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Nottuln
Aus Kefk.
| Wappen | Deutschlandkarte | ||
|---|---|---|---|
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| Basisdaten | |||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||
| Regierungsbezirk: | Münster | ||
| Kreis: | Coesfeld | ||
| Koordinaten: | Koordinaten: 51° 55′ N, 7° 21′ O51° 55′ N, 7° 21′ O | ||
| Höhe: | 59 – 186 m ü. NN | ||
| Fläche: | 85,64 km² | ||
| Einwohner: | 20.273 (29. Juni 2006) | ||
| Bevölkerungsdichte: | 237 Einwohner je km² | ||
| Postleitzahl: | 48301 | ||
| Vorwahlen: | 02502 (Appelhülsen und Schapdetten: 02509) | ||
| Kfz-Kennzeichen: | COE | ||
| Gemeindeschlüssel: | 05 5 58 032 | ||
| Gemeindegliederung: | 4 Ortsteile | ||
| Webpräsenz: | |||
| Bürgermeister: | Peter Amadeus Schneider (SPD, bei Wahl von Grünen, SPD, UBG unterstützt) | ||
Nottuln ist eine Gemeinde im Kreis Coesfeld in Nordrhein-Westfalen westlich von Münster und liegt am Südwest-Rand der Baumberge.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie
Nachbargemeinden
Nottuln grenzt an Billerbeck, Havixbeck, Senden, Dülmen und Coesfeld.
Geografische Lage
Nottuln besteht aus den Ortsteilen
- Appelhülsen
- Darup
- Nottuln
- Schapdetten
und Bauernschaften, unter anderem:
- Stevern
- Horst
- Buxtrup
- Uphoven
- Baumberg
- Heller
- Hastehausen
- Gladbeck
- Limbergen
- Hövel
Geschichte
Bild:Nottuln.jpg Die Pfarrkirche von Nottuln | |
Der von Schlaun geplante Ortskern |
Die Siedlungsspuren im Raum Nottuln reichen bis etwa 4000 v. Chr. zurück. Im 9. Jahrhundert, wahrscheinlich in der Zeit des ersten münsterischen Bischofs Liudger, entstand in Nottuln eine Pfarrkirche, möglich ist aufgrund des Martins-Patrozinium sogar eine noch frühere Gründung. Der ursprüngliche Name „Nutlon“ bedeutet vermutlich Nusswald oder Nussgehölz. Im 11. Jahrhundert, nach den Fälschungen des Kaplans Albert Wilkens bereits im 9. Jahrhundert, entstand in Nottuln ein Damenstift, in dem Heriburg von Nottuln als Heilige verehrt wurde. Ihr Sarg und ihre Gebeine sind in der katholischen Kirche in Nottuln ausgestellt.
Städtebaulich interessant ist der Nottulner "Stiftsbezirk" in direkter Nachbarschaft zur Pfarrkirche St. Martinus und auf dem Gelände des ehemaligen Damenstiftes. Nach einem verheerenden Brand 1748 wurde der Bezirk unter der Leitung des barocken Architekten Johann Conrad Schlaun wieder aufgebaut, wobei als Baumaterial an herausragenden Stellen der Baumberger Sandstein zum Einsatz kam. Auch wenn Schlauns Pläne nicht vollständig umgesetzt werden konnten, stellt sich der Stiftsbezirk immer noch als ein Ensemble barocker Bauten dar. Auch die Pfarrkirche wurde nach dem Brand instand gesetzt und erhielt dabei ihre charakteristische barocke Haube in Form eines Zwiebelturmes.
Die Eigenkirche des Klosters Fulda im Ortsteil Schapdetten wurde etwa 1122 gegründet, ist jedoch erst 1313 nachweisbar.
Der Ortsteil Darup, das aus einer bäuerlichen Siedlung entstand, wurde 1188 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort liegt mitten im Münsterland (etwa 25 km von Münster entfernt) am Rande der Baumberge. Diese malerische Lage in der hügeligen Landschaft ist gern besuchtes Ziel vieler Wanderer und Radfahrer, die auf ihren Ausflügen und Radtouren die Aussichten auf die Parklandschaft des Münsterlandes genießen.
In der Nähe des Ortes liegt die Wallfahrtskapelle "Zum Heiligen Kreuz" (1753/54), in deren Innern sich ein lebensgroßer Kruzifixus aus Sandstein an einem Baumkreuz (1718) befindet. Bis heute ist dieses Kreuz eine viel besuchte Wallfahrtsstätte für Pilgergruppen aus der näheren Umgebung. Die Geschichte Darups und seiner Kirchengemeinde reicht etwa bis zum Jahr 1000 zurück.
Die Pfarrkirche Ss. Fabian und Sebastian birgt in ihrem Innern ein kostbares Kleinod mittelalterlicher Malerei: den Daruper Altar (ca. 1420). Heute ist Darup ein Ortsteil Nottulns mit rund 2.100 Einwohnern.
