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Onkel Toms Hütte
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Onkel Toms Hütte (engl. Uncle Tom's Cabin) ist ein Roman von Harriet Beecher-Stowe, dessen Hauptperson ein Afroamerikaner ist.
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Handlung
Der Roman schildert das Schicksal einer Reihe von afroamerikanischen Sklaven und ihrer jeweiligen Besitzer in den vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Die Titelfigur "Onkel Tom" ist ein Sklave in Kentucky, der von seinem Besitzer Mr. Shelby aus Finanznot verkauft wird, und nach dem überraschenden Tod seines zweiten Herrn, der ihn freilassen wollte, in die Hände eines brutalen Plantagenbesitzers gerät, der ihn zu Tode misshandelt, da er sich nicht beugt und seinen Idealen treu bleibt. Mr. Shelbys Sohn Robert versucht nach dem Tod seines Vaters vergeblich, das Tom gegebene Versprechen, ihn zurückzukaufen, einzulösen, und kann ihm nur noch beim Sterben helfen und ihn begraben. Daraufhin lässt er seine Sklaven frei, um sie gegen Bezahlung in seinen Dienst zu nehmen.
Parallel dazu wird die Geschichte der Sklavin Eliza, die aus dem gleichen Haushalt wie Tom stammt, ihres Mannes George, und ihres Sohnes Harry erzählt, denen mit Hilfe von Quäkern die Flucht nach Kanada gelingt. Dort treffen sie auf Georges Schwester und Elizas Mutter, die beide ebenfalls auf unterschiedlichen Wegen der Sklaverei entronnen sind, und wandern am Ende nach Frankreich aus, wo George studieren will.
Rezeptionsgeschichte
Der Roman erschien erstmalig vom 5. Juni 1851 bis zum 1. April 1852 unter dem Titel "Uncle Tom's Cabin; or, Life Among the Lowly" in der Zeitung The National Era, die von den Abolitionisten, den Gegnern der Sklaverei, herausgegeben wurde. Am 20. März 1852 wurde er in einer Auflage von 5.000 Stück als Buch herausgegeben und war innerhalb von 48 Stunden vergriffen. Im selben Jahr erreichten die Verkaufszahlen in den Vereinigten Staaten 300.000 Stück, in England wurde eine Million Exemplare verkauft, außerdem entstanden deutsche, niederländische, flämische, französische, spanische, italienische und schwedische Übersetzungen. Die frühesten deutschen Ausgaben erschienen alle 1852, parallel in mehreren renommierten Verlagen.
In den USA kam es zu einer Reihe von Dramatasierungen, auf deren Stil Harriet Beecher-Stowe allerdings keinen Einfluss nehmen konnte. Dennoch blieb die Bühnenfassung in den nächsten 80 Jahren eines der erfolgreichsten Stücke in der Geschichte des amerikanischen Theaters. Nach Schätzungen waren allein in den neunziger Jahren des 19. Jahrhunderts rund fünfhundert Ensembles mit diesem Stück auf Tournee.
1853 schrieb Harriet Beecher-Stowe ein zweites Buch: "A Key to Uncle Tom's Cabin". Dort brachte sie Belege für ihre Darstellungen und reagierte auf ihre Kritiker, die nach dem Erscheinen von Onkel Toms Hütte zahlreich auf den Plan traten. In den Jahren bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges 1862 erscheinen allein 27 Romane, die sich mehr oder weniger als "Anti-Onkel-Tom-Romane" verstehen lassen.
Ob allerdings der Abraham Lincoln zugeschriebene Satz, mit dem er Harriet Beecher-Stowe während des Bürgerkrieges 1862 empfangen haben soll ("So this is the little lady who started this big war.", übersetzt „Das ist also die kleine Dame, die diesen großen Krieg begonnen hat."), zutreffend ist, mag dahin gestellt sein. Fest steht jedoch, dass "Onkel Toms Hütte" Abolitionisten wie John Brown den Weg ebneten.
Literatur
- Josephine Donovan: Uncle Tom's cabin. Evil, affliction, and redemptive love. Twayne, Boston 1991. ISBN 0-8057-8095-5
- Debra J. Rosenthal (Hrsg.): A Routledge literary sourcebook on Harriet Beecher Stowe's "Uncle Toms's cabin". Routledge, New York 2004. ISBN 0-415-23474-3
