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Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach

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Die Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach sind zwei Notenhefte von 1722 bzw. 1725, die Johann Sebastian Bach und seine Frau Anna Magdalena zusammengestellt haben.

Die Notenbücher werden in der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrt. Auch für seinen Sohn Wilhelm Friedemann hat J. S. Bach ein Klavierbüchlein verfasst.

Das Notenbuch aus dem Jahre 1922

Das Format des Buches ist klein Querquart; die Deckel sind mit grünem Papier, Rücken und Ecken mit braunem Leder überzogen. Das Buch enthält 25 Blätter mit 48 beschriebenen Notenseiten, 2 Seiten sind liniert, aber unbeschrieben. Sämtliche Blätter haben sich aus dem Einbande gelöst, einzelne Lagen sind in Verlust geraten.

Die Innenseite des Deckels trägt den von fremder Hand geschriebenen Titel:

Clavier-Büchlein von Anna Magdalena Bachin ANNO 1722 B.

Darunter die von Johann Sebastian geschriebenen Worte:

Ante Calvinismus / Christen Schule item / Anti Melancholicus / von D. Pfeifern.

Letztere Aufzeichnung Bachs steht mit dem Notenbuche in keinerlei Zusammenhang. Wie C. H. Bitter (Musikalisches Centralblatt 1883 Nr. 1) mittelit, war August Pfeiffer, der Theologie Doctor, Professor in Leipzig und zuletzt in Lübeck Superintendent, als solcher er 1698 gestorben ist. Aus seinem Nachlasse haben seine Wittwe und Kinder 1699 den Anti-Calvinismus erscheinen lassen. Von demselben (Schriftsteller) sind auch Die Christen-Schule und der Anti-Melancholicus“.

Da genannte drei Bücher im Nachlasse Bachs vorhanden gewesen sind, finden die oben angeführten, rätselhaft scheinenden Worte Erklärung: Bach hat sich die Titel der bezeichneten Schriften Pfeifers notiert und diese Notiz ist zufälligerweise in das Notenbuch geraten.

Sämtliche Musikstücke des Buches sind Kompositionen Johann Sebastians. Auch sind die ersten sechs Seiten von ihm mit den Ziffern 4 bis 9 numeriert. Es fehlt noch somit eine den Anfang bildene Lage von vier Seiten, welche den Titel und drei Notenseiten enthalten haben mag. Die handschriftliche Numerierung hat hiermit ihr Ende erreicht. In neuerer Zeit hat man ohne Rücksicht auf fehlende Blätter eine Numerierung, auf die wir uns in der Folge beziehen werden, vorgenommen.

Der zur Suite 2 (c-moll) gehörende Menuett ist von fremder, der den Band beschließende Menuett von Anna Magdalenas, alle übrigen von Johann Sebastians Hand geschrieben. Das Notenbuch beginnt mit den Französischen Suiten 1 bis 5. Die drei ersten haben wegen der fehlenden Blätter Lücken. Es folgen:

  • Fantasia pro Organo
  • Air
  • Choralvorspiel über: Jesus meine Zuversicht
  • Menuett. Dieser Menuett findet sich auch im Klavierbüchlein für W. F. Bach.

Das Notenbuch aus dem Jahre 1725

Das Format des Buches ist groß Querquart; die Blätter sind durch Goldschnitt, die mit grünem Papier überzogenen Deckel mit Golddruck verziert. Die Außenseite des Vorderdeckels trägt die mit Gold eingedrückten Zeichen:

A. M. B. / 1725

während die Innenseite folgende Worte C. F. Zelters, des Buches früheren Besitzers, aufweist:

Anna Magdalena, J. S. Bachs zweite Frau, deren Name dieses Buch ziert, soll eine treffliche Sängerin gewesen seyn.

Philipp Emanuel Bach, aus dessen Besitz das Buch in den Zelters überging, hat den Notenteil von 1 bis 121 numeriert. Die drei letzten Blätter des Buches, Texte enthaltend, sind nicht numeriert.

Den größten Teil der Musikstücke hat Anna Magdalena geschrieben, einzelnes hat Johann Sebastian eingetragen, auch fremde Handschriften finden sich vor. Von einzelnen Werken lässt sich der Komponist nachweisen, von den übrigen wird sich die Autorschaft kaum ermitteln lassen.

Quellen

  • Im Artikel sind Teile des Vorwortes folgender Publikation eingearbeitet: Johann Sebastian Bachs Musikstücke aus den Notenbüchern der Anna Magdalena Bach. Herausgegeben von der Bach-Gesellschaft zu Leipzig. Vorwort von Paul Graf Waldersee († 1906), Königsberg in Franken, 1894. [1] [2]
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