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Otto Braun (Schriftsteller)

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Otto Braun (* 28. September 1900 in Ismaning; † 15. August 1974 in Warna) war ein deutscher Schriftsteller, KPD-Funktionär und 1. Sekretär des Schriftstellerverbandes der DDR.

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Grab von Otto Braun auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin

Braun besuchte 1913 bis 1919 die Lehrerbildungsanstalt in Pasing. 1919 trat er der KPD bei und war bis 1926 in ihrem Abwehr- und Nachrichtendienst, ab 1921 auch als Redakteur der KPD-Presse tätig. Er war an der Errichtung der Bayrischen Räterepublik und 1921 an den mittelostdeutschen Aufständen beteiligt. Seit 1925 arbeitete er auch für die Auslandsabteilung des sowjetischen Geheimdienstes GPU.

1926 bis 1928 war er in Untersuchungshaft bzw. in Haft in Berlin-Moabit. Er wurde durch eine Gruppe unter der Leitung seiner Lebensgefährtin Olga Benario befreit und floh nach Moskau, wo er 1928-29 Mitglied der Proletarischen Schützendivision war und bis 1932 die Frunse-Militärakademie besuchte. 1932 bis 1939 war er im Auftrag des militärischen Nachrichtendienstes (GRU) der Sowjetunion als militärischer Berater der Kommunistischen Internationale und Offizier der Roten Bauernarmee in China. Da die Kommunistischen Internationale mit den Guerrillataktiken Mao Zedongs nicht einverstanden war, sollte Otto Braun unter dem chinesischen Pseudonym "Li De" die Armeeführung übernehmen. Otto Braun war dieser Aufgabe jedoch nicht gewachsen. Unter seiner Führung erlitt die Rote Bauernarmee so gravierende Verluste, dass die Verteidigung des Hauptstützpunkts in Ruijin unmöglich erschien. Daher begann die chinesische Rote Armee den "Langen Marsch".

1939 bis 1941 arbeitete er als Redakteur und Übersetzer für den Verlag für fremdsprachige Literatur in Moskau. Bis 1946 war er Polit-Instrukteur in verschiedenen Kriegsgefangenenlagern und Mitglied des Nationalkomitee Freies Deutschland. Danach lebte er als Übersetzer und seit 1951 freier Schriftsteller in Moskau und Krasnogorsk.

1954 kehrte er in die DDR zurück und wurde Mitglied der SED. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED war er der verantwortliche Redakteur für die deutsche Ausgabe der Werke Lenins. 1961 bis 1963 war er als Nachfolger von Erwin Strittmatter 1. Sekretär des Deutschen Schriftstellerverbandes.

Braun wurde 1967 mit dem Vaterländischen Verdienstorden, 1969 mit dem Nationalpreis der DDR und 1970 mit dem sowjetischen Orden des Vaterländischen Krieges, dem Karl-Marx-Orden und der Lenin-Erinnerungsmedaille ausgezeichnet.

Werke

  • In der Münchner Freien Sozialistischen Jugend. Berlin 1959
  • Chinesische Aufzeichnungen (1932-1939). Autobiographie, Berlin 1972

Literatur

  • F.S. Litten: Otto Brauns frühes Wirken in China (1932-1935), München 1988
  • F.S. Litten: Otto Braun in Deutschland in: IWK (1991) 2
  • F.S. Litten: Otto Braun Curriculum Vitae - Translation and Commentary in: Twentieth-Century China, 1997


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