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Nord-Holland (Kassel)
Aus Kefk.
| Wappen | Karte | ||||||
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| Bild:Sin escudo.svg | Bild:Kassel Holland.jpg | ||||||
| Basisdaten | |||||||
| Fläche: | 3,52 km² | ||||||
| Eingemeindung: | ?? | ||||||
| Einwohner: | 13.829 (Stand 1. Januar 2006) | ||||||
| Bevölkerungsdichte: | 3929 Einwohner je km² | ||||||
| Politik | |||||||
| Ortsvorsteherin: | Monika Sprafke (SPD) | ||||||
| Sitzverteilung im Ortsbeirat (2005): | |||||||
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Nord-Holland ist ein Stadtteil der nordhessischen Großstadt Kassel.
Die sogenannte Nordstadt bezeichnet heute den Stadtteil, der vor allem kurz vor der Wende zum 19. Jahrhundert entlang der nach Norden führenden Ausfallstraße, der Holländischen Straße entstand. Ausschlaggebend und bis heute den Stadtteil in weiten Teilen prägend war die hohe Konzentration an Industriebetrieben. Dazwischen entstanden im Verlauf der Gründerzeit und des sozialen Werkswohnungsbaus kleine, unzusammenhängende Quartiere und Siedlungen.
Heute ist die Kasseler Nordstadt mit ihren 34,8 % nichtdeutschen Einwohnern der Stadtteil mit der höchsten Migrantendichte, die aus der Ansiedlung werksnaher Arbeitsmigranten der Nachkriegsjahre resultiert. Die bis heute im Stadtteil vertretenen Unternehmen der Schwerindustrie (u.a. ThyssenKrupp, Daimler Chrysler, Bombardier, Asea Brown Boveri (ABB)) im Nachbarstadtteil Rothenditmold, befinden sich vorwiegend auf dem nordwestlich gelegenen Industriekomplex Mittelfeld.
Seit den 70er Jahren befindet sich hier der Hauptstandort der damals als Gesamthochschule neugegründeten Universität Kassel.
Der Hauptsitz des Ausländerbeirats befindet sich ebenfalls in diesem Stadtteil.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Der Stadtteil Nord-Holland befindet sich nördlich des Stadtteils Mitte. Im Uhrzeigersinn von Norden an stoßen folgende Stadtteile an die Nordstadt Philippinenhof-Warteberg, Fasanenhof, Wesertor, Mitte, Rothenditmold und schließlich im Westen der Jungfernkopf. Die Grenze zum östlich angrenzenden Stadtteil Fasanenhof bildet der als Möncheberg bekannte Höhenzug an dessen Fuß das aus dem Habichtswald entspringene Flüsschen Ahna verläuft. Das Gewässer wurde ebenfalls wie der Mombach (Verlauf etwa unterhalb der heutigen Straße gleichen Namens) zu Ende des 19. Jahrhunderts kanalisiert. Einen Großteil der Freiflächen im Stadtteil nimmt der Hauptfriedhof ein. Der Umbau des Nordstadtstadions und der Nordstadtpark wurden jüngst im Rahmen des Urban-Programms umgesetzt. Im Süden grenzt das Schillerviertel an den Stadtteil Mitte und das Gebiet um den Hauptbahnhof an.
Geschichte
Die Geschichte des Stadtteils ist eng mit der Industrialisierung der Stadt verbunden. Diese begann erst mit dem Anschluss an das Eisenbahnnetz und verhalf in dessen Folge dem Unternehmen Henschel & Co. zu seiner erfolgreichen Firmengeschichte vor allem in der Eisenbahnproduktion. In den Jahren der Gründerzeit entstanden infolge der steigenden Wohnungsnachfrage und des damit verbundenen Baubooms kleine Quartiere, die in ihrer Struktur noch heute in Teilen vorzufinden sind.
Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts führte das Holländische Tor aus der dichtbebauten Altstadt direkt in das durch Obstbau genutzte Ahnatal nach Norden. Das Unternehmen Henschel expandierte zunächst auf dem an die Altstadt angrenzenden Grundstück und reichte zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis an den Holländischen Platz. Es verfügte zu diesem Zeitpunkt über einen eigenen Gleisanschluss an den Güterbahnhof über die Wolfhager Straße. Nach der Inbetriebnahme des Güterbahnhofs an der Schenkenbier Stanne am nördlichen Stadtrand wurde ein Gleisanschluss von Norden durch den Stadtteil gelegt. Zu diesem Zweck wurde der kleine Bach Ahna vollständig kanalisiert und vor allem Zulieferbetriebe der Firma Henschel siedelten sich nun auf dem zuweilen schmalen Streifen zwischen Holländischer Straße und Ahna an. Ebenfalls prägend war der Bau des Schlacht- und Viehhofes an der Mombachstraße, der bis in die 70er Jahre in Betrieb war und dann nach Waldau verlegt wurde. Die Situation nach dem Krieg ist gekennzeichnet durch den Wegfall vieler Unternehmen. Das in den Essener Thyssen-Konzern übernommene Familienunternehmen Henschel schloss ebenfalls Anfang der 1970er Jahre das Werk am Holländischen Platz. Mehrere tausend "Henschelaner" verloren ihre Arbeit im Stadtteil.
