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Peyote

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel erläutert den Kaktus Peyote; für das gleichnamige Musikprojekt, siehe Peyote (Jam El Mar).
Peyote
Bild:LophophoraWilliamsii.jpg
Peyote (Lophophora williamsii)
Systematik

Klasse: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige
(Rosopsida)
Unterklasse: Nelkenähnliche (Caryophyllidae)
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Kakteengewächse (Cactaceae)
Unterfamilie: Eigentliche Kakteen (Cactoideae)
Gattung: Lophophora
Art: Lophophora williamsii
Wissenschaftlicher Name
Lophophora williamsii
(Lem. ex Salm-Dyck) Coult.

Peyote (Lophophora williamsii), von Nahuatl "peyotl", bezeichnet eine Art der Kakteen (Cactaceae).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Es sind relativ kleine, rübenförmige und dornenlose Pflanzen, die ursprünglich in Mexiko heimisch waren. Der aus der Erde stehende Kopfteil des Kaktus enthält neben Dutzenden anderer, nicht psychotropen Alkaloiden die psychoaktive und als Droge bekannte Substanz Meskalin. Die wirksame Dosis für Meskalin beträgt zwischen 0,3 und 0,5 g (entspricht ungefähr 25 g des getrockneten Peyote) und hält je nach Dosis 6 bis 12 Stunden an.

Bild:Williamsii.JPG
Lophophora williamsii in der Blüte
Bild:Peyote Cactus.jpg
Peyote-Kakteen

Die höheren Konzentrationen der Alkaloide werden aber erst in den älteren Kakteen erreicht, da der Kaktus 20 bis 30 Jahre braucht, um richtig auszuwachsen. Dann erreicht er einen Durchmesser von 10 bis 12 cm. Die Art ist wie alle Kakteen geschützt, es besteht ein Einfuhr- und Handelsverbot (CITES). In Deutschland ist der Peyote auch bekannt unter dem Namen "Schnapskopf".

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Geschichte

Bild:Peyote2.jpg
Lophophora williamsii

Bereits mittelamerikanische Grabfiguren aus der Zeit um 200 vor unserer Zeitrechnung beweisen die Verwendung des psychotropen Kaktus in der "amerikanischen Antike". Der Peyote spielte schon vor der Eroberung Mexikos durch die Spanier eine Rolle im Kult der mexikanischen Einwohner, da bereits Fray Bernardino de Sahagún in seinem Geschichtswerk davon berichtet. In Mexiko durch den Einfluss der christlichen Missionare allmählich durch den Agavenschnaps Tequila ersetzt, spielte er Anfang des 20. Jahrhunderts dort nur noch bei den Huicholes und den Tarahumara eine Rolle, doch fand ein um den Genuss von Peyote kreisender Ritus interessanterweise ab 1870 bei den Indianerstämmen Nordamerikas, die den Peyote bis dahin nicht gekannt hatten, weite Verbreitung. Die 1914 gegründete Native American Church stellt trotz Verboten in vielen US-Bundesstaaten das Peyote-Ritual in den Mittelpunkt ihrer Identität. Inzwischen wurde für die religiöse Gruppe eine Sonderregel festgelegt, die es den Gläubigen erlaubt, den Kaktus, wie auch das darin enthaltene Meskalin, zu besitzen und zu konsumieren.

Berühmt wurden die romanhaften Erlebnisse des US-amerikanischen Anthropologen Carlos Castaneda mit seinem Medizinmann-Guru Don Juan Matus.

Der Peyote wurde in vielen botanischen Gärten Europas wegen zahlreicher Diebstähle aus den Schausammlungen genommen oder ist nur hinter Glas zu sehen.


Psychoaktive Wirkung

Trotz der Vielzahl von psychotropen alkaloidalen Inhaltsstoffen des Peyote-Kaktus (respektive innerhalb des oberirdischen Teils), die kurioser Weise keinen signifikanten Wirkungseffekt auf die menschliche Psyche haben, jedoch umso stärker den Sympathikus nachhaltig beeinflussen, tritt zunächst Übelkeit vor dem eigentlichen Rausch ein.

