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Nordstrand
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Nordstrand (friesisch: Noordströön) ist eine zu Schleswig-Holstein gehörende eingedeichte nordfriesische ehemalige Marschinsel vor Husum. Nordstrand bildet mit Ausnahme des eigenständigen Elisabeth-Sophien-Kooges und unter Einschluss der Hallig Nordstrandischmoor die gleichnamige Gemeinde Nordstrand. In den Jahren 1906 bis 1934 entstand in mehreren Stufen der 2,5 km lange Nordstrander Damm, der die Insel seitdem mit dem Festland verbindet. Seit Fertigstellung des Beltringharder Kooges 1987 verfügt Nordstrand über eine wesentlich größere Festlandanbindung und ist damit eine Halbinsel, die von drei Seiten vom Meer umgeben ist.
Von wirtschaftlicher und touristischer Bedeutung ist der Hafen Strucklahnungshörn, von dem aus regelmäßige Fährverbindungen zur Nachbarinsel Pellworm sowie saisonabhängige Verbindungen mit Ausflugsschiffen in die nordfriesische Insel- und Halligwelt bestehen. Außerdem bestehen Schnellbootverbindungen zwischen Strucklahnungshörn, Pellworm, Hooge, Amrum und Sylt. Zahlreiche Fährlinien verbinden Nordstrand mit den anderen nordfriesischen Inseln und Halligen.
Noch um das Jahr 1200 bildete das alte Nordstrand eine große eingedeichte mit Wohlstand gesegnete Halbinsel. Sie lag nördlich der drei nunmehr zu der Halbinsel Eiderstedt vereinigten Inseln Utholm, Everschop und Eiderstedt und füllte den größten Teil der heutigen Husumer Bucht aus. Nach dem Erdbuch von Waldemar II. hatte Nordstrand in 5 Harden 59 Kirchen und Kapellen. Die Fluten von 1300 und vom 8. September 1362, die sogenannte 1. Mandränke, hatten die Gestaltung zu einer hufeisenförmigen vom Festland ziemlich weitab liegender Insel herbeigeführt. Die beiden Enden des Hufeisens bildeten die jetzigen Inseln Nordstrand und Pellworm, während das heutige Nordstrandischmoor als wüstes unbewohntes Hochmoor die Mitte ausfüllte. Das alte Nordstrand wurde in ihrer damaligen Gestalt durch die Flut von 11. November 1436 durchbrochen, aber die entblössten Stellen schlickten in den ruhigen Jahren wieder zu und wurden 1500 abermals eingedeicht.
So blieb es bis zum Jahr 1634, bis dahin, als es an jenem verhängnisvolle 11. Oktober zu eine unerhörten Sturmflut kam. In einer einzigen Abendstunde vollendete die Burchardiflut, wie diese Sturmflut später genannt wurde, ein unbeschreibliches Zerstörungswerk. Es bildeten sich die kleineren Inseln Nordstand, Pellworm, Nordstrandischmoor, Hamburger Hallig und Südfall. In denkbar kürzester Zeit wurden 20 Kirchspiele mit 19 Kirchen (3 blieben erhalten), 1332 Häusern und 30 Windmühlen vernichtet, mehr als 6400 Menschen, darunter 9 Prediger, fanden den Tod in den Wellen, 2633 Menschen haben diese Schreckensnacht überlebt. Vor dieser Flut hatte Nordstrand eine Fläche von 22.169 ha, im Jahre etwa 1905/06 waren 9.000 ha, welche durch Deiche geschützt waren, vorhanden.
Nach der Flut war die Bevölkerung auf der Insel stark dezimiert und wirtschaftlich ruiniert. Die Einwohner flüchteten auf das höhergelegene Nordstrandischmoor, siedelten im Festland oder wanderten bis in die Niederlande oder die Uckermark aus, während die Reste Alt-Nordstrands schutzlos der See preisgegeben wurden. Die Bewohner der gleichermaßen betroffenen Hallig Pellworm gelang es sehr schnell ihre Hallig wieder einzudeichen und wieder auf die Beiné zu kommen. Der Meeresstrom der Norderhever zerstörte in den folgenden Jahrzehnten die Landbrücke zwischen Nordstrand und Pellworm endgültig.
1652 unterschrieb der Gottorfer Herzog Friedrich III., damit die Insel Nordstrand wieder eingedeicht wurde, einen Oktroy, der dem Brabanter Deichgrafen Quirinus Indervelden weitgehende Rechte auf der Insel versprach, sollte dieser sie vor dem Meer schützen. Er gewährte Indervelden Eigentum am gesamten Land, was zu bitteren Protesten der ehemaligen Inselbewohner führte. Die katholischen Deichbauer genossen Religionsfreiheit, eine zeitlich begrenzte Abgabenfreiheit und durften selbst Gerichtswesen, Polizei, Verwaltung und Außenhandel der Insel organisieren. Militärische Zwangseinquartierungen waren ausgeschlossen.
Sie konnten 1654 den ersten neuen Koog eindeichen. Obwohl eine schwere Sturmflut 1655 mehrere neu gebaute Dämme und Deiche zerstörte, gelang es doch in den folgenden Jahren weitere Gebiete zu erschließen: 1657 den Maria-Elisabeth-Koog, 1663 den Trindermarsch-Koog und 1691 den Neuen Koog. Der Oktroy selbst blieb über 200 Jahre in Kraft bis Preußen die Preußische Gemeindeverfassung auch in ganz Nordfriesland einführte.
Nordstrand ist heute in folgende Köge eingedeicht:
Pohnshalligkoog, Beltringharder Koog (Naturschutzgebiet), Morsumkoog, Elisabeth-Sophien-Koog, Alter Koog, Trendermarschkoog, Osterkoog, Neukoog
Nordstrand gilt der Überlieferung nach als Ursprungsort für das alkoholische Getränk Pharisäer.
Weblinks
| <imagemap>-Fehler: Bild ist ungültig oder nicht vorhanden | Commons: Nordstrand – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
- Halbinsel Nordstrand
- Inselspaziergang per Web von Klaus Bölling
- Wetterstation Nordstrand
- Charakter und Entstehung der Kulturlandschaft Nordstrands (auf Englisch)
Koordinaten: 54° 29′ 33" N, 8° 52′ 37" O
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