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Dischwefelsäure

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Strukturformel
Bild:Dischwefelsäure - Disulfuric acid.svg
Allgemeines
Name Dischwefelsäure
Andere Namen Pyroschwefelsäure
Summenformel H2S2O7
CAS-Nummer 7783-05-3
Kurzbeschreibung Flüssigkeit
Eigenschaften
Molmasse 148,08 g·mol-1
Aggregatzustand flüssig
Dichte 1,9 g/cm3
Schmelzpunkt 35 °C
Siedepunkt ? °C
Dampfdruck ? Pa (? °C)
Löslichkeit ?
Sicherheitshinweise
In Ermangelung offizieller Sicherheitshinweise, werden die für Oleum (CAS: 8014-95-7) angegeben.
Gefahrensymbole
R- und S-Sätze R: 14-35-37
S: (1/2)-26-30-45
MAK ?
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Wikipedia
Dieses Dokument entstammt in seiner ersten oder einer späteren Version der deutschsprachigen Wikipedia. Es ist dort zu finden unter dem Stichwort Dischwefels%C3%A4ure, die Liste der bisherigen Autoren befindet sich in der Versionsliste; die Originalfassung kann dort auch bearbeitet werden. Alle Texte der Wikipedia und ihre Derivate stehen unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation.

Dischwefelsäure (auch Pyroschwefelsäure) ist eine Oxosäure des Schwefels und gehört zu den anorganischen Säuren. Sie leitet sich von der Schwefelsäure ab und lässt sich formal als Zusammenlagerung zweier Schwefelsäuremoleküle unter Abspaltung von Wasser darstellen. Dischwefelsäure ist stark hygroskopisch und hochreaktiv, vor allem mit Wasser und organischen Materialien kommt es zu sehr heftigen Reaktionen. Die Salze der Dischwefelsäure werden Pyrosulfate genannt.

Dischwefelsäure wird oft mit Oleum gleichgesetzt, dies ist formal jedoch falsch. Bei Oleum (auch rauchende Schwefelsäure genannt) handelt es sich um eine Lösung von Schwefeltrioxid (SO3) in Schwefelsäure (H2SO4) mit veränderlichen Anteilen an Schwefeltrioxid.

Jedoch stellt Oleum die vorherrschende Form von Dischwefelsäure dar, weswegen in diesem Artikel auf dieses Stoffgemisch eingegangen wird.

Inhaltsverzeichnis

Gewinnung und Darstellung

Großtechnisch fällt Dischwefelsäure in Form von Oleum bei der Herstellung von Schwefelsäure nach dem Kontaktverfahren an. Um das Zwischenprodukt Schwefeltrioxid gemäß dem Massenwirkungsgesetz aus dem Reaktionsgleichgewicht zu entfernen, nutzt man dessen Eigenschaft aus, sich gut in konzentrierter Schwefelsäure zu lösen.

\mathrm{H_2SO_4 + SO_3 \longrightarrow H_2S_2O_7}

Das Produkt ist eine farblose ölige Flüssigkeit in der Dischwefelsäure- sowie Trischwefelsäuremoleküle vorliegen. Das Verhältnis der beiden Komponenten (SO3 und H2SO4) bestimmt die molekulare Zusammensetzung und die physikalisch-chemischen Eigenschaften:

Dichte
20 % SO3: 1,90 g/cm3
80 % SO3: 1,94 g/cm3
Schmelzpunkt
20 % SO3: -11 °C
45 % SO3: 35 °C

Eigenschaften

Chemische Eigenschaften

Dischwefelsäure ist stark hygroskopisch und zerfällt bei Anwesenheit von Wasser sehr schnell und unter starker Hitzeentwicklung zu Schwefelsäure (Hydrolyse) und reagiert als solche stark sauer. Zu dieser Reaktion kommt es schon mit dem in der Luft vorhandenen Wasser wodurch sich ein dichter Nebel aus Schwefelsäuretröpfchen bildet. Dies ist zum Beispiel beim Oleum der Fall, weshalb dieses auch den Namen „rauchende Schwefelsäure“ trägt.

\mathrm{H_2S_2O_7 + H_2O \longrightarrow 2 \ H_2SO_4}

Sicherheitshinweise

Dischwefelsäure und Oleum sind sehr gefährlich. Sie sind stark ätzend und reagieren besonders mit organischen Stoffen sehr heftig. Beispielsweise kommt es bei Kontakt mit Haut oder Kleidungsstücken zu starkem Wasserentzug, sogar unter Spaltung von Molekülen wie etwa Kohlenhydraten. Dadurch verfärbt sich die betroffene Stelle gelb bis schwarz. Durch die starke Hitzeentwicklung bei der eintretenden Hydrolyse kann sich organisches Material leicht entzünden und es sogar zur Explosion kommen. Oleum reagiert so heftig mit Wasser, dass es nur neutralisiert werden kann, indem man es langsam auf Eis schüttet. Außerdem vermag es, anders als Schwefelsäure, sogar Plastikgefäße und Neoprenhandschuhe zu zerstören. Eine zusätzliche Gefahr stellen entweichende Schwefeltrioxiddämpfe dar.

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