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Oberösterreich

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Oberösterreich
Landesflagge Landeswappen
Bild:Flag of Oberösterreich.svg Bild:Oberösterreich Wappen.svg
Basisdaten
Landeshauptstadt: Linz
Größte Stadt: Linz
ISO 3166-2: AT-4
Homepage: www.land-oberoesterreich.gv.at
Karte: Oberösterreich in Österreich
Bild:Austria ooe.svg
Politik
Landeshauptmann: Josef Pühringer (ÖVP)
Regierende Parteien: Konzentrationsregierung:
ÖVP, SPÖ und Grüne
Arbeitsübereinkommen:
ÖVP und Grüne
Sitzverteilung im Landtag
(56 Sitze):
ÖVP 25
SPÖ 22
Grüne 5
FPÖ 4
letzte Wahl: 28. September 2003
nächste Wahl: 2009
Bevölkerung
Einwohner: 1.396.228 (Stand: 1. Jänner 2006)
- Rang: 3. von 9
Bevölkerungsdichte: 116 Einwohner/km²
Geografie
Fläche: 11.981,92 km²
- davon Land: 11.718,32 km² (97,8 %)
- davon Wasser: 263,6 km² (2,2 %)
- Rang: 4. von 9
Geografische Lage: 47° 27' - 48° 45' n. Br.
12° 44' - 14° 59' ö. L.
Ausdehnung: Nord-Süd: ca. 145 km
West-Ost: ca. 165 km
Höchster Punkt: 2.995 m
Hoher Dachstein
Tiefster Punkt: 239 m
Grein
Verwaltungsgliederung
Bezirke: 3 Statutarstädte
15 Bezirke
Gerichtsbezirke: 28
Gemeinden: 444
- davon Stadtgemeinden: 31
- davon Marktgemeinden: 139
Karte: Oberösterreich und Bezirke
 
Bild:Karte Aut Ooe Bezirke.png

Oberösterreich (alter Name: Erzherzogtum Österreich ob der Enns) ist ein Bundesland der Republik Österreich. Es grenzt an Bayern, an Tschechien, an Niederösterreich, an die Steiermark und an Salzburg. Mit einer Fläche von 11.981,92 km² und 1,3 Millionen Einwohnern ist es das viertgrößte Bundesland.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

König Ottokar II. von Böhmen trennte den früher zur Steiermark gehörenden Traungau 1254 im Frieden von Ofen bzw. 1261 im Frieden von Wien von dieser ab und gestaltete das von Baiern (Bajuwaren) besiedelte Land zum Fürstenthum ob der Enns aus. Der verlässliche Geschichtsforscher Julius Strnadt bezeichnet mit historischer Wahrscheinlichkeit das Jahr 1260 als Geburtsjahr des Landes ob der Enns. Im Jahre 1264 erschien der Name Austria superior Oberösterreich oder supra anasum – Ob der Enns urkundlich und Konrad von Sumerau erschien als Landrichter der Provinz Oberösterreich.

Seit 1490 erlangte es als Teilfürstentum Österreich ob der Enns eine gewisse Selbstständigkeit im „Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation”. Seit dieser Zeit hielten die bairischen Stände des Teilfürstentums eigene Landtage in Linz. Neben Herren, Rittern und Prälaten spielten dabei auch die landesfürstlichen Städte eine wichtige Rolle. Seit 1530 öffnete sich das Land der Reformation; 30 Jahre später waren die bairischen Oberösterreicher mehrheitlich evangelisch. Bei der Habsburgischen Länderteilung von 1564 fiel Oberösterreich zusammen mit Niederösterreich und den böhmischen Ländern an die Hausmacht des römisch-deutschen Kaisers Maximilian II. Nach 1600 setzte unter Kaiser Rudolf II. und seinem Nachfolger Matthias die Gegenreformation ein. Deshalb gingen die Stände in Oberösterreich 1619 ein Bündnis mit den böhmischen Ländern ein. Im Auftrag Kaiser Ferdinands II. bekämpften und besiegten die Truppen des baierischen Kurfürsten Maximilian 1620 die Aufständischen. Für einige Jahre kam das Fürstentum unter die Herrschaft des Kurfürsten. Der evangelische Adel bekam die Wahl zu konvertieren oder das Land zu verlassen.