Der orale Konsum geht oft mit Übelkeit und häufig auch Erbrechen einher. Es erfolgt nach spätestens 75 Minuten ein ungeheurer Schub von veränderter Persönlichkeitswahrnehmung mit einer intensiven Geruchs-/Hör- und vor allem Farbwahrnehmung.

Erfahrene Peyotisten behaupten oft, das tiefliegende, hauptsächlich negative Erinnerungen zum Vorschein treten, die so erst bearbeitet und überwunden werden können. Psychisch labile Persönlichkeiten sind mit dieser Erfahrung oft überfordert und können im schlimmsten Fall anhaltende Psychosen oder Angstneurosen davontragen.

Weitere Namen von Peyote

Natürlich gibt es viele Unterschiede in der Aussprache und Variationen in der Schreibweise so z.B. "Peyote" oder "Peyotle" einschließlich "Pejote", "Pellote", "Peote", "Peori", "Peyot", "Pezote" und "Piotle". Aber viele Indianerstämme, die Peyote benutzen, haben auch eigene Namen für ihn, in ihrer Sprache. Doch sie nutzen teilweise das Wort Peyote auch noch nebenbei. Einige dieser Stämme und ihre Namen sind:

Comanche - wokowi oder wohoki Cora - huatari
Delaware - biisung Huichol - hícouri, híkuli, hícori, jícori und xícori
Kickapoo - pee-yot Kiowa - seni
Mescalero - ho Navajo - azee
Omaha - makan Opata - pe jori
Otomi - beyo Taos - walena
Tepehuane - kamba oder kamaba Wichita - nezats
Winnebago - hunka

Tarahumara - vorwiegen híkuli, aber auch híkori, híkoli, jíkuri, jícoli, houanamé, híkuli wanamé, híkuli walúla saelíami und joutouri

Es sind noch zahlose weitere Namen bekannt z.B.: Cactus pudding, Challot weit verbreiteter Name in

Starr County(Texas), devil's root (Teufels Wurzel), diabolic root (teuflische Wurzel), Dry Whiskey, Dumpling cactus, Indian Dope, raíz diabólica (Teufels Wurzel), tuna de tierra (Erd Kaktus), turnip cactus und white mule. In den späten 70er Jahren des 20. Jahrhunderts bekam er von vielen Drogenkonsumenten in den USA den Namen "moon"(Mond), "the bad seed"(der böse Samen) oder "P".

Falscher Peyote

Ein ähnlicher, ebenfalls psychoaktiver Kaktus (Ariocarpus retusus) wird besonders häufig und auch in Botanikbüchern als "Falscher Peyote" bezeichnet. Der Name Falscher Peyote findet aber bei den Indios auch Verwendung für rund 20 bis 30 verschiedene andere Kakteen.

Andere Arten, welche als Peyote bekannt sind.

Bild:Ariocarpa retusus 1.jpg
Ariocarpus retusus
Bild:Astrophytum asterias.jpg
Astrophytum asterias
Bild:Astrophytum myriostigma.jpg
Astrophytum myriostigma
Bild:Strombocactus disciformis.jpg
Strombocactus disciformis

Zwei Faktoren führten dazu, daß verschiedenste Pflanzen unter den Name Peyote bekannt sind. Da wären erst einmal ein ähnliches Aussehen und das gleiche Verbreitungsgebiet und zweitens ein vergleichbarer physiologischer Effekt, wie er für medizinische und religiöse Rituale Anwendung fand. Viele Pflanzen, die auch Peyote genannt werden, besitzen beide dieser Charaktere, zu ihnen gehören:


Siehe auch

Echinopsis pachanoi

Meskalin

Literatur

  • Markus Berger: Psychoaktive Kakteen. 2003 ISBN 3930442612
  • Jochen Gartz: Halluzinogene in historischen Schriften- Eine Anthologie von 1913- 1968. Nachtschatten-Verlag, Solothurn 1999
  • Adam Gottlieb: Peyote und andere psychoaktive Kakteen. 2000 ISBN 3907080661

Weblinks

Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Peyote, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.


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