Othering

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Begründung: Der Artikel beschreibt einen selbst in den USA selten verwandten Begriff, den es in Deutschland nicht gibt. Der Begriff und Artikel Othering bringt nichts neues, was nicht schon bei Ausgrenzungsmechanismen oder Distinktion in der Soziologie abgehandelt wäre. Außerdem ist im Artikel nichts mit Quellen belegt. Verdacht auf teilweise Theoriefindung bzw. POV. Boris Fernbacher 08:05, 27. Apr. 2007 (CEST)


Der Begriff Othering (von engl. other „andersartig“) bezeichnet die Differenzierung und Distanzierung der Gruppe, der man sich zugehörig fühlt (Eigengruppe) von anderen Gruppen.

Der Begriff wurde von Irit Rogoff geprägt. Eine zufriedenstellende deutsche Übersetzung existiert bislang nicht. Julia Reuter hat vor einiger Zeit „othering“ als „Veranderung“ übersetzt. Ob sich dieser Vorschlag durchsetzen wird, bleibt abzuwarten.

Othering beschreibt den Prozess, sich selbst und sein soziales Image positiv hervorzuheben bzw. aufzuwerten, indem man Menschen mit anderen Merkmalen (Hautfarbe, Religions- oder Volkszugehörigkeit etc.) als andersartig, „fremd“ klassifiziert und negativ brandmarkt. Es findet also eine betonte Unterscheidung und Distanzierung von anderen statt, sei es wegen der Rasse, des Geschlechts, der geographischen Lage, der Ethnie, der Nationalität, der Umwelt, der sozialen Stellung, der Klassenzugehörigkeit, der Spezies oder der Ideologie.

Othering ist somit ein Akt, sich mit anderen zu vergleichen, sich von ihnen abzuheben und zu distanzieren, wobei man meint, dass Menschen und Gesellschaften, deren Lebensform, Kultur oder andere Merkmale von der eigenen sozialen Gruppe abweichen, nicht verständlich, vor allem aber minderwertig sind. Man befürchtet außerdem, dass sich fremde Einflüsse auf die eigene Kultur ausweiten und sie damit bedrohen könnten (siehe Fremdenfeindlichkeit). Bezeichnet sich eine Gruppe z. B. als „von Gott ausgewählt“, so grenzt sie sich von den nicht Erwählten ab, geht aber auch das Risiko ein, von den anderen untergraben zu werden. Es entsteht die − oft geradezu fanatisch vertretene − Vorstellung, es sei wertvoll bzw. notwendig, die eigene Gruppe von Einflüssen der ausgegrenzten Gruppen „rein“ zu halten − vor allem genetisch (siehe Rassismus − z. B. die Thematik der Rassenmischung im Nationalsozialismus und in anderen faschistischen Ideologien).

Maureen Maisha Eggers beschreibt den Prozess des Othering u. a. am Exotismus: „in dieser Form des Othering (also des Exotismus, Anm. a.) verschwindet der Andere als Subjekt und wird zur bloßen Projektionsfläche des Selbst.“

Der als Othering beschriebene sozialpsychologische Mechanismus ist einer der Gründe der Diskriminierung von Minderheiten und von Verfeindungsprozessen zwischen verschiedenen Gruppen (Völkern, Rassen, Religionen).

Siehe auch

Literatur

  • Thomas Baumer: Handbuch Interkulturelle Kompetenz. (2 Bände); Verlag Orell Füssli, Zürich. ISBN 3-280-02691-1 und ISBN 3-280-05081-2
  • Maureen Maisha Eggers: Rassifizierte Machtdifferenz als Deutungsperspektive in der kritischen Weißseinsforschung in Deutschland. Zur Aktualität und Normativität diskursiver Vermittlungen von hierarchisch aufeinander bezogenen rassifizierten Konstruktionen. In: Maureen Maisha Eggers, Grada Kilomba, Peggy Piesche, Susan Arndt (Hrsg.): Mythen, Masken und Subjekte. Kritische Weißseinsforschung in Deutschland. Münster 2005. ISBN 3-89771-440-X
  • Kerstin Gernig (Hg.): Fremde Körper. Zur Konstruktion des Anderen in europäischen Diskursen. Dahlem University Press, Berlin 2001.
  • Nelly Oudshoorn: Eine natürliche Ordnung der Dinge? Reproduktionswissenschaften und die Politik des „Othering“. In: Lenz, Ilse; Mense, Lisa, Ullrich, Charlotte (Hrsg.): Reflexive Körper? − Zur Modernisierung von Sexualität und Reproduktion. Opladen 2004.
  • Julia Reuter: "Ordnungen des Anderen". Zum Problem des Eigenen in der Soziologie des Fremden. Transcript Verlag, Bielefeld 2002.ISBN 3-933127-84-X
  • Iris Marion Young: Fünf Formen der Unterdrückung. in: Christoph Horn, Nico Scarano: Philosophie der Gerechtigkeit. Suhrkamp Verlag, Frankfurt/Main 2002.

Weblinks

Wikipedia
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