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Oberflächenintegral
Aus Kefk.
Das Oberflächenintegral oder Flächenintegral ist eine Verallgemeinerung des Integralbegriffes auf ebene oder gekrümmte Flächen. Integrationsgebiet ist also nicht ein eindimensionales
Intervall, sondern eine zweidimensionale Menge im
mit
.
Es wird generell zwischen einem skalaren und einem vektoriellen Oberflächenintegral unterschieden, je nach Form des Integranden und des sogenannten Oberflächenelements. Sie lauten
mit skalarer Funktion f und skalarem Oberflächenelement dσ sowie
mit vektorwertiger Funktion
und vektoriellem Oberflächenelement
.
Inhaltsverzeichnis |
Begriffe und Definitionen
Bei der Integration über Flächen treten Parametrisierungen der Fläche an die Stelle der Integrationsvariable und Oberflächenelemente an die Stelle der unendlich kleinen Intervallbreite dx.
Parametrisierung
Als zweidimensionale Menge lässt sich eine Oberfläche als Funktion von zwei Variablen darstellen (parametrisieren). Ist
eine Menge, deren Rand keine doppelten Punkte enthält, stetig differenzierbar, nicht unendlich lang und ferner
eine Abbildung von
B in den
ist, so sagt man,
ist Parametrisierung der Fläche F, wenn
ist.
Beispielsweise lässt sich die Oberfläche einer Kugel mit Radius R wie folgt parametrisieren: B ist das Rechteck
und
. Man rechnet leicht nach, dass diese Parametrisierung die Kugelgleichung x2 + y2 + z2 = R2 erfüllt.
Oberflächenelement
Wenn im eindimensionalen Fall das dx die Breite eines unendlich kleinen Intervalls darstellt, so liegt es nahe, es im zweidimensionalen Fall durch die Fläche eines unendlich kleinen Flächenstückes zu ersetzen. Durch die im vorhergehenden Abschnitt beschriebene Parametrisierung kann man an jeden Punkt der Oberfläche zwei Tangenten legen: Einmal die Tangente, die entsteht, wenn man v konstant lässt und u minimal variiert, und einmal mit vertauschten Variablen.
Sind diese Tangenten nicht parallel, so spricht man von einer regulären Parametrisierung. Das Kreuzprodukt der Tangentenvektoren ist dann ein Vektor, dessen Länge nicht Null ist. Der Flächeninhalt des von beiden Tangentenvektoren aufgespannten Parallelogramms entspricht nun gerade dem Betrag ihres Kreuzproduktes.
Ist nun
eine reguläre Parametrisierung der Oberfläche, so definiert man:
- Skalares Oberflächenelement
- Vektorielles Oberflächenelement
. Gemäß den Eigenschaften des Kreuzprodukts steht das vektorielle Oberflächenelement senkrecht auf der Fläche, sein Betrag entspricht gerade der Größe des (unendlich kleinen) Flächenstücks.
Dabei ist mit
die Ableitung nach u gemeint.
In der oben vorgestellten Form ist das vektorielle Oberflächenelement nicht wohldefiniert, da seine Richtung davon abhängt ob man
oder
berechnet. In einem der Fälle zeigt es in die Fläche hinein, im anderen aus der Fläche heraus. Betrachtet man geschlossene Oberflächen, vereinbart man meist, dass das nach außen weisende Oberflächenelement zu verwenden ist.
Die Integrale
Mit den Parametrisierungen und den Oberflächenelementen kann man nun die Oberflächenintegrale definieren.
Das skalare Oberflächenintegral
Das skalare Oberflächenintegral einer skalaren Funktion
über eine Oberfläche
mit regulärer Parametrisierung
ist definiert als
Dieses mehrdimensionale Integral ist ein Lebesgue-Integral, kann aber in den meisten Anwendungsfällen als mehrfaches Riemann-Integral berechnet werden.
Setzt man beispielsweise f(x,y,z) = 1, so ist das skalare Oberflächenintegral einfach der Flächeninhalt der Oberfläche.
Das vektorielle Oberflächenintegral
Das vektorielle Oberflächenintegral einer vektorwertigen Funktion
über eine Oberfläche
mit regulärer Parametrisierung
ist definiert als
.
Eine anschauliche Vorstellung dieses Integrals geschieht über den Fluss eines Vektorfeldes: Die Größe
gibt an, wie viel von
durch das kleine Oberflächenstück
fließt.
Diese mehrdimensionalen Integrale sind Lebesgue-Integrale, können aber in den meisten Anwendungsfällen als mehrfache Riemann-Integrale berechnet werden.
