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Papyrus Ebers
Aus Kefk.
Der Papyrus Ebers ist eine der ältesten bekannten Aufzeichnungen über Heilmittel und Behandlungen verschiedener Krankheiten im alten Ägypten. Es wurde im letzten Viertel des sechzehnten Jahrhunderts vor Christus verfasst und enthält Heilmittel zum Beispiel gegen Bisswunden, Husten und Asthma, Harnstörungen, aber auch Anweisungen für Zahnbehandlungen.
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Fundort und Inhalt
Der Papyrus Ebers wurde im Winter 1873 von Georg Ebers in Luxor (Theben) für das Leipziger Museum erworben. Das aus einer Raubgrabung stammende Manuskript befindet sich heute in der Universitätsbibliothek Leipzig.
Er wurde in hieratischer Schrift verfasst und stellt die größte Aufzeichnung über altägyptische Medizin dar. Die Schriftrolle bestand ursprünglich aus 108 Kolumnen, die von 1 bis 110 nummeriert sind (Nr. 28 und 29 sind ausgelassen). Während des Zweiten Weltkriegs erlitt der Papyrus erheblichen Schaden; die Kolumnen 54, 56, 94 und 109 sind beschädigt oder liegen nur noch in Fragmenten vor; die Kolumnen 48, 49, 55, 80-82, 93/110, 98/106, 99, 100/104, 101, 102/103 und 105 sind heute verloren. Die 108 Kolumnen sind unterteilt in 877 magische Formeln und Heilmittel. Obwohl er voller Beschwörungen zur Vertreibung Krankheit-verursachender Dämonen ist, finden sich doch Beweise für empirische Behandlung und Beobachtung.
Der Papyrus enthält Kapitel über Darm-Erkrankungen und Parasiten, Augen- und Hautprobleme, Empfängnisverhütung und andere gynäkologische Angelegenheiten, Zahnheilkunde, die operative Behandlung von Abszessen und Tumoren, das Richten von Knochen und Verbrennungen. Mit der Erwähnung der Staublunge der Steinmetze ist es mit das älteste Zeugnis der Arbeitsmedizin.
Des weiteren enthält er eine Abhandlung über Herz und Gefäße. Obwohl die Ägypter wenig über die Existenz der Nieren wussten, und das Herz als Treffpunkt verschiedener Gefäße des Körpers - nicht nur Blut, sondern auch Tränen, Urin und sogar Sperma - betrachteten, erkannten sie nicht nur das Vorhandensein von Blutgefäßen im ganzen Körper, sondern auch die Funktion des Herzen als dessen Zentrum.
Außerdem enthält er ein kurzes Kapitel über klinische Depressionen.
Medizingeschichtlich ergänzende Dokumente
Medizingeschichtlich ergänzt wird das Papyrus Ebers durch das 1862 ebenfalls in Theben entdeckte Papyrus Edwin Smith, das auf das Ende der 12. Dynastie - etwa 1780 vor Christus - zurückgeht und das sich vor allem mit Chirurgie beschäftigt.
Literatur
- Hans-Werner Fischer-Elfert (Hrsg.): Papyrus Ebers und die antike Heilkunde. Akten der Tagung vom 15. - 16.3.2002 in der Albertina/UB der Universität Leipzig. Harrassowitz, Wiesbaden 2005 (Philippika, 7), ISBN 3-447-05209-0
- Reinhold Scholl: Der Papyrus Ebers: die größte Buchrolle zur Heilkunde Altägyptens. Univ.-Bibliothek, Leipzig 2002. ISBN 3-910108-93-8
Weblinks
- http://www.ub.uni-leipzig.de/Wir_ueber_uns/sosa/scholl_4.htm - Seite der Universitätsbibliothek Leipzig zum Papyrus Ebers
- http://www.hieroglyphen.net/andere/Ebers/ebers.htm#eb1 - Eine Auswahl von Sprüchen aus dem Papyrus Ebers
