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Overath

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Bild:Disambig-dark.svg Dieser Artikel behandelt die Stadt Overath in Nordrhein-Westfalen, Weiteres siehe Overath (Begriffsklärung)
Wappen Deutschlandkarte
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Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Köln
Kreis: Rheinisch-Bergischer Kreis
Koordinaten: Koordinaten: 50° 57′ N, 7° 18′ O50° 57′ N, 7° 18′ O
Höhe: 70–348 m ü. NN
Fläche: 68,8 km²
Einwohner: 27.106 (30. Dez. 2005)
Bevölkerungsdichte: 394 Einwohner je km²
Postleitzahl: 51491
Vorwahlen: 02206 / 02204 / 02207
Kfz-Kennzeichen: GL
Gemeindeschlüssel: 05 3 78 024
Stadtgliederung: 7 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstr. 10 (25,29,74)
51491 Overath
Webpräsenz:
Bürgermeister: Andreas Heider (CDU)

Overath ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Rheinisch-Bergischen Kreis im Süden von Nordrhein-Westfalen. Im Jahre 1060 erstmalig erwähnt, leben hier heute etwa 27.000 Menschen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Lage

Der Hauptort liegt etwa 25 Kilometer östlich von Köln im Aggertal im Bergischen Land. Die weiteren Ortslagen befinden sich im Aggertal, im angrenzenden Sülztal und auf den umliegenden Anhöhen.

Höchster Punkt des Stadtgebietes, und auch des gesamten Rheinisch-Bergischen Kreises, ist mit 348 Metern der Kleine Heckberg bei Federath.

Nachbarstädte und -gemeinden

An Overath grenzen (im Uhrzeigersinn) im Westen Rösrath und im Nordwesten Bergisch Gladbach (beide Rheinisch-Bergischer Kreis), im Nordosten Lindlar und im Osten Engelskirchen (Oberbergischer Kreis) sowie im Südosten Much, im Süden Neunkirchen-Seelscheid und im Südwesten Lohmar (Rhein-Sieg-Kreis).

Stadtteile

Bild:Overath Karte Ortsteile.png
Karte der Stadtteile Overaths

Weitere Ortslagen sind:

Abelsnaaf – Altenbrück – Bengelshöhe – Bixnaaf – Breidenassel – Brombacherberg – Burg – Cyriax – Eulenthal – Falkemich – Federath – Groß Oderscheid – Großhurden – Großschwamborn – Halzemich – Hentgesnaaf – Hufe – Hufenstuhl – Höhe – Kaule – Klef – Kleinoderscheid – Kleinschwamborn – Kotten – Krahwinkel – Krampenhöhe – Kreutzhäuschen – Landwehr – Leffelsend – Linde – Lokenbach – Lorkenhöhe – Lölsberg – Meegen – Meesbalken – Mittelauel – Neuenhaus – Niedergrützenbach – Oberauel – Obergrützenbach – Obermiebach – Obersteeg – Rappenhohn – Rittberg – Rott – Schalken – Schlingenthal – Siefen – Unterauel – Viersbrücken – Voßwinkel – Warth

Geschichte

Bild:Steinhof Overath.jpg
Der Steinhof, heute ein Restaurant, ist eine der ältesten Niederlassungen in Overath. Das jetzige Gebäude stammt aus dem Jahr 1662.

Bei seiner ersten Erwähnung um 1065 hieß der Ort „Achera“ (nach der Agger). Vermutlich wegen der Ansiedlung an der Aue-Rodung änderte sich der Name zu „Ouerode“ (etwa 1280), „Ovverode“ (1304), „Overadt“ (1582), und schließlich zu „Overath“. Damals übertrug Erzbischof Anno II. von Köln den Hofverband Achera – aufgeteilt in Oberacher (achera superior) und Unteracher (achera inferior) – mit allem Zubehör an das von ihm gegründete Kloster Siegburg, wodurch der Abt von Siegburg Grund- und Lehnsherr in Overath wurde. Anno hatte Ober- und Unteracher vom Utrechter Bischof beziehungsweise von einem Grafen Konrad durch Tausch erworben.

