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Novum Testamentum Graece

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Novum Testamentum Graece ist der Name einer wissenschaftlichen Ausgabe des griechischen Textes des Neuen Testaments. Die textkritische Edition (aktuell in der 27. Auflage) wird betreut vom Institut für neutestamentliche Textforschung der Universität Münster. Sie ist nach ihren ersten Herausgebern auch bekannt unter der Bezeichnung Nestle-Aland.

Inhaltsverzeichnis

Textkritik

Auch wenn das Wirken Jesu und seiner Jünger im aramäischen Sprachraum stattgefunden hat, sind die 27 Schriften des Neuen Testaments ausnahmslos in griechischer Sprache verfasst. Die Texte liegen in einer Vielzahl von unterschiedlich alten Handschriften vor, von denen wohl keine die Originalfassung einer neutestamentlichen Schrift ist. Diese Handschriften bilden damit den Ausgangspunkt aller Beschäftigung mit dem Neuen Testament und sind heute die Grundlage jeder Übersetzung in moderne Sprachen.

Hauptquellen für alle Textausgaben des Neuen Testaments sind die ältesten vollständig erhaltenen Codices (so zum Beispiel der Codex Vaticanus), aus denen durch den Abgleich mit älteren Handschriften und Fragmenten eine dem ursprünglichen Text möglichst nahe kommende Textgestalt gewonnen wird. Kennzeichen moderner wissenschaftlicher Ausgaben wie das Novum Testamentum Graece ist der so genannte textkritische Apparat in der Fußzeile einer jeden Seite, mit dessen Hilfe jedermann textkritisch die unterschiedlichen Überlieferungen des neutestamentlichen Textes nachvollziehen bzw. die redaktionellen Eingriffe der Herausgeber in den Text überprüfen kann.

Sprache des Neuen Testaments

Die Sprache des Neuen Testaments ist das so genannte Koinégriechisch. Das Koinégriechisch war jene Sprache, die als allgemeine Verkehrssprache die Vielfalt der Völker und Sprachen Kleinasiens und Palästinas in der Zeit Caesars und Octavians zusammenhielt. Es war später die Amtssprache des Byzantinischen Reiches und wurde ab dem frühen Mittelalter im Zuge der osmanischen Eroberungen allmählich zurückgedrängt.

Da es sich beim Neuen Testament um 27 Einzelschriften aus sehr unterschiedlichen historischen, regionalen, soziologischen und religiösen Zusammenhängen handelt, sind große sprachliche Unterschiede festzustellen. Das Griechisch des Markus oder Matthäus, das sich eng an die aramäische Sprachwelt anlehnt, ist sehr einfach und schlicht gehalten. Davon hebt sich das gute Griechisch der Paulusbriefe oder der pseudopaulinischen Briefe (z.B. der so genannte Brief des Paulus an die Epheser) deutlich ab. Beinahe philosophisch ist die reflexive Sprache des Johannesevangeliums, die dennoch vielfach strukturelle Anklänge an das Hebräische aufweist. Der Weg von der einfachen Sprache der Evangelien hin zu komplexeren Sprachformen zeichnet auf ganz eigene Weise nach, wie sich die Botschaft des Jesus von Nazareth ihren Weg aus der aramäischen zur griechischen Sprach- und Vorstellungswelt gebahnt hat.

In einem über Jahrhunderte währenden Tradierungsprozess haben sich trotz großer Sorgfalt beim fortwährenden Kopieren Textvarianten ergeben, die nicht einfach als bloße Fehler abgetan werden können; Textvarianten spiegeln oft genug die Auslegungstradition einer bestimmten Region bzw. Zeit und sind darum für den Kirchenhistoriker von großer Bedeutung.

Inhalt

Das Novum Testamentum Graece enthält bibelkundlich die gleiche Auswahl an Büchern wie das Neue Testament, die im Kanon des Neuen Testaments verbindlich festgehalten wurden.

Literatur

  • Barbara und Kurt Aland, novum testamentum graece et latine, 27. Auflage, Stuttgart 2002
  • Udo Schnelle, Einleitung in das Neue Testament, 4. Auflage, Göttingen 2002
Wikipedia
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