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Laboe

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Wappen Deutschlandkarte
Bild:Wappen Laboe.png
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Plön
Koordinaten: Koordinaten: 54° 25′ N, 10° 14′ O54° 25′ N, 10° 14′ O
Höhe: 21 m ü. NN
Fläche: 5,23 km²
Einwohner: 5266 (29. Sep. 2006)
Bevölkerungsdichte: 1007 Einwohner je km²
Postleitzahl: 24235
Vorwahlen: 04343, 04382
Kfz-Kennzeichen: PLÖ
Gemeindeschlüssel: 01 0 57 043
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Reventloustr. 20
24235 Laboe
Webpräsenz:
Bürgermeister: Sönke Körber
Lage der Gemeinde Laboe im Kreis Plön
Bild:Laboe in PLOE.png
Bild:Laboe1.jpg
Ostseestrand von Laboe

Die Gemeinde Ostseebad Laboe ist eine amtsfreie Gemeinde in der Probstei im Kreis Plön in Schleswig-Holstein am Ostufer der Kieler Förde.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Die Gemeinde liegt 20 Kilometer nördlich der Landeshauptstadt Kiel. Vor der Haustür sozusagen liegt die Kieler Förde, eine der meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. Etwas entfernt beginnt um die dänischen Inseln Langeland und Aero die sogenannte „Dänische Südsee“. Zum Hinterland gehört die historische Landschaft der Probstei mit Feldern, Wald, Wiesen und Seen.

Nachbargemeinden

Zu den angrenzenden Nachbargemeinden gehören Brodersdorf, Stein und Heikendorf.

Geschichte

Laboe besteht als slawisches Fischerdorf schon vor 1200 n.Chr., als deutsches Bauerndorf etwa ab 1200. Im Jahre 1240 wird es erstmals als Lubodne urkundlich erwähnt. Der Name, der Schwanenort bedeutet, stammt aus dem Slawischen, wozu bemerkt werden sollte, dass Laboe in jenem Teil Holsteins liegt, der vormals slawisch besiedelt war. Der Schwan ist auch das Wappentier Laboes.

1226 kam das Gebiet zwischen dem Köhner Mühlbach im Osten und der Hagener Au im Westen sowie der angrenzende Wald in den Besitz des Klosters Preetz. Laboe wurde zwischen 1226 und seiner ersten urkundlichen Erwähnung 1240 als deutsches Dorf gegründet, jedoch bestand vermutlich bereits vorher ein slawisches Fischerdorf namens „Lubodne“, zu deutsch „Schwanenort“. Das Wappentier Laboes, der Schwan, lässt sich also auf den alten slawischen Namen zurückführen.

Laboe war ursprünglich als Rundangerdorf („Rundling“) angelegt: Um den kreisförmigen Platz, den Dorfanger, waren die Bauernhäuser gruppiert.

1643 kam es auf dem „Rütersoll“ - beim heutigen Friedhof - zu einer Schlacht zwischen den um die Vormachtstellung an der Ostsee kämpfenden Dänen und Schweden, Laboe wurde bei dem Gefecht fast vollständig niedergebrannt. Beim Mergelgraben wurden fünfzig in einem Massengrab liegende Skelette, Waffenteile und Münzen gefunden.

Das Wahrzeichen Laboes, die Mühle, dreht seit 1872 ihre Flügel. Der Müllermeister Merz hatte sie vom Flügelbauer Mai errichten lassen. 1904 brannte die Mühle ab, 1906 wurde sie neu erbaut, 1914 ist sie wiederum abgebrannt (aus strategischen Gründen) worden und 1923 von Müller W. Thiessen nochmals aufgebaut worden. Vor Jahren gewährten die Gemeindevertreter und der Kreisausschuss des Kreises Plön für Erhaltung der Mühle einen namhaften Zuschuss, um sie vor dem angedrohten Abbruch zu retten.

Seit 1875 hat Laboe den Zusatz 'Ostseebad', um 1900 waren die alten ländlichen Strukturen des vorigen Jahrhunderts zwar noch vorhanden, aber die Wandlung des ländlichen Lebens im Umland der Großstadt Kiel war bereits deutlich vorangeschritten.

