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Not-Invented-Here-Syndrom

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Das Not-Invented-Here-Syndrom (Abkürzung NIH, deutsch „nicht hier erfunden“) beschreibt abwertend die Nichtbeachtung von bereits existierendem Wissen durch Unternehmen oder Institutionen aufgrund des Entstehungsortes.

Not Invented Here tritt meist durch einfache Ignoranz auf, da viele Firmen keine Nachforschung betreiben, ob die aktuelle Problematik bereits von anderen gelöst wurde.

Die Problematik ist eine Folge des Gruppendenkens. Bei einer Make-or-Buy-Entscheidung bewirkt NIH die Bevorzugung einer Selbsterstellung. Dies kann mit höheren Kosten und einer längeren Zeitdauer einhergehen, kann aber auch den positiven Effekt haben, eingespielte Prozesse nicht zu stören und die eigene Leistungsfähigkeit zu trainieren.[1]

Inhaltsverzeichnis

Beispiele

Es finden sich viele Beispiele, vor allem in der Softwareentwicklung, aber auch besonders im militärischen Bereich.

Während des Apollo-Programmes erkannte man bei der NASA, dass Abteilungen nicht hinreichend miteinander kommunizieren. Die Schlußfolgerung des oberen NASA-Managementes war, daß die Sicherheit der Astronauten nicht gewährleistet werden könnte, wenn man das NIH-Syndrom nicht überwand. Als Gegenmaßnahme wurden bei der NASA spezielle Stellen geschaffen und mit Personen besetzt, die keiner Abteilung fest zugeordnet waren. Von Inhabern dieser Stellen war und ist heute noch die Aufgabe zu erfüllen, zwischen den Abteilungen zu pendeln und Informationen hin- und herzutragen, womit sich die jeweils ausführenden Personen zu keiner Zeit besonders beliebt machten. Darauf kam es aber nicht an. Was zählte war, dass sie die Zuverlässigkeit der Projekte stark positiv beeinflußten. Dennoch kam es gelegentlich noch zu Pannen. So wurde am Skylab von der zuständigen Konstruktionsabteilung die Außenhaut modifiziert, ohne diese Modifikation mit der Abteilung Aerodynamik abzustimmen. In der Folge hielt die Verkleidung den aerodynamischen Kräften während des Raketenstarts beim Durchfliegen der Erdatmosphäre nicht stand und wurde stark beschädigt, mit weiteren negativen Folgen für das Projekt.

Modifikationen

Als "NIH-Syndrom in verschärfter Form" wird derzeit in Innovatorenkreisen das "NAH-Syndrom" diskutiert. Ende 2006 tauchte der Begriff in diesem Kontext erstmals auf. Das NAH-Syndrom nimmt den Fall an, dass eine alteingesessene Lobby all ihre in Jahrzehnten aufgebaute Macht und ihren Einfluß dazu einsetzt, eine Innovation in einer Weise zu verhindern, als sei sie verboten. Dies, um keine Konkurrenz entstehen zu lassen. Damit ginge das "NAH-Syndrom" über die ignorante Haltung des "NIH-Syndroms" noch hinaus.

Quellen

  1. Eintrag im Glossar des Projektmagazin, Zugriff am 20. März 2007

Literatur

  • Katz & Allen, Investigating the Not Invented Here (NIH) Syndrome: a look at the performance, tenure and communication patterns of 50 R&D project groups. R&D Management vol. 12, pp. 7-19, 1982.
  • Joel Spolsky: In Defense of Not-Invented-Here Syndrome
Wikipedia
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