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Nord-Süd-Strecke
Aus Kefk.
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Als Nord-Süd-Strecke wird die Eisenbahnstrecke von Hannover über Fulda nach Würzburg bzw. Frankfurt am Main bezeichnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg bis zur Eröffnung der parallelen Neubaustrecke war sie die bedeutendste und meistbefahrene Verbindung der damaligen Deutschen Bundesbahn zwischen Nord- und Süddeutschland. Heutzutage dient sie überwiegend dem Nah- und Güterverkehr, während der Personenfernverkehr weitgehend auf die Schnellfahrstrecke verlagert ist.
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Bedeutung und Betrieb
Bis 1945
Die einzelnen Strecken waren nicht unbedeutend, wohl aber der durchgehende Verkehr Hannover–Fulda–Frankfurt/Würzburg. Der Nord-Süd-Verkehr Hannover–Frankfurt lief zu einem großen Teil über Kassel und die Main-Weser-Bahn, derjenige nach Bayern auch über Leipzig/Halle und die Saalbahn.
1945 bis 1991
Dank des Wanfrieder Abkommens lag die gesamte Nord-Süd-Strecke westlich der innerdeutschen Grenze. Sie war damit eine Westumfahrung der DDR und musste den zuvor über die Saalbahn und andere weiter östlich gelegenen Strecken abgewickelten Verkehr übernehmen, bis hin zu Verbindungen wie Kopenhagen–Wien, die zuvor über Rostock, Dresden und Prag liefen.
Der Nord-Süd-Verkehr wuchs seit den 50er Jahren stark an.
Die Deutsche Bundesbahn bevorzugte für den Personenfernverkehr zunehmend die schnellere Verbindung Hannover–Fulda–Frankfurt am Main gegenüber der Main-Weser-Bahn, die den Güterverkehr übernahm. Kassel wurde nur noch mit einzelnen D-Zügen und Zubringern nach Göttingen und Bebra angebunden.
Die Verbindung wurde massiv ausgebaut, insbesondere wurde sie 1963 elektrifiziert. Wo es möglich war, wurde die Geschwindigkeit auf bis zu 160 km/h erhöht; zwischen Gelnhausen und Hanau seit 1990er Jahren sogar abschnittsweise auf 200 km/h. An anderen Stellen (Eichenberg, Bebra, ...) konnten aber nicht einmal 100 km/h erreicht werden.
Seit den 1960er Jahren war klar, dass die bestehenden Strecken dauerhaft zu überlastet und zu langsam sein würden. Mit Einführung des InterCity-Verkehrs im Taktfahrplan ab 1979 verschärften sich die Kapazitätsprobleme. 1988 wurde der Abschnitt Fulda–Würzburg, 1991 Hannover–Fulda als Teile der die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg eröffnet.
Entwicklung seit 1991
Der ICE-Verkehr von und nach Hannover nimmt nördlich von Fulda die Schnellfahrstrecke. Die Züge Richtung Frankfurt wechseln dort auf die Altstrecke. Der Abschnitt Bebra–Fulda wird von den ICE-Zügen Dresden–Frankfurt am Main benutzt. Nördlich von Göttingen fahren heute wieder InterCity-Züge, hierbei handelt es sich um ehemalige InterRegio-Züge. Diese halten nunmehr auch in Alfeld, Kreiensen und Northeim.
Heute wird der Betrieb der Nord-Süd-Strecke vor allem durch den Güterverkehr geprägt.
Verlauf
Die Nord-Süd-Strecke fasst mehrere historisch gewachsene Bahnstrecken (oder Teile davon) zusammen.
Hannover–Göttingen–Friedland
- Hauptartikel: Hannöversche Südbahn
Der Abschnitt nördlich von Göttingen ist 1854 Bestandteil der Hannöverschen Südbahn, einer Verbindung Hannover–Kassel (–Marburg–Frankfurt am Main). Wichtige Zwischenstationen sind Alfeld (Leine) und Northeim. 1867 wurde eine Zweigstrecke über Friedland nach Arenshausen gebaut, um die Halle-Kasseler Eisenbahn mit Göttingen und der Südbahn zu verbinden.
Dieser Abschnitt verläuft weitgehend eben im Leinetal.
Friedland–Bebra
- Hauptartikel: Bahnstrecke Bebra–Göttingen
Nach der Annexion von Hannover und Kurhessen durch Preußen 1866 baute die Preußische Staatsbahn bis 1876 eine Verbindung zwischen der Hannöverschen Südbahn und der Frankfurt-Bebraer Bahn über Bad Sooden-Allendorf und Eschwege.
Bei Eichenberg und Cornberg waren erhebliche Steigungen zu überwinden, es wurden insgesamt vier Tunnel gebohrt.
Bebra–Fulda–Frankfurt am Main
- Hauptartikel: Bahnstrecke Bebra–Fulda und Kinzigtalbahn (Hessen)
Diese Bahnlinie wurde 1868 als Verbindung Frankfurt am Main–Eisenach–Erfurt–Halle/Leipzig eröffnet. Zwischen Bad Hersfeld bis Fulda verlässt sie das Tal der Fulda. Ursprünglich führte die Strecke ab Flieden zu einer Spitzkehre nach Elm herauf, und von dort wieder hinab nach Schlüchtern. Dieser Abschnitt wird seit 1914 durch den Distelrasen-Tunnel verkürzt und verbunden. Ab Schlüchtern folgt die Strecke dem Flüsschen Kinzig über Gelnhausen nach Hanau und endet in Frankfurt am Main.
Flieden–Gemünden
- Hauptartikel: Fulda-Main-Bahn
Wie die Bahnlinie Göttingen–Bebra ist diese eine erst nach der Reichseinigung (1872) eingefügte Verbindungsstrecke. Sie schließt in Elm an die alte Trasse der Frankfurt-Bebraer Bahn an; heute betrachtet man meistens Flieden–Gemünden als eine Einheit. Zwischen Flieden und Burgsinn wechselt sie mit einer sehr kurven- und tunnelreichen Trassierung vom Tal der Fliede erst in das der Kinzig und dann in das der Sinn. Dieser folgt sie bis zur Mündung in den Main bei Gemünden.
Gemünden–Würzburg
- Hauptartikel: Main-Spessart-Bahn
Von Gemünden über Karlstadt bis Würzburg nutzt der Nord-Süd-Verkehr die Main-Spessart-Bahn im Maintal.
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