Der Ortsteil Cyriax wurde als Klosterhof vom Siegburger Kloster gegründet, beziehungsweise diesem geschenkt. Der Hof liegt zirka 1,5 km vom Stadtzentrum in unmittelbarer Nähe des Schulzentrums Overath (mit Gymnasium und Realschule). Heute wird keine Landwirtschaft mehr betrieben, aber der Hof und die Liegenschaften sind noch erhalten.

Bereits um 1250 sind die Overather Honschaften Heiliger, Burg, Oderscheid, Miebach, Balken und Vilkerath bezeugt.

Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurden der Gemeinde gemäß § 10 Köln-Gesetz zum 1. Januar 1975 Teile der Stadt Bensberg (Ortsteile Untereschbach und Immekeppel) sowie der Gemeinden Hohkeppel und Rösrath eingegliedert.

Einwohnerentwicklung

Bild:Population Overath.svg
Bevölkerungsentwicklung (rot vor 1975, grün ab 1975)

Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Werte bis 1970 stammen aus den Volkszählungen. Werte ab 1975 stammen aus der amtlichen Fortschreibung der Verwaltung und beziehen sich auf das 1975 vergrößerte Stadtgebiet.

1939–1985
Jahr Einwohner
7. Mai 1939 6.511
29. Oktober 1946 10.620
13. September 1950 10.534
6. Juni 1961 11.544
1967 13.914
26. Mai 1970 15.694
1975 20.376
1980 21.095
1985 22.838
1990–2005
Jahr Einwohner
1990 23.902
1995 25.192
2000 26.059
2001 26.115
2002 26.410
2003 26.917
2004 27.022
2005 27.106

Religion

Die katholische Kirche im Ort ist der heiligen Walburga geweiht. Bis 1803 bestand im Cyriax eine Klosterniederlassung der Benediktiner-Abtei vom Michaelsberg in Siegburg.

Der Stadtteil Marialinden ist ein Marienwallfahrtsort. Dort steht die Wallfahrtskirche St. Mariä Heimsuchung.

Wirtschaft und Infrastruktur

Die Hebesätze für das Jahr 2005 liegen für die Grundsteuer A bei 230 Prozent, für Grundsteuer B bei 410 % und für die Gewerbesteuer bei 440 %.

Verkehr

Luftverkehr

Der Flughafen Köln/Bonn ist in etwa 25 Minuten erreichbar.

Schienen- und Busverkehr

Bild:Bf-overath.jpg
Bahnhof Overath

Durch die günstige Verkehrslage zu Köln und Bonn wohnen in Overath viele Pendler.

Im Schienenpersonennahverkehr ist Overath an die Aggertalbahn (KBS 459) von Köln über Gummersbach nach Marienheide angeschlossen, auf der die Oberbergische Bahn (RB 25) nach Köln alle 30 Minuten und nach Marienheide alle 60 Minuten verkehrt. Die Fahrzeit zwischen Overath und Köln Hbf beträgt etwa 35 Minuten.

Im Straßenpersonennahverkehr verkehren Buslinien vom Bahnhof in Overath nach Gummersbach, Bergisch Gladbach, Siegburg und Much. Von der Stadtmitte verkehrt ein Anrufsammeltaxi in die umliegenden Stadtgebiete.

Straßen

Die B 55 quert das Stadtgebiet, die B 484 beginnt hier.

Overath wird von der A 4 mit zwei Anschlussstellen bedient, „Overath-Untereschbach“ und „Overath“. In der Nähe der Anschlussstelle „Overath“ liegt auch die Autobahnraststätte „Aggertal“.

Eine alte Handelsstraße von Köln nach Siegen, die Brüderstraße, verlief über die Stadtteile Untereschbach, Steinenbrück, Heiligenhaus, Overath selbst, die Ortslage Burg und den Stadtteil Marialinden durch das Stadtgebiet. Zwischen Untereschbach und Overath folgt sie teilweise der Trasse der heutigen B 55.