1779 kam im Frieden von Teschen das vorher zum Herzogtum Baiern gehörende Innviertel zu Oberösterreich. Während der Napoleonischen Kriege wurde Oberösterreich mehrfach von französischen Truppen besetzt. Die Landeshauptstadt Linz verwaltete von 1814 bis 1854 das Salzburger Land. 1918, nach dem ersten Weltkrieg und Untergang des Vielvölkerstaates Österreich-Ungarn, wurde Oberösterreich von der neuen deutschen Republik Österreich als offizieller Name der Region festgelegt. Ein Jahr nach dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 wurde zum 1. Mai 1939 auf dem Gebiet Oberösterreichs der Reichsgau Oberdonau gebildet, der auch die südböhmischen Gebiete (südliches Sudetenland) gemäß dem Münchner Abkommen einschloss. Nach dem zweiten Weltkrieg 1945 wurde Oberösterreich in seinen alten Grenzen wiederhergestellt und ein Bundesland der zweiten Republik Österreich.

<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Commons: Oberösterreich – Bilder, Videos und/oder Audiodateien
<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Wikinews: Oberösterreich – Nachrichten
<imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden Wikisource: Oberösterreichisches Landes-Verfassungsgesetz – Quellentexte

Verwaltung

Bild:LDZ Linz.jpg
Landesdienstleistungszentrum (LDZ), Verwaltungsgebäude der oberösterreichischen Landesregierung, beim Linzer Hauptbahnhof.

Oberösterreich wird traditionell in vier Teile eingeteilt, das Hausruckviertel, das Innviertel, das Mühlviertel und das Traunviertel. Heutzutage wird im allgemeinen der Bereich zwischen den Städten Linz, Eferding, Wels, Steyr und Enns als Zentralraum bezeichnet. Abweichend von der historischen Einteilung erfolgt heute eine Trennung des Traunviertels in Salzkammergut, die Region Pyhrn-Eisenwurzen und den bereits erwähnten Zentralraum.

Nach der heutigen Verwaltungseinteilung gliedert sich das Bundesland in 3 Statutarstädte und 15 politische Bezirke.

Oberösterreich grenzt auf einer Länge von 321 km an Deutschland und Tschechien.

Statutarstädte

Bezirke

Siehe auch: Liste der Gemeinden in Oberösterreich

Wichtige Städte in Oberösterreich

Linz (Landeshauptstadt), Wels, Steyr, Leonding, Vöcklabruck, Gmunden, Braunau am Inn, Ried im Innkreis, Enns, Freistadt, Rohrbach, Bad Ischl, Traun, Schärding, Ansfelden, Marchtrenk, Eferding, Grieskirchen, Mattighofen, Bad Hall;

Siehe auch:

Bevölkerung

Bevölkerungs-
entwicklung
Datum Einwohner
um 1527 335.000
um 1600 380.000
um 1700 450.000
1754 526.000
1780 601.000
1790 623.000
1800 626.000
1810 630.000
1821 651.911
1830 682.140
1840 699.324
1850 706.316
1857 707.450
1869 736.856
1880 760.091
1890 786.496
1900 810.854
1910 853.595
1923 876.698
1934 902.965
1939 927.583
1951 1.108.720
1961 1.131.623
1971 1.229.972
1981 1.269.540
1991 1.320.567
2001 1.376.700
2004 1.392.965

Die Oberösterreicher sind christlich geprägt: Etwa drei Viertel der Menschen gehören der römisch-katholischen Kirche an; etwa 55.000 Personen sind Angehörige der evangelisch-lutherischen Kirche. Nach der Volkszählung 2001 wohnen im Land 1.376.797 Menschen; davon sind rd. 7,2 % ausländische Staatsbürger. Die Mehrheit von rd. 53,0 % stammen aus dem ehemaligen Jugoslawien; außerdem große türkische Bevölkerungsgruppen, aber auch viele Staatsbürger aus dem angrenzenden Bundesdeutschland wohnen in Oberösterreich. Im Mühlviertel wohnen einige Hundert Sinti, die dort schon seit dem Mittelalter anzutreffen sind. Die wenigsten davon bekennen sich bei Zählungen tatsächlich zu ihrer Volksgruppe.

