Aus Kefk.
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Pécs [ˈpeːʧ] (dt. Fünfkirchen, kroat. Pečuh), nahe der kroatischen Grenze gelegen, ist mit 160.000 Einwohnern (Stand: 2004) die fünftgrößte Stadt Ungarns und der Komitatssitz des Komitats Baranya.
Pécs ist Bischofssitz und Universitätsstadt sowie Zentrum der Donauschwaben und Heimat von neun ethnischen Minderheiten mit eigenen Selbstverwaltungen.
Darüber hinaus ist Pécs Eisenbahnknotenpunkt und Zentrum einer Industrieregion (Kohle, Uran, Leder, Keramik, Bier und Zigaretten sowie Elektronik). Der Bergbau wurde inzwischen stillgelegt und befindet sich in Rekultivierung.
Seit Dezember 2003 besitzt Pécs einen Flughafen im südlichen Vorort Pogány mit Landerecht für Flugzeuge bis 40 t Gewicht. Seit 26. März 2006 ist Pécs durch regelmäßige Verbindungen der Fluggesellschaft Austrian Airlines zwischen Wien und Pogány an das internationale Luftnetz angeschlossen (vorerst Flüge am Montag/Mittwoch/Freitag und Sonntag mit Dash8).Zur Zeit ist die Verbindung wieder eingestellt worden.
Pécs gilt als eine der schönsten Städte Ungarns, seine klimatisch begünstigte Lage am Fuße der Mecsek-Berge und die zahlreichen Baudenkmäler verleihen dem Ort eine ausgesprochen mediterrane Atmosphäre.
Am 19. Oktober 2005 gewann die Stadt die nationale Vorausscheidung für den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2010“ und wird nun, wie auch Essen und Istanbul, dieses Kulturhauptstadtjahr ausrichten.
Die Universität Pécs bietet das Studium der Humanmedizin und das Studium der Zahnmedizin in deutscher und englischer Sprache an. Englischsprachig wird zusätzlich faculty of musical and visual arts angeboten.
Geschichte
Pécs ist eine der ältesten Städte Ungarns und war bereits zu vorgeschichtlicher Zeit ein Siedlungsort. Zur Zeit der römischen Herrschaft war die Stadt unter dem Namen Sopianae seit dem dritten Jahrhundert die Hauptstadt der Provinz Pannonien. Später hieß es Quinque Ecclesiae (lateinisch: „fünf Kirchen“), woraus sich ihr späterer deutscher Name Fünfkirchen herleitet. Der Name Pécs leitet sich vermutlich von dem türkischen Wort beş („fünf“) ab, da der Name der Stadt erst im Verlauf der knapp 150-jährigen Türkenherrschaft von Sopianae in Pécs geändert wurde.
1367 war Fünfkirchen Ort der Gründung der ersten ungarischen Universität, zur damaligen Zeit eine der ältesten Universitäten Mitteleuropas. Das universitäre Leben ist rege und international anerkannt.
Von 1543 bis 1686 stand Pécs unter türkischer Herrschaft, aus dieser Zeit sind viele Baudenkmäler gut erhalten geblieben und inzwischen renoviert.
Sehenswürdigkeiten
- Kathedrale (11. Jhdt., umgebaut im 19. Jhdt.)
- Bischöflicher Palast
- Nationaltheater (Nemzeti Színház) von Adolf Lang und Antal Steinhardt (eröffnet 1895)
- Minarett und einige zu Kirchen umgewandelte Moscheen
- Weltkulturerbe der UNESCO mit ausgiebigem Friedhofskomplex aus spätrömischer Zeit und ausgemalten frühchristlichen Grabkammern
- Bedeutende Museen wie die von Tivadar Kosztka Csontváry, Victor Vasarely, Jenő Kerényi, das Zsolnay-Museum und das Römische Lapidarium
- Zahlreiche Denkmäler, malerische Plätze, südlich anmutende Innenhöfe und Straßencafés mit südlichem Flair
- Botanischer Garten der Jánus-Pannonius-Universität (JPTE) – heute Universität Pécs
- „der Zaun mit den 1000 Schlössern“
- Forschungsinstitut für Weinbau und Önologie (FVM Szőlészeti és Borászati Kutatóintézete Pécs) mit einer der größten Sammlungen der Welt an Wein- und Tafeltrauben (knapp 1.200 Sorten)
Verkehr
Söhne und Töchter der Stadt
- Marcel Breuer, Architekt und Designer
- Pál Dárdai, Fußballspieler bei Hertha BSC Berlin
- Leopold Fejér, ungarischer Mathematiker
- Elisabeth Ruttkay, österreichische Archäologin
- László Sólyom, ungarischer Politiker, Präsident Ungarns
- Béla Tarr, ungarischer Filmregisseur
- Attila Tököli, ungarischer Fußballspieler
- Emerich Ullmann, österreichischer Chirurg
- Victor Vasarely, französischer Maler und Grafiker
- Irma Kustos, Dolmetscherin und Übersetzerin
- Ramin Delaveri, Architekt und Designer
- Johann Schweiger, Schlossermeister, Erfinder in Berlin
Städtepartnerschaften
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Osijek, Kroatien, seit 1973
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Fellbach, Deutschland, seit 1986
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Graz, Österreich, seit 1989
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Cluj-Napoca, Rumänien, seit 1990
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Kütahya, Türkei, seit 1981
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Lahti, Finnland, seit 1956
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Lyon, Frankreich, seit 1998
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Seattle, USA, seit 1991
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Terracina, Italien, seit 1996
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Tucson, Arizona, USA, seit 1992
Sonstiges
Die Pécs Árkád ist das größte Einkaufszentrum in Pécs. Das Center wurde im März 2004 eröffnet und beherbergt auf 35.000 Quadratmetern Verkaufsfläche 130 internationale und regionale Geschäfte.
Vom 8. bis 14. April 2006 fand in der Stadt das Osterseminar der JEV (Jugend Europäischer Volksgruppen) statt. Dieses Seminar setzte sich mit der friedlichen Koexistenz der Volksgruppen auseinander, wobei die Gastgeberstadt als perfektes Beispiel voranging.
Am 11. April 2006 wurde die Stadt durch eine siebenköpfige EU-Jury zur Kulturhauptstadt Europas 2010 gewählt und am 15. November 2006 durch den Ministerrat der Kulturminister der 25 EU-Staaten bestätigt.
Das Magasház (ung. „Hochhaus“) ist ein 84 Meter hohes Hochhaus mit 25 Stockwerken in Pecs. Das Magasház wurde 1974 errichtet und ist heute unbenutzt. Es gilt als das höchste unbenutzte Hochhaus in Mitteleuropa und ist deshalb sogar in Guinness-Buch der Rekorde eingetragen worden.
Weblinks
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