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Paramilitär

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Omon-Mitglieder auf dem Roten Platz in Moskau

Die Bezeichnung Paramilitär ist ein Kunstwort, das sich von griechisch: para „neben“ und lateinisch: milesKämpfer“ oder „Soldat“ ableitet.

Inhaltsverzeichnis

Staatliche und nichtstaatliche paramilitärische Verbände

Der Name paramilitärischer Verband bezeichnet nicht zu den eigentlichen Streitkräften eines Landes gehörende, jedoch mit militärischem Gerät ausgestattete besondere Polizeitruppen (wie z.B. Grenzpolizei, Küstenwache). Zusammen mit staatsnahen Verbänden können solche Polizeieinheiten im Falle eines bewaffneten Konflikts Teil der bewaffneten Macht sein. Sie haben dann nach der Haager Landkriegsordnung Kombattanten-Status, d.h. sie sind nach dem Völkerrecht zur Durchführung von Kampfhandlungen in internationalen bewaffneten Konflikten berechtigt.

Als Paramilitärs werden auch inoffizielle, nicht staatliche militärisch organisierte Gruppierungen bezeichnet, die sich polizeiliche oder militärische Kompetenzen anmaßen, um außergesetzlich eigene oder insgeheim staatliche innen- oder außenpolitische Ziele mit Gewalt durchzusetzen. Auch irreguläre Verbände, die im Auftrag fremder Staaten in anderen Staaten eingreifen, werden als Paramilitär bezeichnet.

Häufig wird die Bezeichnung Paramilitär im Gegensatz zur Bezeichnung paramilitärisch tatsächlich nur auf solche Verbände angewandt, die mit Wissen, Duldung oder im geheimen Auftrag des Staates oder einzelner seiner Institutionen und Repräsentanten gegen dessen vermeintliche Feinde agieren.

In diesem Sinne werden Verbände und Gruppen, die den Staat selbst organisiert mit Waffengewalt bekämpfen, meist nicht als Paramilitär bezeichnet, auch wenn sie ohne weiteres paramilitärisch im Sinne von "ähnlich wie Militär strukturiert" sind.

Als Rechtfertigung ihres Handelns dient den nichtstaatlichen Paramilitärs oft die angebliche Schwäche des Staates oder seines Rechtssystems gegenüber der so genannten 'Subversion' oder äußeren Gefahren, sie berufen sich somit auf eine angebliche Notwehrsituation von Gesellschaft und Staat.

Beispiele

Staatliche paramilitärische Verbände

Staatsnahe paramilitärische Verbände oder Gruppen in Geschichte und Gegenwart

Die 'Söhne des Mars' waren eine italische Söldnertruppe, die vom Syrakuser Tyrannen Agathokles angeworben wurde, nach seinem Tod die Stadt Messana eroberte und von dort aus das Land plünderte; die Römer, von den Mamertinern gegen die Karthager zu Hilfe gerufen, besetzten Messana und machten den Mamertinern ein Ende.
Deutsche Söldner- und Freiwilligentruppen, die mit Duldung des Staates noch nach Beendigung des Ersten Weltkrieges zunächst im Baltikum gegen die UdSSR und die Bolschewiki kämpften. Die Freikorps spielten auch eine wichtige Rolle während des Kapp-Putsches und bei den sich anschließenden Kämpfen im Ruhrgebiet.
Diese Organisation wurde zunächst als Leibwächter für die Parteiführung der NSDAP gegründet. Nach der Machtergreifung Adolf Hitlers im Jahre 1933 wurde die SS zu einer Art Privat-Armee der NSDAP umgebaut. Die SS war als Terror-Organisation im Inland tätig. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wurde zusätzlich die Waffen-SS geschaffen, die an der Seite der Wehrmacht im Feld kämpfte und dort häufig als „Feuerwehr“ eingesetzt wurde. Den SS-Totenkopfverbänden oblag dagegen die Organisation des Holocausts.
Die halbmilitärische Privatarmee der Nationalsozialisten wurde 1933 staatlicherseits als Hilfspolizei gegen politische Gegner eingesetzt.
Eine inoffizielle, geheime Gesellschaft, in der hohe Offiziere von Polizei und Militär sich als „Todesschwadron“ zu einem Mordkomplott gegen tausende von politischen Gegnern verschworen hatten.
Westlich orientierte Guerillabewegung während des Bürgerkrieges in Angola.
Von den USA finanzierte Rebellen, die gegen die linksgerichtete nicaraguanische Regierung Sandinisten kämpften.
Ein Dachverband rechtsgerichteter paramilitärischer Gruppen im kolumbianischen Bürgerkrieg, die sich hauptsächlich durch Kokainhandel finanziert.
Vornehmlich serbische Freischärler und Paramilitärverbände, wie z. B. die Tschetniks, die Weißen Adler, die Šešeljevci des Vojislav Šešelj, Arkan Tiger (serb. „tigrovi“) des Željko Ražnatović-„Arkan“, die „Kninjas“ bzw. „Alfas“ des Dragan Vasiljković, die Martićevci des Milan Martić, die Armee der Republik Serbische Krajina die Massenmorde, Ethnische Säuberungen und Plünderungen an Kroaten und Bosniaken verübten.

Anderes

Auch Schützenvereine haben manchmal eine lange Tradition, die sich bis auf paramilitärische Verbände zurückführen lässt, wie die Gebirgsschützen oder Schützen.

Siehe auch

Wikipedia
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