Ortsteile

Das Ostseebad Laboe hat mehrere Ortsteile, die jeweils ihren eigenen Charakter haben. Die wichtigsten Ortsteile sind das Ober- und das Unterdorf. Laboe hat mit seinem Oberdorf noch sein altes dörfliches Zentrum bewahrt, das in seiner Grundstruktur als Anlage eines Runddorfes weitgehend unversehrt erhalten ist. Um ein ursprünglich als Anger ausgebildetes Zentrum gruppieren sich zur Mitte hin offene Hofanlagen. Dazwischen liegen noch eine ganze Reihe kleiner Katen und Nebengebäude. Die ursprünglich mit einer Baumreihe alleeartig betonte, sich ringförmig um das Zentrum legende Wegführung hat sich ebenfalls zum großen Teil erhalten.

Tourismus

Laboe hat einen etwa drei Kilometer langen Strand, der den Ort genau wie die Lage an der Kieler Förde als Bade- und Ausflugsort prädestiniert. Außerdem gibt es einen Sportboothafen und ein Meerwasserhallenbad. Bekannt ist das Ostseebad auch für seinen Fisch, seine Gastronomie und seine alten Segelschiffe im Gewerbehafen, die bei Touristen und Postkartenmachern als Fotomotiv sehr beliebt sind.

Der Tourismus ist eine der Haupteinnahmequellen der Ostseegemeinde. Mit etwa 500.000 Tagesgästen und über 172.000 Übernachtungen pro Jahr ist die Gemeinde eine der meist besuchten Tourismusgemeinden in Schleswig-Holstein. Das Ostseebad Laboe verfügt über ein Bettenkontingent von ca. 1.903 Einheiten.

Häfen

In Laboe gibt es zwei Yachthäfen mit über 700 Liegeplätzen sowie einen Fischerei- und Gewerbehafen. Neben der Angelschifffahrt gibt es die Möglichkeit, Segelschiffe zu chartern oder die verschiedenen Segelscheine in Segelschulen zu erwerben. Eine Surfschule komplettiert das Angebot.

Bereits im Jahre 1817 nutzten Fischer eine Landungsbrücke, die in nordwestliche Richtung in die Förde verlief. Im Laufe der Jahre wurde diese Landungsbrücke von den Fischern ausgebaut, um die wachsenden Anforderungen zu erfüllen. Durch Verlandung aufgrund von Stürmen und Sturmfluten konnten größere Boote und Kähne allerdings auch an diesem Anleger bald nicht mehr festmachen.

Im Jahr 1850 vereinigten sich deshalb die Schiffer, Fischer und Bootführer, um einen Bootshafen bei Laboe zu bauen. Das Gelände hierfür wurde dem gegründeten Hafenverein vom Kloster Preetz pachtweise überlassen. Der Hafen wurde zu einem wichtigen Umschlagpunkt in der Kieler Förde, 1869 zählte der Hafenvorstand 3465 ein- und auslaufende Schiffe, fast der gesamte Umschlag der Region um Laboe lief über den Hafen.

Auch für die Kriegsmarine hatte Laboe eine gewisse Bedeutung, da der Hafen den Umschlag von Material für die Küstenbefestigung ermöglichte. In den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkriegs suchten viele Schiffe aus dem Osten Zuflucht in den Häfen der westlichen Ostsee. Nach Kriegsende blieb ein Teil der Besatzungen und verstärkte Laboes kleine Fischereiflotte.

Zur Segelolympiade 1936 wurde der Hafen an der Südmole ausgebaut, um die vielen Fahrzeuge der Regattasegler aufnehmen zu können.

Der Laboer Hafen, wurde seit 1988 in jedem Jahr mit der blauen Umweltflagge für saubere Meere ausgezeichnet. Diese Auszeichnung, die von der Stiftung für Umwelterziehung in Europa in den Haag vergeben wird und in der Bundesrepublik Deutschland durch die Deutsche Gesellschaft für Umwelterziehung verliehen wird, erhalten Hafenträger, die sich in besonderem Maße für den Umweltschutz und die Aufklärung verdient gemacht haben.