Mit der Gebietsreform von 1975 wurde die vormalige selbständige Gemeinde Limbergen räumlich aufgeteilt und teils der Stadt Dülmen, teils der Gemeinde Nottuln eingegliedert, die zugleich Rechtsnachfolgerin der Gemeinde Limbergen ist.
Limbergen mit seinen Bauerschaften Hövel und Gladbeck hat auch heute noch einen unverkennbaren bäuerlichen Siedlungscharakter, mit zahlreichen stilvollen Gehöften, von denen nicht wenige unter Denkmalschutz stehen. Kirchlich gehört der Ortsteil Limbergen zur Katholischen Kirchengemeinde Ss. Fabian und Sebastian Darup. Limbergen verfügte rund 200 Jahre lang über eine eigene Volksschule in Hövel und darüber hinaus auch über eine eigene Freiwillige Feuerwehr mit eigenem Spritzenhaus, dessen charakteristischer Turm noch heute weithin sichtbar ist. Seit der Auflösung der Schule in Hövel in den 1960er Jahren besuchen die Kinder die St. Sebastian-Grundschule in Darup. In die Nachfolge der Freiwilligen Feuerwehr Limbergen trat die Freiwillige Feuerwehr Darup ein, wobei das Spritzenhaus in Limbergen veräußert wurde.
Verwaltungszugehörigkeit
- bis 1802 Fürstbistum Münster
- 1802-1807 preuß. Erbfürstentum Münster
- 1807-1811 Großherzogtum Berg, danach Kaiserreich Frankreich
- 1813-1815 Preußisches Militärgouvernement zwischen Weser und Rhein
- 1815-1946 preußische Provinz Westfalen, Kreis Münster, ab 1975 Kreis Coesfeld
- 1975 Kommunale Neugliederung, die Gemeinde Nottuln entsteht aus den Gemeinden Appelhülsen, Darup, Limbergen, Nottuln, Schapdetten; Rechtsnachfolgerin des Amtes Nottuln ist die Gemeinde Nottuln
Wappen
Auch nach der kommunalen Neugliederung hat die Gemeinde Nottuln das seit 1937 geführte Wappen beibehalten. Es zeigt in weiß auf rotem Grund den Hl. Martin mit Bettler, darüber auf gelbem Grund drei grüne Haselnüsse. Die Verehrung des Hl. Martin wird in Nottuln unter anderem durch das Patrozinium der Stifts- und Pfarrkirche, durch die Existenz der St.-Martini-Bruderschaft (gegründet 1383) und nicht zuletzt durch den jährlich im November stattfindenden Martini-Markt dokumentiert. Die drei Haselnüsse weisen auf die Entstehungsgeschichte des Namens der Gemeinde hin.
Kirchengemeinden
Mehr als Zwei-Drittel der Nottulner Bevölkerung ist römisch-katholischen Glaubens (67,3 %), 17,1 % sind evangelischen Glaubens, 15,6 % der Bevölkerung bekennen sich zu einem anderen oder gar keinem Glauben.
Auf dem Gebiet der politischen Gemeinde Nottuln gibt es vier katholische Kirchengemeinden:
- St. Martinus, Nottuln
- St. Mariä Himmelfahrt, Appelhülsen
- St. Fabian und Sebastian, Darup und
- St. Bonifatius, Schapdetten
Schon seit einigen Jahren gibt es eine Kooperation der katholischen Pfarrgemeinden in Nottuln und Darup sowie in Appelhülsen und Schapdetten. So ist der Pfarrdechant von Nottuln zugleich Pfarrer in Darup und auch der Pfarrer von Appelhülsen ist zugleich Pfarrer von Schapdetten. Aufgrund von Priestermangel, zurückgehenden Gläubigenzahlen und sinkenden Kirchensteuereinnahmen sollen die vier Pfarrgemeinden bis 2009/2010 zu einer Pfarrgemeinde verschmelzen. Dies hat der zuständige Weihbischof Dr. Josef Voß im März 2007 in einem Brief an die katholischen Gläubigen in der Gemeinde Nottuln angekündigt.
Die evangelische Friedenskirchengemeinde umfasst das gesamte Gebiet der politischen Gemeinde
Eingemeindungen
Im Rahmen der Kommunalen Neugliederung im Jahre 1975 entstand die Gemeinde Nottuln aus den vormals selbständigen Gemeinden Appelhülsen, Darup, Limbergen, Nottuln und Schapdetten; Rechtsnachfolgerin des Amtes Nottuln ist die Gemeinde Nottuln. Vorher gehörte Nottuln mit Appelhülsen und Schapdetten zum Landkreis Münster. Die Gemeinden Darup und Limbergen gehörten bis dahin zum Amt Rorup und zum Landkreis Coesfeld. Rechtsnachfolgerin des Amtes Rorup ist die Stadt Dülmen.
