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Notwasserung
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Eine Notwasserung ist eine Notlandung auf dem Wasser durch ein Fluggerät, das nicht für Wasserlandungen ausgelegt ist. Notwasserungen kommen in der modernen Luftfahrt äußerst selten vor.
Inhaltsverzeichnis |
Flugzeuge
Notwasserung von Verkehrsflugzeugen
Bei Flugzeugen stellen Notwasserungen ein sehr riskantes Manöver dar, da sich die Wasseroberfläche bei typischen Landegeschwindigkeiten von ca. 250 km/h hart wie eine Betonfläche verhält. Chancen für eine erfolgreiche Notwasserung bestehen nur, wenn die Wasseroberfläche glatt ist und es dem Piloten gelingt, einen Überschlag des Flugzeuges zu vermeiden.
Trotzdem gab es Notwasserungen, bei denen alle oder wenigstens einige der Passagiere überlebten:
- 1956 machte eine Boeing B-377 der Pan Am eine Notwasserung im Pazifik, nachdem sie zwei ihrer vier Triebwerke verloren hatte. Um die Chancen einer Rettung der Passagiere zu erhöhen, kreiste die Maschine bis zum Morgengrauen um ein Schiff der US-Küstenwache, bevor sie wasserte. Alle 31 Menschen an Bord überlebten.
- 1963 konnte eine Tu-124 der Aeroflot nach dem Start in Tallinn ihr Fahrwerk nicht einfahren. Der Flughafen war jedoch bereits wegen Nebel geschlossen, so dass die Maschine in Leningrad landen wollte. Dort wurde sie jedoch über eine Stunde in die Warteschleife geschickt, was aufgrund des hohen Luftwiderstandes zu extremem Treibstoffverbrauch führte. In der Folge quittierten die Triebwerke ihren Dienst und das Flugzeug wasserte auf dem Fluss Newa. Die Maschine sank nicht und wurde ans Ufer geschleppt. Alle 52 Menschen an Bord überlebten.
- 1970 eine DC-9-33CF der Air ALM (Antillen) machte mit leerem Tank eine Notwasserung in der Tiefsee. Davor wurden bei schlechter Sicht mehrere Landungen in Saint-Martin versucht. 40 der 63 Insassen überlebten.
- 1996 wurde eine Boeing 767-200ER auf dem Ethiopian-Airlines-Flug 961 entführt. Nachdem der Treibstoff ausging, machte sie eine Landung auf seichtem Wasser, 500 m vor der Küste. 52 der 175 Insassen überlebten. Einige starben, da sie die Schwimmwesten bereits in der Kabine aufbliesen und damit an Bord gefangen waren. Video
- 2002 fielen beim Flug Garuda Indonesia 425 mit einer Boeing 737 beide Triebwerken aufgrund starken Hagels aus. Mehrere Versuche, die Triebwerke wieder zu starten, scheiterten, so dass sich die Piloten gezwungen sahen auf dem Fluss Bengawan Solo nahe Yogyakarta zu landen. Von den insgesamt 60 Personen an Bord verstarb ein Flugbegleiter.
- Am 6. August 2005 machte eine ATR 72 der Tuninter vor Sizilien eine Notwasserung, nachdem der Treibstoff ausgegangen war. Später stellte sich heraus, dass die ausgetauschte Tankuhr für einen kleineren Tank gedacht war. Von den 39 Menschen an Bord überlebten 20 teils mit schweren Verbrennungen. Das Wrack wurde in drei Teilen aufgefunden.
Notwasserung von Kleinflugzeugen
Die Notwasserung von Kleinflugzeugen ist wegen der geringeren Landegeschwindigkeit nicht ganz so gefährlich, wie mit Verkehrsflugzeugen. Eine Notlandung auf dem Festland ist aber ungefährlicher, als eine Notwasserung.
Bei ruhiger See wird gegen den Wind gelandet. Bei größerem Wellengang wird parallel zu den Wellen gelandet, möglichst auf einem Wellenkamm.
Bei Einziehfahrwerk wird mit eingezogenem Fahrwerk gelandet. Gelandet wird mit geringer Sinkrate, geringstmöglicher Geschwindigkeit. Die Landung wird als Dreipunktlandung durchgeführt, da sonst die Gefahr eines Überschlages besteht.
Am 17. Februar 2007 gelang zum Beispiel primär die Notwasserung mit einer Piper PA 34 Seneca (D-GOMM) im Atlantik 70km vor Brasilien. Der Pilot konnte nach der erfolgreichen Notwasserung die Maschine noch verlassen und sich in die mitgeführte Rettungsinsel retten. Er verstarb jedoch an den schweren inneren Verletzungen, die er sich beim Aufprall auf das Wasser zugezogen hatte.
Hubschrauber
Bestimmte Hubschrauber-Typen verfügen über Notschwimmeigenschaften und über zusätzlich aufblasbare Schwimmer, die das Kentern des Hubschraubers nach einer Wasserung vermeiden sollen.
Literatur
Gefahrenhandbuch für Piloten (Privatpilotenbibliothek Band 1), Jürgen Mies, Motorbuch Verlag Stuttgart, ISBN 3-613-01577-3
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