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Petromax

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Petromax 826 von 1966

Die Petromax-Lampe wurde 1910 von dem Berliner Kommerzienrat Max Graetz bei Ehrich & Graetz entwickelt. Da Max Graetz von seinen Berliner Freunden „Petroleum-Maxe“ genannt wurde, lag der Name Petromax für die Lampe recht nahe. Die erste Petromax war eine hängende Lampe, die heute bekannteste Ausführung in Laternenform gibt es seit 1922.

Die Petromax-Starklichtlaterne stellt eine kleine Gasanstalt dar. Durch die eingebaute Handluftpumpe wird Luft in den Behälter der Laterne zu dem Petroleum hinzugepumpt, bis im Behälter ein Druck von etwa 2 bar herrscht. Dieser Druck ist notwendig, um beim Betrieb der Laterne genügend viel Petroleum nach oben in den Vergaser und durch die auf dem Vergaser sitzende Düse zu treiben. Im Betriebszustand wird der Vergaser durch die Flamme im Glühkörper dauernd stark erhitzt. Durch diese Hitze verdampft etwa in halber Höhe des Vergasers das bis dahin flüssige Petroleum bei einer Temperatur von etwa 250° C. Das dampfförmige Petroleum geht dann weiter durch die Vergaserschlange und wird weiter erhitzt -technisch gesprochen überhitzt- bis es dann fast mit Schallgeschwindigkeit (300 m/s) aus der winzig kleinen Bohrung der Düse tritt. Nach Austritt aus der Düse dehnt sich das bis dahin stark zusammengepresste Petroleumgas aus und reißt die zur Verbrennung notwendige Luft aus dem Ringraum im Oberteil der Laterne mit. Die dabei entstehenden Wirbel und Schwingungsstöße und die hohe Geschwindigkeit verursachen das summende Geräusch der Petromax-Laternen. Luft- und Petroleumdampf gelangen oberhalb der Düse mit hoher Geschwindigkeit ins Mischrohr, wo sie durch Wirbelung so durchmischt werden, dass das Petroleumgas unterhalb des Mundstücks im Glühkörper völlig verbrennen kann. Der Glühkörper besteht aus einem Kunstseidengewebe, das bei der Herstellung mit verschiedenen Salzen imprägniert wurde. Der Glühkörper wird bei der ersten Inbetriebnahme der Laterne abgebrannt, d.h. in Asche verwandelt. Die eben erwähnten Salze geben dem Aschegerüst eine gewisse Haltbarkeit. Die im Inneren des Glühkörpers brennende nicht leuchtende Blauflamme erhitzt den Glühkörper zur Weißglut und erzeugt dadurch die überraschend hohe Lichtstärke der Petromax-Laterne. Wie schon erwähnt, verdampft beim Betrieb der Laterne das Petroleum im Vergaser durch die Wärme, die von der Flamme im Glühkörper erzeugt wird. Bei Inbetriebnahme muss zunächst einmal der Vergaser so vorgewärmt werden, dass dieser Kreisprozess eingeleitet wird. Dies geschieht entweder durch Abbrennen von Spiritus in der Anheizschale oder durch den Rapid-Schnellvorwärmer, der mit Petroleum und Luft aus dem Behälter arbeitet.

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Petromax 834, Petroleum-Starklicht Hängelampe aus den 30iger Jahren

Petromaxlampen wurden in verschiedenen Baugrößen und Ausstattungsvarianten gefertigt. Das kleinste Modell der Petromaxlaterne war das Modell 900 mit 100 HK (Hefnerkerzen) , die hellste Laterne lieferte 500 HK Helligkeit. Die baulich größte Petromaxlaterne war das Modell 830 mit 300 HK und 2-Liter Tank. Unter dem Namen Petromax gab es auch weitere Geräte: Kocher und Öfen sowie Hängelampen für innen und außen in verschiedenen Baugrößen und mit Lichtstärken bis zu mehreren tausend Hefnerkerzen.

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Petromax 829B von 1966
In der Regel wird eine Petromax-Lampe mit Petroleum betrieben, doch es gab und gibt gerade für das Militär auch Benzinversionen. Die Bundeswehr hatte z. B. den Typ 829B im Einsatz, eine 500-HK-Laterne mit matter Verchromung, Manometer und Rapidvorwärmer. Für die Schweizer Armee wurde ein Sondermodell gefertigt, die 523/821 250 HK: Eine Lampe mit dem großen Tank, aber dem kleinen Aufsatz der 250-HK-Laternen, mit Spiritusvorwärmung und Benzinbetrieb.


Inhaltsverzeichnis

Vergangenheit und Zukunft der Petromaxlampe

Da nach dem zweiten Weltkrieg die Graetz-Werke in Berlin Treptow sowie in Lunzenau (Sachsen) zu Volkseigenen Betrieben erklärt wurden und das Bregenzer Werk unter treuhänderische Verwaltung gestellt worden war, baute die Graetz AG in Altena / Westfalen ein neues Werk zur Produktion von Radiogeräten und Petroleumdrucklampen auf. Dort wurde die Petromax in gigantischen Stückzahlen hergestellt, bis in den 1970er Jahren die Nachfrage zusammenbrach und eine Verminderung der Produktionskosten angestrebt wurde. Somit wurde die Produktion ins damalige Billiglohnland Portugal verlagert und Casa Hipólito (in Torres Vedras, Portugal) stellte qualitativ hochwertige Lampen der Marken Petromax, Geniol und Hipólito her. Mit dem Ziel, die Herstellungskosten weiter zu senken wurde die Produktion schließlich nach China verlagert. Dort wurde erfolgreich und günstig produziert und der Hersteller erkannte, daß er nicht nur auf seine Deutschen Auftraggeber angewiesen war. Er produzierte für den Weltmarkt bald baugleiche sowie ähnliche Lampen, die er unter diversen Namen verkaufte. Die damaligen Markenrechtsinhaber für Deutschland und Mitteleuropa (Schott AG Glaswerke) konnten oder wollten dies nicht verhindern.

Die Produktion von Petroleumdrucklampen stellt bei der "Kaiping Silveray Metal and Plastic Products Company Ltd." nur einen winzigen Bruchteil des Umsatzes in einem großen Haushaltswarenkonzern dar.

Es ist zu wünschen, daß in der Zukunft die Qualitätsprobleme, die in den letzten Jahren immer massiver auftraten, abgestellt werden können und der Ruf der Marke Petromax wiederhergestellt wird.


Markenrechte

In Deutschland lagen die Rechte lange Jahre bei der Schott AG, die sie über einige Umwege von einer ganzen Reihe Rechtsnachfolger der erloschenen Graetz AG / Graetz KG erworben hatte. Im Juli 2005 wurden die Markenrechte von der Schott AG an die Adcuram Idustriekapital AG abgetreten, die sie 2007 an die Englische Pelam Ltd., Birmingham UK, verkaufte.

In den USA hingegen wurden die Markenrechte vom Inhaber Schott AG Ende der 1990er Jahre nicht verlängert und durch die American Lamp Supply Co. neu eingetragen. Da die Marke von ihren neuen Eigentümern jedoch nicht aktiv genutzt wurde, klagte die US-Amerikanische Firma Britelyt und bekam die Rechte Ende 2006 gerichtlich zugesprochen.


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Petromax 2827, Petroleum-Starklicht Laterne aus Stahlblech (ca. 1940-1945

siehe auch

Weblinks

Wikipedia
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