (Ctenanthe) und die Stromanthen (Stromanthe).

Die systematische Einteilung einzelner Arten in die verschiedenen Gattungen der Familie ist teilweise nicht abschließend geklärt oder unklar. Es kann daher in der wissenschaftlichen Literatur zu Mehrfachnennungen von Arten bei verschiedenen Gattungen kommen, so z.B. bei Maranta sanderiana die auch gleichberechtigt als Calathea sanderiana beschrieben wird.

Folgende Arten sind bei der Gattung Maranta bekannt [2]:

  • M. albulineta
  • M. amazonica L. Andersson
  • M. amplifolia K.Schum.
  • M. arundinacea L. in verschieden Sorten und Formen
  • M. bela
  • M. bicolor Ker Gawl.
  • M. bracteosa Petersen
  • M. burchelli K.Schum.
  • M. clavata Vell.
  • M. cordata Körn.
  • M. cyclophylla K.Schum.
  • M. disticha Buc'hoz
  • M. eburnea Linden & Andre
  • M. friedrichsthaliana Körn.
  • M. gibba Sm.
  • M. hieroglyphica Linden & Andre
  • M. humilis Aubl.
  • M. incrassata L.Andersson
  • M. laxa (Poepp. & Endl.) D.Dietr.
  • M. leuconeura E.Morren in verschiedenen Sorten
  • M. lindmanii L.Andersson
  • M. linearis L.Andersson
  • M. longipes K.Schum.
  • M. longiscapa S.Moore
  • M. lucianii Linden
  • M. makoyana
  • M. noctiflora Regel & Körn.
  • M. orbiculata Körn.
  • M. orbisulata K.Schum.
  • M. parviflora Petersen
  • M. phrynioides Körn.
  • M. pleiostachys K.Schum.
  • M. pluriflora (Petersen) K.Schum.
  • M. pohliana Körn.
  • M. pycnostachys K.Schum.
  • M. ruiziana Körn.
  • M. rupicola L.Andersson
  • M. sanderiana Sander
  • M. sobolifera L.Andersson
  • M. tuberculata L.Andersson
  • M. unilateralis (Poepp. & Endl.) D.Dietr.
  • M. virgata (Roxb.) Wight
  • M. zingiberina L.Andersson

Bekannte Vertreter

Ein bekannter Vertreter der Familie ist die Nutzpflanze Maranta arundinacea. Sie wird in unterschiedlichen Ländern der tropischen Breiten zur Gewinnung von Stärkemehl aus ihren Wurzeln kommerziell angebaut.

Als buntlaubige Zierpflanze ist vor allem Maranta leuconeura bekannt. Diese sehr anspruchsvolle Warmhauspflanze wurde bereits im 19. Jahrhundert eingeführt früher oft in Blumenfenstern kultiviert. Die gartenbauliche Züchtung brachte drei, heute noch bedeutende Ziersorten hervor:

  • 'Erythroneura': Smaragdgrüne Blätter, weiße und dunkelgrüne Flecken, auffallend rot gefärbte Blattseitenadern, Unterseite blaugrün
  • 'Kerchoveana': Blätter groß, smaragdgrün, Unterseite blaugrün, rot gefleckt
  • 'Massangeana': Blätter klein, braun gefleckt, Unterseite rot gefärbt.
  • 'Fascinator': Hellgrünes Laub mit dunkelgrünen Flecken und auffallend rot gefärbten Blattadern.

Ebenfalls als Zierpflanze verwendet aber weniger bekannt ist die Art Maranata bicolor.

Anmerkungen

  1. . Angabe nach Meyers Konversationslexikon von 1888
  2. . Tropicos: Species and subspecific taxa of Maranta (Datenbankabfrage 02.01.2007)

Literatur

  • Alfred Byrd Graf:Tropica - Color Cyclopedia of Exotic Plants and Trees. Roehrs Company, New Jersey 1981 (second edition), ISBN 0-911266-16-x
  • Fritz Encke: Kalt- und Warmhauspflanzen. 2. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 1987, ISBN 3-8001-6191-5
  • Fritz Enke (Hrsg.): Pareys Blumengärtnerei. Beschreibung, Kultur und Verwendung der gesamten gärtnerischen Schmuckpflanzen. 2. Auflage Band 1. Verlag Paul Parey, Berlin 1958

Weblinks

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Wikipedia
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