Die Entwicklung der Bevölkerungszahlen nach den Angaben des österreichischen Statistikamtes wurden auf den heutigen Gebietszustand Oberösterreichs umgerechnet. Die in der Tabelle angegebenen Zahlen bis a.D. 1700 wurden gerundet. Zwischen 1754 und 1857 zählte man nur die anwesende Zivilbevölkerung. Ab 1869 wurden Volkszählungen in zehnjährigen Abständen durchgeführt. Bis 1923 wurde weiterhin nur die anwesende Zivilbevölkerung gezählt und erst ab 1934 bis 1981 die Wohnbevölkerung. Die Zahlen von 1982 bis 2001 weisen die Jahresdurchschnittsbevölkerung aus; diese Zahlen wurden 2002 rückwirkend ermittelt. Seit 2002 werden die Hauptwohnsitze auf der Grundlage des Zentralen Melderegisters zur Bevölkerungsermittlung herangezogen.

Großlandschaften

Oberösterreich hat Anteil an vier großen Naturräumen:

1) Das Mühlviertel nördlich der Donau gehört zum Böhmischen Massiv (Granit- und Gneishochland) und ist eine typische Mittelgebirgslandschaft mit nordwärts zunehmenden Höhen (Böhmerwald). Die höchste Erhebung ist der Plöckenstein mit 1379 m.

2) Südlich der Donau hat Oberösterreich Anteil am nördlichen Alpenvorland, einer teils flachen, teils hügeligen Wald- und Wiesenlandschaft mit intensiver Landwirtschaft. Sie nimmt den größten Teil der Landesfläche ein. Im Westen des Bundeslandes liegt der Hausruck, eine teils bewaldete Hügelkette (max. 801 m); westlich schließt sich der Kobernaußer Wald an, der im Gegensatz zum Hausruck noch sehr dicht bewaldet ist.

3) Den Alpen unmittelbar vorgelagert ist die Flyschzone, ein aus Ton- und Sandsteinen aufgebauter, teils stärker bewaldeter Mittelgebirgsstreifen. Die größte Breite erreicht er zwischen Mond- und Traunsee.

4) Die südlich anschließenden Nördlichen Kalkalpen bestimmen das Landschaftsbild des Salzkammergutes und der Pyhrn-Eisenwurzen-Region. Die wichtigsten Gebirgszüge sind das Höllengebirge, die Ennstaler Alpen, der Dachstein (mit dem einzigen Gletschergebiet des Landes) und das Tote Gebirge. Die oberösterreichischen Alpen erreichen ihren höchsten Punkt im Hohen Dachstein (2995 m).

Geologie

Nördlich des Donautales befindet sich die Böhmische Masse (auch Böhmisches Massiv), die geologisch älteste Landschaft Österreichs. Sie besteht im westlichen Teil aus dem Moldanubikum, im östlichen Teil (außerhalb von OÖ) aus dem Moravikum. Die Böhmische Masse stellt den Sockel eines abgetragenen, einstigen Hochgebirges (Grundgebirge genannt) dar, das im Zuge der Variszischen Orogenese (Gebirgsbildung) im Paläozoikum entstand. Weitere Reste dieser Gebirgsbildung in Mitteleuropa sind die deutschen Mittelgebirge. Es dominieren saure Plutonite wie Granite und Gneise. Das an sich zur Gänze abgetragene Gebirge wurde vermutlich im Zuge der alpidischen Gebirgsbildung in Schollen gebrochen und etwas gehoben, wodurch seine heutige Topographie eines Hügellandes resultiert. Südlich der variszischen Gebirgskette erstreckte sich damals das Meer der Tethys, das beim Auseinanderdriften der Kontinentalplatten gegen Ende des Paläozoikums immer größer wurde. Unter tropischen/subtropischen Bedingungen wurden hier während des Mesozoikums jene Sedimente abgelagert, die dann später, bei der alpidischen Gebirgsbildung, die gegen Ende der Kreide einsetzte, überschoben und nach Norden transportiert wurden (Nördliche Kalkalpen). Während sich die Alpen zunächst als Inselkette aus der Tethys erhoben und immer weiter anwuchsen, setzte zur selben Zeit ein Abtragungsprozess des jungen Gebirges ein, der jedoch das schnelle Maß der Hebung nicht ausgleichen konnte, und so wuchsen und wachsen die Alpen bis heute weiter. Das nach Norden hin transportierte Material der Abtragung wurde zunächst in den flachen und immer schmaler werdenden Arm der Tethys zwischen den Alpen im Süden und dem Kontinent im Norden abgelagert (Meeresmolasse). So wurde bei gleichzeitig andauernder Hebung der Alpen und nordwärts gerichteter Bewegung der afrikanischen Platte der Meeresarm zugeschüttet (Süßwassermolasse) und es entstand das heutige Bild der geologischen Dreiteilung Oberösterreichs in die Böhmische Masse im Norden, die Molasse (auch: Tertiärhügelland, also die klastischen Sedimente der Erosion in den Alpen) in der Mitte und den Nördlichen Kalkalpen im Süden. Der in der Trias entstandene Kalk, etwa im Dachstein-/Hallstättergebiet, ist reich an Fossilien. Besondere Fundorte für Ammoniten sind die Berge um Gosau, westlich des Dachsteines (östlichster Alpengletscher, nachdem der Triglav-Gletscher leider nicht mehr als solcher zu bezeichnen ist) gelegen.


