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Otto Roquette

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Otto Roquette (* 19. April 1824 in Krotoschin (Krotoszyn) bei Posen; † 18. März 1896 in Darmstadt) war ein deutscher Schriftsteller.

Leben und Schaffen

Der Sohn eines Landgerichtsrats kam 1834 nach Bromberg und studierte von 1846–1850 Philologie und Geschichte in Heidelberg, Berlin und Halle. Nach Reisen in die Schweiz und nach Italien zog er 1852 nach Berlin, wo er dem Corps Teutonia beitrat. 1853 wurde er Lehrer in Dresden. 1857 kehrte er nach Berlin zurück und wurde 1862 Professor für Literaturgeschichte an der Kriegsakademie, bevor er 1867 an die Gewerbeakademie wechselte. Ab 1869 unterrichtete er am Polytechnikum Darmstadt und wurde 1893 zum Geheimen Hofrat ernannt. Roquette war befreundet mit dem deutschen Schriftsteller Paul Heyse und wie dieser Mitglied der literarischen Vereinigung Rütli.

Das lyrische Werk von Roquette ist geprägt von einem phantasiereichen, heiter-liebenswürdigen Stil. Als beispielhaft darf das 1851 verfasste und 1863 von Wilhelm Baumgartner zu einem bekannten Volkslied vertonte Gedicht „Noch ist die blühende, goldene Zeit“ gelten:


Noch ist die blühende, goldene Zeit,
o du schöne Welt, wie bist du so weit!
Und so weit ist mein Herz, und so klar wie der Tag,
wie die Lüfte, durchjubelt vom Lerchenschlag!
Ihr Fröhlichen, singt, weil das Leben noch mait:
noch ist die schöne, die blühende Zeit,
noch sind die Tage der Rosen!

Frei ist das Herz, und frei das Lied,
und frei ist der Bursch, der die Welt durchzieht;
und ein rosiger Kuss ist nicht minder frei,
so spröd und verschämt auch die Lippe sei.
Wo ein Lied erklingt, wo ein Kuss sich beut,
da heißt's: Noch ist die blühende, goldene Zeit,
noch sind die Tage der Rosen!

Ja im Herzen tief innen ist alles daheim,
der Freude Saaten, der Schmerzen Keim.
Drum frisch sei das Herz und lebendig der Sinn,
dann brauset, ihr Stürme, daher und dahin!
Wir aber sind allzeit zu singen bereit:
Noch ist die blühende, goldene Zeit,
noch sind die Tage der Rosen!


Über sein lyrisches Schaffen hinaus war Roquette auch als Erzähler, Dramatiker, Literaturhistoriker und Autobiograph aktiv. Zu seinen berühmtesten Werken zählt das Versepos „Waldmeisters Brautfahrt“.

Werke

  • 1850: Walpurgis
  • 1851: Orion
  • 1851: Waldmeisters Brautfahrt (Versepos)
  • 1852: Liederbuch (unter dem Titel "Gedichte" 1859)
  • 1852: Der Tag von St. Jakob
  • 1853: Das Reich der Träume
  • 1854: Herr Heinrich
  • 1855: Haus Haidekuckuck (Versepos)
  • 1855: Das Hünengrab
  • 1858: Heinrich Falk (Roman)
  • 1959: Erzählungen
  • 1860: Leben und Dichten Johann Christian Günther's (Wissenschaftliche Arbeit, Biographie)
  • 1862: Neue Erzählungen
  • 1864: Susanne
  • 1866: Die Legende von der heiligen Elisabeth (Libretto zu einem Oratorium von Franz Liszt)
  • 1867: Luginsland
  • 1867: Pierrot
  • 1867–76: Dramatische Dichtungen
  • 1868: Krachmost
  • 1869: Das Paradies
  • 1870: Novellen
  • 1871–75: Welt und Haus (Novellen)
  • 1873: Gevatter Tod
  • 1873: Rhampsinit
  • 1973: Die Schlangenkönigin
  • 1877: Euphrosyne (Roman)
  • 1878: Das Buchstabirbuch der Leidenschaft (Roman)
  • 1878: Im Hause der Väter (Roman)
  • 1879: Geschichte der Deutschen Dichtung von den ältesten Denkmälern bis auf die Neuzeit (Wissenschaftliche Arbeit, Literaturgeschichte)
  • 1879: Die Prophetenschule (Roman)
  • 1883: Friedrich Preller
  • 1884: Neues Novellenbuch
  • 1884: Das Haus Eberhard
  • 1884: Unterwegs
  • 1884: Tage des Waldlebens
  • 1884: Baum im Odenwald
  • 1887: Große und kleine Leute in Alt-Weimar
  • 1890: Frühlingsstimmen
  • 1890: Des Lebens Mummenschanz
  • 1892: Ul von Haslach
  • 1894: Siebzig Jahre (Autobiographie)
  • 1895: Sonderlinge
  • 1896: Krethi und Plethi
  • 1896: Von Tag zu Tage (Nachlass)
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