Ansässige Unternehmen

Die Dienes Werke GmbH & Co. KG hat in Overath ihr Hauptquartier und ihre Entwicklungsabteilung. Sie besteht seit 1913 und stellt heute mit über 400 Mitarbeitern – 200 davon in Overath – verschiedenste Produkte für industrielle Schneidanwendungen her.

Die Metten Stein+Design GmbH & Co. KG stellt Materialien für Stadt-, Landschafts- und Gartengestaltung her. Dazu zählen unter anderem Betonpflastersysteme, Betonplatten, Mauersysteme und Natursteine für die Außengestaltung.

Die Firma Karl Scharrenbroich GmbH & Co. KG ist mit zwei Produktionsstätten im Stadtgebiet ansässig. Das Hauptwerk befindet sich nach wie vor in Overath selber. In der Metallverarbeitung agiert die Firma als Spezialist in der Feinschneidtechnik, vorwiegend als Zulieferer für die Automobilindustrie.

Behörden

Das Rheinische Amt für Bodendenkmalpflege hat eine Außenstelle auf Gut Eichthal.

Schulen

  • Grundschulen (insgesamt 6) – 1.257 Schüler
  • Hauptschule – 485 Schüler
  • Am Schulzentrum Cyriax
    • Bergische Realschule (BRO) – 615 Schüler
    • Paul-Klee-Gymnasium (PKG) – 1.131 Schüler

(Grundschulen, Hauptschule, BRO Stand Juli 2004, PKG Stand August 2005)

Die Grundschulen werden bis 2007 zu Offenen Ganztagssgrundschulen ausgebaut.

Bibliotheken

Als Einrichtung der Katholischen Kirchengemeinde St. Walburga in Kooperation mit der Stadt Overath ist die Stadtbücherei St. Walburga für die allgemeine Informations- und Literaturversorgung zuständig. Sie liegt im Overather Zentrum am Steinhofplatz und hat über 40.000 Besucher pro Jahr. Das Medienangebot umfasst 20.000 Bücher, Zeitschriften, Hörbücher, Musik-CDs, CD-ROMs, DVDs, Videos sowie Gesellschaftsspiele. Zum Service gehören außerdem zwei Internet-Arbeitsplätze und die Online-Fernleihe. Im Veranstaltungsangebot nimmt die Leseförderung für Kinder einen wichtigen Platz ein. Der Bestandskatalog und weitere Informationen sind über die Bibliotheks-Homepage aufrufbar. (Stand: Juli 2006)

Zwei kleinere Katholische Öffentliche Büchereien (KÖBs) befinden sich in Heiligenhaus (KÖB St. Rochus) und Marialinden (KÖB St. Mariä Heimsuchung).

Eine Schulbibliothek gibt es am Schulzentrum Cyriax.

Medizinische Versorgung

Overath verfügt über kein Krankenhaus. Die medizinische Versorgung übernehmen die Krankenhäuser in den Nachbarorten Bergisch Gladbach (Bensberg) und Engelskirchen.

Politik

Bild:Kommunalwahl Overath.svg

Stadtrat

Kommunalwahlergebnisse
Jahr Sitze (Wahlergebnis) Bürgermeister (Wahlergebnis)
CDU SPD FDP Grüne
2004[1] 19 (49,1%) 9 (24,1%) 6 (15,1%) 4 (11,7%) Andreas Heider, CDU (51,7%)[2]
1999[3] 22 8 5 3 Heinz-Willi Schwamborn, CDU (53.9%)

Bürgermeister

Bürgermeister ist Andreas Heider (CDU). Erster Stellvertreter ist Siegfried Raimann (CDU), zweiter Dr. Dieter Schmitz (FDP) und dritter Annegret Demski-Heuer (SPD). (Stand: 27. Oktober 2004, nach der Kommunalwahl vom 26. September 2004)

Wappen

Das Wappen von Overath gibt es erst seit dem 5. März 1938.

