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Papstmesse

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Als Papstmesse (auch missa papale) wird in der Römisch-katholischen Kirche jene feierliche Form des Pontifikalamts bezeichnet, welcher der Papst vorsteht.

Ursprüngliche Form

Bei der ursprünglichen Form der Papstmesse, die nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erhebliche Änderungen erfahren hat, wurde der Papst, der mit der Tiara gekrönt war, auf einem Tragsessel - der so genannten Sedia gestatoria - in die jeweilige Basilika getragen (es konnte sich um jede der vier Patriarchalbasiliken handeln). Dort fand zunächst die Terz, das Stundengebet zur dritten Stunde, statt, während der der Papst mit den liturgischen Gewändern bekleidet wurde.

Nach der Terz begann das Hochamt in der Form eines Pontifikalamtes mit der Ergänzung, dass außer dem Diakon und Subdiakon des lateinischen Ritus auch ein Diakon und ein Subdiakon des griechischen Ritus teilnahmen. Diese sangen sowohl Epistel als auch Evangelium ein zweites Mal in der griechischen Sprache, nachdem die Lesungen zuvor auf Latein vorgetragen wurden.

Die Elevation, das Emporheben der Gaben von Brot und Wein während der Eucharistiefeier, wurde bei Papstmessen dreifach vollzogen.

Zum Ende der Messe - wenn sie im Petersdom stattfand - folgte meist der päpstliche Segen von der äußeren Loggia der Basilika. An Weihnachten und Ostern erteilte er zudem den Segen Urbi et orbi.

Heutige Form

Nach den Liturgiereformen und durch beschließendes Handeln der nachfolgenden Päpste wurde die Liturgie der Papstmessen erheblich vereinfacht. Die Tiara wurde von Paul VI. abgeschafft, die Sedia gestatoria immer seltener und schließlich überhaupt nicht mehr verwendet. Dafür führte Paul VI. wieder ein, dass der Papst bei den von ihm zelebrierten Ämtern die Ferula in der linken Hand trägt, wie dies alle Bischöfe mit ihrem Krummstab tun.

Der Segen von der Benediktionsloggia des Petersdoms war aufgrund der Gebrechlichkeit Papst Johannes Pauls II. auf den Petersplatz verlegt worden, wo ihn der Papst von seinem Thron aus erteilte.

Die Tradition des griechischen Diakons (der Subdiakon ist durch die Liturgiereform abgeschafft) wurde von Papst Benedikt XVI. anlässlich seiner Einführungsmesse in das Papstamt wiederbelebt.

„Päpstliche Massenmessen“

Eine gänzliche Neuerscheinung sind die so genannten Massenmessen, die vor allem seit dem Pontifikat Johannes Pauls II. auftreten. Noch zu Zeiten Pauls VI. wurde von konservativen Kreisen der katholischen Kirche mit Befremden aufgenommen, dass dieser seine Krönungszeremonie im Freien vor der Petersbasilika stattfinden ließ (das Innere war damals zur Konzilsaula umgebaut). Die päpstlichen Messen im Freien vor mehreren hunderttausend Gläubigen entwickelten sich gleichwohl zur typischen Form der Papstmesse (wenngleich sie von dem litugischen Begriff klar zu trennen sind). Obgleich Papst Johannes Paul II. selbst Schriften gegen liturgische Missbräuche (Abweichungen vom Messbuch, Interzelebration, Interkommunion) verfasste, kritisieren einige Strömungen innerhalb der Kirche ebenfalls liturgische Missbräuche bei den so genannten Massenmessen, insbesondere was den dortigen Umgang mit der Eucharistie angeht. Kristallisationspunkt dieser Kritik ist der päpstliche Zeremonienmeister, Erzbischof Piero Marini.

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