Einwohnerentwicklung
Seit den 1980er Jahren wurden zahlreiche neue Wohngebiete vor allem im Südwesten des Ortsteils Nottuln erschlossen (Lerchenhain, Fasanenfeld I, Olympiastraße bis Niederstockumer Weg, "Am Hangenfeld" und Fasanenfeld II), und die Einwohnerzahl stieg stark an. Seit Ende der 1990er Jahre wurde auch in Appelhülsen u.a. wegen der günstigen Verkehrssituation (Bahnhof und Autobahn) und der damit verbundenen besseren Wohnbauförderung die weitere Wohnbauentwicklung vorangetrieben. Im Ortsteil Darup konnte ebenfalls seit den 1980er Jahren mit dem Ausbau und der Entwicklung weiterer Baugebiete (Nieresch II, Sonnenstiege, Pfarrer-Kroos-Straße, Schwester-Helma-Straße und von-Bönninghausen-Straße) ein Anwachsen der Bevölkerungszahl erreicht werden. In seinem Grundsatzbeschluss vom 12. Dezember 2006 hat der Rat der Gemeinde Nottuln beschlossen, die bauliche Entwicklung in allen Ortsteilen Nottulns weiter zu fördern, und die Gemeindeverwaltung beauftragt, Möglichkeiten der Erschließung weiterer Baugebiete gerade auch in den Ortsteilen Darup und Schapdetten zeitnah zu entwickeln und dem Rat und der Öffentlichkeit vorzustellen.
Politik
Gemeinderat
Ergebnisse der Kommunalwahlen ab 1975
In der Liste[1] werden nur Parteien und Wählergemeinschaften aufgeführt, die mindestens 2,95 % der Stimmen bei der jeweiligen Wahl erhalten haben:
| Jahr | CDU | SPD | Z | FDP | UBG | Grüne |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1975 | 63,2 | 25,7 | 6,7 | 4,4 | ||
| 1979 | 50,1 | 25,3 | 3,8 | 20,8 | ||
| 1984 | 54,9 | 28,7 | 16,4 | |||
| 1989 | 48,6 | 29,0 | 5,0 | 10,6 | 6,9 | |
| 1994 | 51,0 | 27,3 | 9,7 | 9,4 | ||
| 1999 | 51,1 | 22,4 | 4,1 | 15,3 | 7,0 | |
| 2004 | 44,2 | 19,5 | 6,4 | 17,9 | 11,0 |
Städtepartnerschaften
- Bild:Flag of France.svg Saint-Amand-Montrond, Frankreich
- Bild:Flag of Poland.svg Chodzież, Polen
Wirtschaft und Infrastruktur
Verkehr
Die Gemeinde liegt an der A 43 Wuppertal–Münster. Zusätzlich wird Nottuln von der B 525 durchquert.
Münster ist von Nottuln aus mit einer Schnellbusverbindung über die BAB 43 zu erreichen. Außerdem verkehren Regionalbuslinien über Schapdetten und Münster-Roxel nach Münster sowie über Darup nach Coesfeld. Eine Taxibuslinie verbindet den Hauptort Nottuln mit dem Ortsteil Appelhülsen.
Vom Bahnhof Appelhülsen an der so genannten Rollbahn verkehren halbstündlich Züge in Richtung Münster oder Essen. Das noch von der Köln-Mindener Eisenbahn erbaute Gebäude sollte im Jahr 2006 für einen Euro verkauft werden, da der Gemeinde die Instandhaltungskosten zu teuer wurden. Nachdem der Bahnhof durch den Sturm "Kyrill" schwer beschädigt wurde, ist er kurz vor Ostern 2007 abgerissen worden.
Die Ortsumgehung ist schon im Planfeststellungsverfahren. Für die Ortsumgehung Darup ist das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen, und mit einer baulichen Umsetzung ist 2007/08 zu rechnen.
Sendeanlage des Westdeutschen Rundfunks
Nottuln ist Standort einer Sendeanlage des WDR für UKW und digitales TV. Als Antennenträger kam bis ins 20. Jahrhundert der Longinusturm bzw. bis Anfang des 3. Jahrtausends ein 182 Meter hoher abgespannter Stahlrohrmast zum Einsatz. Seit 2005 gibt es einen neuen digitalfähigen Sendeturm. Dieser hat eine noch höhere Leistung als sein Vorgänger. Nach einigen Übertragungsschwierigkeiten während der Bauphase ist der Empfang der Westdeutschen Rundfunks nun besser denn je.
Söhne und Töchter der Gemeinde Nottuln
- Hermann Busenbaum (1600 - 1668), jesuitischer Theologe.
- Dr. Franz Wilhelm Darup (1756 - 1836), religiöser Autor und Ehrendomkapitular
- Franz Ballhorn (1908-1979), Sportfunktionär, katholischer Publizist, NS-Opfer
Quellen
- ↑ Verzeichnisse der Kommunalwahlergebnisse des Landes Nordrhein-Westfalen (LDS NRW) von 1975 bis 2004
Ascheberg | Billerbeck | Coesfeld | Dülmen | Havixbeck | Lüdinghausen | Nordkirchen | Nottuln | Olfen | Rosendahl | Senden
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