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Peter Kreuder
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Peter Kreuder (* 18. August 1905 in Aachen; † 28. Juni 1981 in Salzburg) war ein deutsch-österreichischer Komponist, Pianist und Dirigent.
Er schrieb die Musik zu über 180 Filmen, Orchesterwerke, Opern, Operetten, Musicals und vieles mehr.
Musikalisches Wirken
Peter Kreuder begann seine Karriere schon mit sechs Jahren mit einem Mozart-Klavierkonzert im Gürzenich in Köln. Seine Studienjahre verbrachte er in München, Berlin und Hamburg.
Seine erste Filmmusik war 1930 "Hinter den Roten Mauern von Lichterfelde" und dann hatte er die Chance, für Friedrich Hollaender die Arrangements und die Zwischenmusik zu Der blaue Engel zu schreiben und komponieren.
Peter Kreuder war nicht nur in der schwierigen Zeit des Nationalsozialismus aktiv. In die im Krieg für die moralische Aufrüstung der Truppe notwendige Unterhaltungsmusik flossen zahlreiche Elemente des Jazz und des Big-Band-Klanges ein, wobei in den Filmen das eigentlich als „unarisch“ indizierte Saxophon in vielfacher Ausfertigung zu sehen war.
Den Machthabern waren allerdings die Hände gebunden, teils aus mangelndem musikalischen Interesse, teils weil schon genug künstlerische Produktionen aus formalen Gründen wie der Abstammung der Künstler gefährdet waren, so dass bei weiterer Radikalisierung das kulturelle Leben gänzlich zum Erliegen zu kommen drohte.
1939 ging Kreuder nach Schweden in die Emigration,(Emigrationsdokumente vorhanden) von wo er jedoch 1941 gezwungenermaßen wieder nach Deutschland zurückkehrte, weil die Androhung bestand, seine gesamte Familie käme in ein Konzentrationslager.
Aber auch nach dem Krieg hatte Kreuder noch große Erfolge, unter anderem als Pianist mit originellen Platteneinspielungen. Er schrieb Musicals für Zarah Leander (Lady aus Paris und Madame Scandaleuse) und Johannes Heesters (Bel Ami). Bei einer Welttournee mit Josephine Baker besuchte er vier Erdteile. Sein letztes Musical, Lola Montez, wurde 2003 uraufgeführt.
1945 hatte Kreuder die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen, behielt aber auch die deutsche. Bei seinem Tode hinterließ er über 4.000 Musikwerke, Opern, Operetten und Musicals. Er ist auf dem Münchner Ostfriedhof beigesetzt (Grab Nr. 55-19-2).
Der Schlager
Unübertroffen in der Resonanz blieb sein Schlager „Ich brauche keine Millionen“, in welchem sich das Lebensgefühl einer vernachlässigten Generation widerspiegelt.
Der Schlager an sich entstammte meist einem Film und wurde durch ihn auch verbreitet. Eine herausragende Bedeutung hatte dabei der Revuefilm, hinter dessen ständigem Hauptthema „Die Geburt des Schlagers aus der Genialität“ alle anderen Handlungsstränge zurücktraten. Diese Streifen waren nicht ungeschickt gemacht, allerdings extrem realitätsfern, unpolitisch und unideologisch.
Zur Identifikation eines Schlagers dienten neben dem Text (Refrain) einzig und allein die Melodie und die Harmonie, die durch Buchstaben, so wie es auch heute noch beim Akkordeon üblich ist, festgelegt wurde. Die Bezeichnung der Harmonie, glaubt man musikalischen Zeitzeugen, ist bei Peter Kreuder besonders komplex. Wahlfrei waren die Basslinie, die Nebenlinien und vor allem der Klang, der nur auf Tonträgern fixiert war. Im Musikalienhandel kursierten Versionen für alle gängige Besetzungen. Dem Film vorbehalten war auch die Choreografie. Dabei dominierten Tänzerinnen wie La Jana und Marika Rökk.
Bei dem damaligen Entwicklungsstand der Kommunikation kam den Tanzkapellen eine besondere Bedeutung bei der Verbreitung des Schlagers zu. In den Tanzcafes versorgten sie ihr Publikum mit dem aus dem Kino Gewohnten, wobei sich die Größe der Besetzung nach den Möglichkeiten des Lokals richtete. Abgesehen von der jeweiligen Kapelle eigenen Klangfarbe blieb der Schlager immer derselbe.
Das ruhmlose Kriegsende bildet eigentlich keine Zäsur in der Schlagerproduktion. Das Publikum war bezüglich der amerikanischen Big Band durch Komponisten wie Peter Kreuder vorsensibilisiert und nahm als „Fachpublikum“ das Neue, das aus Amerika kam, gerne auf. Auch den Besatzern blieb der hohe Stand der deutschen Unterhaltungsmusik nicht verborgen, und so wurden auch deutsche Versionen nachgefragt.
Der Schlager ist nicht vergleichbar mit der volkstümlichen Musik, da hier die Einbettung in ein kulturelles System fehlt. Erst mit der allgemeinen Verfügbarkeit der Tonträger (Schallplatte, Single, Album, später auch Musikkassette) und mit der Verbreitung des Rundfunks verlor der Film seine Bedeutung als schlagerbildendes Medium.
Weblinks
- Literatur von und über Peter Kreuder im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- http://www.PeterKreuder.com
- Peter Kreuder bei den Meisel-Verlagen
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kreuder, Peter |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Komponist, Pianist und Dirigent |
| GEBURTSDATUM | 18. August 1905 |
| GEBURTSORT | Aachen, Nordrhein-Westfalen, Deutschland |
| STERBEDATUM | 28. Juni 1981 |
| STERBEORT | Salzburg, Österreich |
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