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Perchlorsäure

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Strukturformel
H+ Bild:Perchlorat.PNG
Allgemeines
Name Perchlorsäure
Andere Namen Chlor(VII)-säure, Überchlorsäure
Summenformel HClO4
CAS-Nummer 7601-90-3
Kurzbeschreibung farblose Flüssigkeit
Eigenschaften
Molmasse 100,46 g/mol
Aggregatzustand flüssig
Dichte 1,77 g/cm³
Schmelzpunkt -18 °C
Siedepunkt 199 °C
Dampfdruck 39,13 hPa (20 °C)
Löslichkeit sehr gut in Wasser (in jedem Verhältnis)
Sicherheitshinweise
Gefahrensymbole
Bild:Hazard O.svg
O
Brandfördernd
R- und S-Sätze

R: 5-8-35
S: (1/2)-23-26-36-45

MAK ?
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Perchlors%C3%A4ure, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

Perchlorsäure, HClO4, ist eine Sauerstoffsäure des Chlors. Ihre Salze heißen Perchlorate (siehe: Ammoniumperchlorat, Kaliumperchlorat).

Inhaltsverzeichnis

Eigenschaften

Perchlorsäure ist eine farb- und geruchlose Flüssigkeit mit einem Schmelzpunkt von –18 °C und einem Siedepunkt von 199 °C. Sie ist vollständig mit Wasser mischbar. Wasserfreie Perchlorsäure wirkt stark oxidierend, raucht an der Luft und ist hygroskopisch und flüchtig. Perchlorsäure ist eine sogenannte Supersäure, also eine extrem starke Säure (pKS: -10). Sie verursacht schwere Verätzungen (Dämpfe nicht einatmen!) und ist hochreaktiv. Beim Erwärmen, vor allem von Perchlorsäure mit über 50 Masseprozent Gehalt, besteht Explosionsgefahr, ebenso beim Einengen oder Konzentrieren mit Trocknungsmitteln. Wasserfreie Perchlorsäure kann sich auch bereits bei Raumtemperatur spontan zersetzen. Zusammen mit einer Vielzahl anderer Stoffe kann es zu stark exothermen Reaktionen, Hitzeentwicklung, Entzündung, Explosion oder Bildung explosiver Gase und Dämpfe kommen. Bei Berührung mit brennbaren Stoffen besteht Brandgefahr, da die Säure wegen ihres hohen Sauerstoffanteils brandfördernd ist. Verdünnte Perchlorsäure-Lösungen sind weniger gefährlich und stabiler.

Anhydrid

Das Anhydrid der Perchlorsäure ist Dichlorheptoxid (Cl2O7). Es kann aus dieser mittels vorsichtiger Destillation von konzentrierter Perchlorsäure gewonnen werden.

Dichlorheptoxid gefriert bei -91,5°C und siedet bei 82°C. Es ist hochexplosiv und bildet mit Wasser wieder Perchlorsäure. (Siehe auch unter Chloroxide.)

Herstellung

Perchlorsäure wird durch Zugabe von starken Säuren, z.B. Schwefelsäure, aus ihren Salzen, z.B. Kaliumperchlorat freigesetzt. Kaliumperchlorat lässt sich durch Disproportionierung aus elektrolytisch hergestelltem Kaliumchlorat KClO3 beim Erhitzen erzeugen.

Verwendung

Perchlorate sind starke Pflanzengifte und daher in Unkrautbekämpfungsmitteln neben Chloraten enthalten. Als Oxidationsmittel werden Perchlorate auch in manchen Sprengstoffen und Raketentreibstoffen verwendet.

In der Chemie wird Perchlorsäure insbesondere für wasserfreie Titrationen (Aminzahl) eingesetzt. Dazu wird Perchlorsäure in Eisessig gelöst. Dabei entstehen Acidiumionen:

\mathrm{ HClO_4\ +\ CH_3COOH\ \longrightarrow ClO_4^-\ +\ CH_3COOH_2^+ }
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