„Das Wappen der Stadt Overath zeigt von Silber und Blau geteilt, oben auf silbernem Grund einen zweischwänzigen roten Löwen, blau bewehrt und blau gekrönt, unten auf blauem Grund eine goldene Glocke.“

Blasonierung laut Hauptsatzung der Stadt Overath[4]

Wikipedia
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Der Löwe ist der Bergische Löwe. Er verdeutlicht die frühere Zugehörigkeit zum Herrschaftsbereich des Grafen von Berg.

Die Glocke soll für in Overath vom 14. bis 16. Jahrhundert ansässigen Glockengießer stehen. Allerdings gibt es Zweifel, ob in Overath je Glocken gegossen wurden. Bis heute sind zwar etwa 130 Glocken erhalten, die der Werkstatt einer Familie „von Ouerraide“ zugerechnet werden können, allerdings war diese vermutlich in Köln ansässig.[5]

Städtepartnerschaften

Overath unterhält eine Städtepartnerschaft mit folgenden Städten:

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Sport

Der Karate-Do Overath e.V. bietet seit 2001 Shotokan Karate in Overath.[6]

Musik

Zahlreiche Vereine prägen die Musikszene in Overath. Der Männergesangverein und das Tambourcorps "Edelweiß" sind feste Größen im Overather Vereinsleben und engagieren sich auch über die musikalischen Aktivitäten hinaus. Eine weitere Größe ist die Big Band Overath unter Leitung von Christoph Heftrig die inzwischen weit über die Grenzen der Stadt bekannt ist.

Regelmäßige Veranstaltungen

Die Big Band Overath veranstaltet regelmäßig Big Band Festivals, Konzerte und ähnliche Events in Overath und der näheren Umgebung.

Das Pfingst YuAi (japanisch: Freundschaftstreffen) ist die größte Karate-Breitensportveranstaltung Deutschlands. Es wird seit 1991 vom Karate-Dachverband Nordrhein-Westfalen veranstaltet. Ausrichter ist seit 2003 der Karate-Do Overath e.V.[7]

Persönlichkeiten

Quellen

  1. Ergebnis der Kommunalwahlen am 26.09.2004 (Stadtrat) auf www.wahlen.lds.nrw.de
  2. Ergebnis der Kommunalwahlen am 26.09.2004 (Bürgermeister) auf www.wahlen.lds.nrw.de
  3. Ergebnis der Kommunalwahlen 1999 auf www.wahlen.lds.nrw.de
  4. Hauptsatzung der Stadt Overath vom 25.11.1999, § 2 Absatz 2
  5. Jörg Poettgen: Zur Geschichte des Overather Wappens. In: Bergischer Geschichtsverein (Hrsg.): Achera. Beiträge zur Geschichte der Gemeinde Overath. Folge 3 (1984). L. Wendland, Köln. S. 12–27, ISSN 0724-1534; ders.: Landschaftsverband Rheinland (Hrsg.): 700 Jahre Glockenguß in Köln. Meister und Werkstätten zwischen 1100 und 1800. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms, 2005.
  6. Historie 2001 auf karate-do-overath.de
  7. „‚YuAi 2003‘ in Overath,“ Artikel auf karate-do.overath.de

Literatur

  • Franz Becher: Overath im Wandel der Zeit. Jos. Schiefeling, Engelskirchen 1950
  • Franz Becher: 900 Jahre Overath. Verlag Bücken & Sulzer (2005), ISBN 393640528X
  • Siegfried Raimann: Overath und Umgebung. 23 Rundwanderwege Bergisches Land. Verlag Bücken & Sulzer (2004), ISBN 3936405107
  • Theodor Rutt: Overath: Geschichte der Gemeinde. Rheinland-Verlag, Köln 1980, ISBN 3-7927-0530-3

Weblinks

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