Der Salzachgletscher

Der unserem Holozän vorangegangene Teil der Erdgeschichte, das Quartär oder Eiszeitalter, hat das heutige Landschaftsbild Oberösterreichs im Alpenvorland und in den Alpen am deutlichsten geprägt. Es war dies die Zeit der bis heute letzten großen Vereisungsphase in den Alpen, in welcher das Gebirge zu den größten Teilen von Eismassen bedeckt war, die mit gewaltigen Gletscherzungen weit ins Vorland hinaus vorstießen. Neben dem Traungletscher stieß der Salzachgletscher ins heutige Oberösterreich vor und übertraf diesen an Größe beträchtlich. Gespeist von den Eismassen der Zentralalpen wälzte sich der Gletscher mindestens viermal (so die klassische Quartärstratigraphie) durch das Salzachtal und das Salzburger Becken nach Norden, um sich dann in ein verzweigtes, fächerförmiges System an Seitengletschern auszubreiten.

Varia

Aus dem alten Namen Oberösterreichs - Land ob der Enns - hat sich im Ungarischen die Beginnphrase von Märchen entwickelt. So wie im Deutschen die meisten Märchen mit „Es war einmal...“ beginnen, steht am Anfang der ungarischen Märchen meist „Messzi, messzi földön, még az operencián is túl“ (in einem fernen, fernen Land, jenseits von ‚Ob der Enns‘). Auch kommt in Märchen immer wieder das „operenciai tenger“ (das obderennsische Meer) vor, damit sind die Seen im Salzkammergut gemeint.

Topografie

Gebirge

Dachsteinmassiv, Höllengebirge, Sengsengebirge, Totes Gebirge

Seen

Praktisch alle der großen oberösterreichischen Seen liegen im Salzkammergut, so etwa Almsee, Attersee, die Gosauseen, Hallstätter See, Irrsee, Langbathsee, Mondsee, Offensee, Traunsee und Wolfgangsee

Flüsse

Alm, Aschach, Donau, Enns, Inn, Krems, Große Mühl, Kleine Mühl, Naarn, Salzach, Steyr, Traun, Aist, Antiesen, Trattnach

Kultur

Bild:Landesmuseum Francisco-Carolinum 1895.jpg
Eröffnung des Oberösterreichischen Landesmuseums in Linz durch Kaiser Franz-Joseph, 1895.

Neben der Kulturförderung betreibt das Land Oberösterreich auch selbst einige Kultureinrichtungen wie etwa das Oberösterreichische Landesmuseum oder das Landestheater in der Landeshauptstadt Linz.

In Oberösterreich gab es im Jahr 2004 31 Kinos mit 84 Kinosälen und rund 2,8 Millionen Kinobesuchen. Nach einem langjährigen Rückgang dieser Zahlen mit einem Tiefpunkt im Jahr 1992 mit nur 1,2 Millionen Kinobesuchen bzw. 1994 mit nur 60 Kinosälen stiegen die Zahlen seither wieder an und halten nun einen Wert der in etwa jenem Anfang der 1970er-Jahre entspricht. Die Struktur hat sich jedoch zugunsten von Megaplex-Kinos und auf Kosten von Kleinkinos mit ein und zwei Sälen verändert, von denen es 2004 nur noch 22 gab. Dem gegenüber stehen fünf Kinos mit drei bis fünf Sälen und vier Kinos mit mehr als sechs Sälen.[1]

Wirtschaft

Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Oberösterreich einen Index von 112.8 (EU-25:100) (2003). [2]

Siehe auch

Ergebnisse aller Landtagswahlen in Österreich

Weblinks

Quellen

  1. Statistik Austria: Kulturstatistik 2004 – Kino und Film
  2. Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25[1]


Wikipedia
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