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Northern

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Norfolk & Western Nr. 611, die schnellste je gebaute Northern
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Southern Pacific Nr. 4449

Mit Northern werden Dampflokomotiven mit der Achsfolge 2'D2' bezeichnet, also mit einem vorauslaufenden Drehgestell, vier Kuppelachsen und einem nachlaufenden zweiachsigen Schleppgestell.

Die erste Lokomotive dieser Achsfolge ist erst im Jahr 1926 entstanden - einen Monat vor der ersten Hudson (2'C2') - womit die Northern zu den jüngsten Achsfolgen gehört. Ihren Namen erhielt die Bauart von der Northern Pacific Railway, für die die erste Lokomotive mit dieser Achsfolge gebaut wurde. Einige Bahnen haben die Bezeichnung Northern jedoch nicht übernommen, so dass diese Bauart gelegentlich auch mit Confederation (in Kanada), Pocono, Niagara und anderen Begriffen bezeichnet wird.

Die erste Northern, die von ALCO gebaute Lokomotive Nr. 2600 der Northern Pacific Railway, war für die Verbrennung von Braunkohle mit niedrigem Heizwert ausgelegt, so dass für die benötigte Leistung ein 10,7 m² großer Rost und ein entsprechend großer Stehkessel erforderlich war, für den eine einzelne Laufachse nicht mehr ausreichend war. Die Lokomotive war erfolgreich, und die Bauart wurde bald von anderen Bahnen nachgeahmt. Northern-Lokomotiven stellten einen guten Kompromiss aus Geschwindigkeit und Zugkraft dar und konnten als Universallokomotiven sowohl vor Expresszügen als auch vor nicht allzu schweren Güterzügen eingesetzt werden.

In Nordamerika (Kanada, USA und Mexiko) wurden zwischen 1926 und 1950 insgesamt 1126 Northern gebaut, wovon die Canadian National Railway mit 203 Stück die meisten besaß.

Die schnellste Northern war die abgebildete Klasse J der Norfolk & Western Railroad. Trotz ihrer mit 1778 mm nicht sehr großen Treibräder erreichte die Lokomotive Nr. 610 bei Vergleichsfahrten mit der Klasse T1 der Pennsylvania Railroad eine Geschwindigkeit von 177 km/h, womit sie nicht nur die schnellste Northern war, sondern die schnellste vierfach gekuppelte Lokomotive überhaupt.

In Europa waren Northern-Lokomotiven eher selten. Die größte Stückzahl, etwa 250 Stück, liefen in Russland, zehn in Spanien, zwei in Deutschland und eine in Frankreich. Die beiden deutschen Lokomotiven der Baureihe 06 hatten jedoch mehrere Mängel, und nach dem Krieg lohnte sich eine Rekonstruktion der beiden Einzelstücke nicht, so dass sie frühzeitig ausgemustert wurden. Sehr erfolgreich war dagegen die französische 242 A, ein 1946 unter der Leitung von André Chapelon entstandener Umbau aus einer 2'D1'. Mit einer Zylinderleistung von bis zu 5700 PS war sie die leistungsfähigste europäische Dampflokomotive, und nur der Übergang zum elektrischen und Dieselbetrieb verhinderte den Bau weiterer Lokomotiven dieser Art.

Die am längsten eingesetzten Northern waren die ab 1953 gebauten 140 Lokomotiven der Klasse 25 bzw. 25 NC der South African Railways, von denen 90 mit einem Kondensationstender ausgestattet waren. Nicht wenige der Lokomotiven wurden erst in den 1990er Jahren ausgemustert.

Literatur

Wikipedia
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