Marine-Ehrenmal und U 995

Das Marine-Ehrenmal erinnert an die gefallenen Seeleute beider Weltkriege. Am 8. August 1927 fand die Grundsteinlegung des 72 m hohen Turms durch Admiral Reinhard Scheer statt. Der Bau des Ehrenmales geht auf einen Beschluss des Delegiertentages des Deutschen Marinebundes vom 6. Juli 1925 zurück. Die Grundidee zum Bau des Marine-Ehrenmals ging von Wilhelm Lammertz (Kaiserlichen Marine) aus. Der Entwurf des Architekten Munzer aus Düsseldorf wurde zur Ausführung bestimmt.

Auf 5,7 Hektar Gesamtfläche gehören zu der Anlage neben dem Turm eine unterirdische Gedenkhalle, die Historische Halle mit zahlreichen Schiffsmodellen und anderen marine- und schifffahrtsgeschichtlichen Exponaten sowie eine 7000 Quadratmeter große, mit Wesersandstein belegte Freifläche. Etwa 700.000 Reichsmark – überwiegend aus Spenden von Mitgliedern der Marinevereine und der Marineoffiziervereinigung stammend – waren in den expressionistischen Bau geflossen.

Ebenfalls kann in Laboe ein Propeller des Schweren Kreuzers Prinz Eugen besichtigt werden.

Das am Ehrenmal ausgestellte U-Boot U 995 gehört zum Typ VII C und ist 1943 bei Blohm & Voss in Hamburg erbaut worden. 1952 stellte die norwegische Marine das Boot, das vorher an Großbritannien ausgeliefert worden war, unter den Namen „Kaura“ in Dienst.

1962 wurde das Boot der Bundesmarine zurückgegeben, in den Zustand zu Kriegszeiten zurückversetzt und als technisches Museum am 13. März 1972 vor dem Marine-Ehrenmal. Eigentümer ist der Deutsche Marinebund.

U 995 ist das letzte erhaltene Boot des Typs VII C.

Politik

Die Gemeindevertretung der von Laboe setzt sich nach der Kommunalwahl am 2. März 2003 wie folgt zusammen:

  • CDU (Christlich Demokratische Union): 6 Gemeindevertreter/ -innen
  • LWG (Laboer Wählergemeinschaft): 7 Gemeindevertreter/ -innen
  • SPD (Sozialdemokratische Partei Deutschlands): 6 Gemeindevertreter/ -innen

Am 1. September 2004 wurde der Gemeindename „Laboe“ durch die Gemeindevertretung in „Ostseebad Laboe“ umbenannt.

Wappen

Blasonierung: „In Blau über silbernen Wellen im Schildfuß ein auffliegender, rot bewehrter silberner Schwan, links begleitet von einem gestürzten (d. h. mit den Haken nach oben gekehrten) goldenen Anker.“[1]

Gemeindepartnerschaften

Verwaltungsstrukturreform

Im Rahmen der Verwaltungsstrukturreform des Landes Schleswig-Holsteins wird Laboe mit den Gemeinden Schönberg (Holstein) und Stoltenberg dem Amt Probstei mit Wirkung zum 1. Januar 2008 beitreten. Sitz der Amtsverwaltung wird weiterhin Schönberg sein. Ein weiterer Verwaltungsstandort wird in Laboe vorbehalten, das nicht nur die in einer Außenstelle üblichen Verwaltungsdienstleistungen erfüllen wird, sondern weitestgehend alle Verwaltungsdienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger und die Selbstverwaltung erhalten soll. Nach der Eingliederung der drei Gemeinden soll das Amt durch einen hauptamtlichen Amtsdirektor geleitet werden.[2]

Verkehr

Laboe wird mehrmals täglich von den Schiffen der Förderundfahrten aus Kiel angelaufen, die die direkte Verbindung von Kiel nach Laboe darstellen. Laboe ist von Kiel aus über die B 502 bis zum Abzweiger Laboe erreichbar.

Fotos von Laboe

Weblinks

Wikipedia
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