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Ossip Wladimirowitsch Gurko

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Ossip Wladimirowitsch Gurko (russisch Иосиф Владимирович Гурко; * 16. Juli/28. Juli 1828; †  15. Januar/28. Januar 1901 nahe Twer) war ein General der russischen Armee.

Inhaltsverzeichnis

Militärische Karriere

Gurko trat 1846 als Kornett in das Gardehusarenregiment ein und wurde 1852 bereits zum Hauptmann bei der Linieninfanterie befördert. Er machte dann den Krimkrieg im Regiment Diebitsch mit. 1857 ging Gurko als Chef eines Eskadrons wieder in das Gardehusarenregiment zurück. Er wurde 1860 Flügeladjutant des Zaren Alexander und 1861 zum Oberst befördert.

1863 ging er in den polnischen Teil Russlands, wo er an der Niederwerfung des Aufstands hervorragend beteiligt war. 1866 wurde er Kommandeur eines Husarenregiments und 1867 zum Generalmajor und Kommandeur des Leibgardehusarenregiments zu Pferd ernannt.

Russisch-Türkischer Krieg

Nachdem er 1873 zum Kommandeur einer Gardekavalleriebrigade und 1877 zum Divisionskommandeur ernannt worden war, erhielt er bei Ausbruch des Russisch-Türkischen Krieges 1877 (Balkankrise) über ein hauptsächlich aus Kavallerie zusammengesetztes Spezialkorps, mit dem er über den Balkan bis auf zwei Tagesmärsche auf Adrianopel vordrang. Im Oktober erhielt Gurko den Befehl über die gesamten Garden und die Kavallerie der Westarmee mit dem Auftrag, die rückwärtigen Verbindungen des bei Plewen (Plewna) stehenden türkischen Heeres unter Osman Pascha zu unterbrechen und dessen Einschließung zu vollenden. Gurko erreichte dies, indem er am 24. Oktober das verschanzte Gorni Dubnjak erstürmte und am 28. Oktober das ebenfalls verschanzte Tikisch durch Beschießung zur Übergabe gezwungen hatte. Daraufhin überschritt er im Dezember den Balkan und besetzte am 4. Januar 1878 Sofia, marschierte von dort nach Philippopel und zersprengte in der dreitägigen Schlacht bei Philippopel (vom 15. bis 17. Januar) die Armee Suleiman Paschas.

Generalgouverneur und Attentate auf den Zaren

Nach Beendigung des Krieges wurde Gurko zum General der Kavallerie und Generaladjutanten des Zaren befördert. Am 14. April 1879 wurde er mit ausgedehnten Vollmachten zum Generalgouverneur von Sankt Petersburg ernannt. Da Gurko jedoch während des nächsten Winters die Attentate gegen das Leben des Zaren nicht verhüten konnte, wurde er 1880 seiner Stellung enthoben und von jeder weiteren militärischen Dienstleistung entbunden. Erst Alexander III. rief ihn wieder in den aktiven Dienst zurück und übertrug ihm 1883 das Generalgouverneur über den Militärbezirk Warschau. Im Dezember 1894 erhielt Gurko wegen einer Erkrankung seine Entlassung unter Ernennung zum Generalfeldmarschall.

Ossip Wladimirowitsch Gurko starb am 15. (28.) Januar 1901 auf seinem Gut Sacharowo bei Twer.

Literatur

  • Hinze: Gurko und Suleiman Pascha. Berlin (1880)


Anmerkung: Bei doppelten Datumsangaben führt der Tag gemäß julianischem Kalender, das folgende Datum gibt den Tag gemäß gregorianischem Kalender an. Der Wechsel des Kalenders fand, je nach Staat, zwischen 1582 und 1812 statt, in einigen Staaten Osteuropas erst Anfang des 20. Jahrhunderts (beispielsweise in Russland zur Oktoberrevolution 1917).
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