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Parsau
Aus Kefk.
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
| Bild:Wappen von Parsau.png |
| |
| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Niedersachsen | |
| Landkreis: | Gifhorn | |
| Samtgemeinde: | Brome | |
| Koordinaten: | Koordinaten: 52° 32′ N, 10° 52′ O52° 32′ N, 10° 52′ O | |
| Höhe: | 62 m ü. NN | |
| Fläche: | 29,33 km² | |
| Einwohner: | 1946 (29. Juni 2005) | |
| Bevölkerungsdichte: | 66 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 38470 | |
| Vorwahl: | 05368 | |
| Kfz-Kennzeichen: | GF | |
| Gemeindeschlüssel: | 03 1 51 021 | |
| Gemeindegliederung: | 4 Ortsteile | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: | Hauptstraße 7 38470 Parsau | |
| Bürgermeister: | Helmut Werthmann (CDU) | |
Parsau ist eine Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Geografische Lage
Parsau liegt zwischen den Naturparks Südheide und Drömling in der geschichtlichen Landschaft des Vorsfelder Werders, einem eiszeitlichen Geestrücken. Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Brome an, die ihren Verwaltungssitz in dem Flecken Brome hat.
Gemeindegliederung
Die Ortsteile der Gemeinde sind:
- Ahnebeck
- Croya
- Kaiserwinkel
- Parsau
Geschichte
Parsau
Parsau wurde urkundlich erstmals um 1505 als Barso, 1510 als Persauw, erwähnt. Die ursprüngliche Dorfform war die eines wendischen Rundlings. Laut einem Siedlungsverzeichnis um 1850 bestanden zu dieser Zeit 31 Bauernhöfe. Das Niederungsgebiet Drömling beginnt unmittelbar östlich von Parsau. Daran hatte der Ort, wie die übrigen Anrainer-Dörfer, seit Jahrhunderten bis in die Neuzeit Holzanteile in dem Bruchwaldgebiet. In der Gemarkung von Parsau standen einst zwei Windmühlen. Die 1876 erbaute Holländermühle wurde 1925 abgerissen. Die Bockwindmühle entstand 1843 und wurde 1926 abgebrochen. Die Windmühlen wurden von einer Motormühle einer dörflichen Molkereigenossenschaft verdrängt.
Ortsteile
- Ahnebeck ist ein 1503 erstmals erwähntes Straßendorf, das an einer Zollstelle zwischen den Herzogtümern Lüneburg und Braunschweig entstand. Um 1850 zählte es 12 Bauernhöfe.
- Croya, ebenfalls ein früherer Rundling, wurde 1343 als Kroye erwähnt.
- Kaiserwinkel ist der jüngste Ortsteil von Parsau, der erst im 18./19. Jahrhundert als Forsthaus zur Bewirtschaftung der Drömlingswälder entstand. Die auf der Wolfsburg sitzenden Grafen von der Schulenburg als Grundherren richteten es ein. Als Wald in Ackerfläche umgewandelt wurde, entstand daraus ein Gutsbetrieb. Der Ortsname beruht auf einem hier ansässigen Köhler, der den Familiennamen „Kaiser“ trug. Der Zusatz „Winkel“ ergab sich aus der abgelegenen Lage der Ansiedlung, die nur von Norden aus erreichbar war. Nördlich von Kaiserwinkel entstanden ab 1870 einige weitere Wohnhäuser, die unter Kolonie Guleitz firmieren. Die innerdeutsche Grenze verlief bis zu ihrer Aufhebung 1990 unmittelbar nordöstlich des Ortsteils.
Politik
Gemeinderat
Der Gemeinderat aus Parsau setzt sich aus 11 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.
| SPD | CDU | Gesamt | |
| 2006 | 3 | 8 | 11 Sitze |
(Stand: Kommunalwahl am 10. September 2006)
Bürgermeister
Der ehrenamtliche Bürgermeister Helmut Werthmann wurde am 9. September 2001 gewählt.
Wappen
Das Wappen ist gespalten in Grün und Silber. Links enthält es die Abbildung eines silbernen Reihers. Rechts wird ein grünes Schwarzerlenreis mit aufrechtstehendem Blatt und drei hängenden Samenzapfen gezeigt.
Gedenkstätten
An der Kreisstraße 85 zwischen Parsau-Kaiserwinkel und Brome-Zicherie befindet sich eine Gedenkstätte, die an den Dortmunder Journalist Kurt Lichtenstein erinnert. Er wurde an dieser Stelle am 12. Oktober 1961 von Grenztruppen der DDR erschossen, als er mit Landarbeitern auf DDR-Gebiet sprechen wollte. Die innerdeutsche Grenze verlief damals parallel zu der Kreisstraße.
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Die B 244 (Abzweig von der B 4 Nähe Hankensbüttel–Wittingen–Parsau–Helmstedt–Elbingerode (Harz)) führt direkt durch die Gemeinde. Bei Parsau war die B 244 einst Teil des alten Heer- und Handelsweges von Braunschweig in die Altmark nach Salzwedel. Von 1857-1866 wurde die Straße im Streckenbereich Vorsfelde–Ahnebeck mit einem Sandunterbau und einer festen Kiesel-Lehm-Oberdecke ausgebaut. In den Ortslagen hatte die Straße Kopfsteinpflaster.
Parsau ist an die im Stundentakt verkehrende Buslinie Wolfsburg–Brome angeschlossen. An Sonn- und Feiertagen verkehren die Busse im Zwei-Stunden-Takt.
Eisenbahn
Parsau besitzt am Ortsrand einen stillgelegten Bahnhof sowie stillgelegte Gleisanlagen, die zur 1909 eingeweihten Kleinbahnstrecke Wittingen–Oebisfelde gehörten. Die ab 1944 von den OHE (Osthannoversche Eisenbahnen) genutzte Strecke kam durch die deutsch-deutsche Grenzziehung auf dem Abschnitt Rühen–Oebisfelde 1945 zum Erliegen. Sie wurde zunächst noch in nördliche Richtung (Wittingen) genutzt. Ende Mai 1974 wurde der Personenverkehr eingestellt. Bis 2003 fand auf der Strecke Richtung Norden noch Güterverkehr statt. Die Parsauer Firma Lichtnack wurde mit Steinen beliefert. Das Gleisstück Richtung Rühen wurde noch bis 2004 zum Abstellen von Güterwagen genutzt.
Bildung
In Parsau besteht eine Grundschule, die 1995 durch Teilung der Dörfergemeinschaftsschule Rühen entstanden ist. Sie umfasst das neu entstandene Hauptgebäude mit vier Klassenräumen, Pausenhalle, Betreuungsraum und drei Gruppenräumen, von denen einer als Bücherei genutzt wird. Außerdem steht für den Musik- und Werkunterricht ein Raum zur Verfügung. Durch die erfolgreiche Teilnahme am „Projekt n-21: Schulen in Niedersachsen online“ (niedersächsische Variante von Schulen ans Netz) konnte ein Computerraum eingerichtet werden.
Literatur
- Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4
Weblinks
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