In mancher Hinsicht hat der Stadtteil seine Identität als Industriestadtteil heute verloren. Die Entscheidung, die 1972 neugegründete Hochschule auf dem Gelände der Fabrik anzusiedeln hat im südlichen Bereich zu einer weitgehenden Veränderung in der Bewohnerstruktur geführt. Die hinter der Berufsschule auf dem ehemaligen Schlachthof liegenden Quartiere, insbesondere die Friedrich-Wöhler-Siedlung gelten heute in vieler Hinsicht benachteiligt. Seit 1980 ist die Nordstadt daher in unterschiedliche Städtebauförderprogramme eingebunden. Sie war Modellprojekt der "Sozialen Stadt" und bis Ende 2006 Fördergebiet des europäischen Programms "URBAN II".
Die Fläche der Universität wird sich im südlichen Teil in den kommenden Jahren vergrößern. Auf dem Gelände der ehemaligen Zelt- und Tuchfabrik Gottschalk sollen bis 2017 die im Stadtteil Oberzwehren angesiedelten Fachbereiche auf dem zentralen Standort in der Nordstadt zusammengeführt werden.
Stadtteilbild und Stadtteilleben
In der Nordstadt Kassels existieren seit vielen Jahren soziale Initiativen. Unter anderem werden kostenfreie Deutschkurse für türkische Einwohnerinnen organisiert.
Des Weiteren existieren mehrere Kultureinrichtungen in der Nordstadt wie zum Beispiel die Studentenklubs "K19" und "Campus Club", die städtische Einrichtung "Schlachthof", so wie das autonom verwaltete "HAUS". Auch kann man den Bereich zwischen dem Nordstadtpark, welcher im Sommer bis spät in die Nacht von den Anwohnern genutzt wird und dem Holländischen Platz als das Kneipenviertel für Alternative, Punks und Studierenden ansehen. Beweis dafür ist die folgende List an Kneipen: "Mutter", "bei Ali", "Beat Bar", "Freudenhaus", "Hurricane", "Hoppla", "Nordpol" und weitere...
Entgegen dem studentisch geprägten Leben in der südlichen Nordstadt entlang der Gottschalkstraße wirkt das durch viele mittelständische Betriebe gekennzeichnete Schillerviertel wie ausgestorben. Entlang der Wolfhager Straße in Richtung Rothenditmold verändert die legale Straßenprostitution vor allem während der Dunkelheit das Bild des Viertels. Das hohe Verkehrsaufkommen rings um den Holländischen Platz mindert den Wohnwert im ganzen Stadtteil beträchtlich.
Die Friedrich-Wöhler-Siedlung in Höhe der Wienerstraße wurde in den vergangenen Jahren in ihren Aussenbreichen durch Urban-Fördergelder und die Stadt Kassel aufgewertet. Die ehemals in öffentlicher Hand befindlichen Wohngebäude wurden an private Unternehmen verkauft. Seitens der Stadt Kassel wurde ein Quartiersmanagement eingerichtet, das die sozialen Probleme innerhalb der Siedlung und des Stadtteils verbessern soll. Das Stadtteilheft Nordwind versucht seit einigen Jahren die Kommunikation zwischen den Bewohnern zu befördern. Verschiedene soziale Initiativen sind daran angeschlossen.
Öffentliche Einrichtungen
Die Liste der öffentlichen Einrichtungen innerhalb des Stadtteils ist lang. Neben dem großen Campus-Gelände der Universität Kassel finden sich eine Anzahl von berufsbildenden Schulen vor allem entlang der Schillerstraße. So die Walter-Hecker-Schule, die Martin-Luther-King-Schule und die Paul-Julius-von-Reuter-Schule. Das Berufsbildungswerk hat seine Räume an der Sickingenstraße. Die vierte Berufsschule, die Elisabeth-Knipping-Schule befindet sich an der Mombachstraße auf dem Gelände des ehemaligen Schlachthofes Kassel.
Die lokale Konzentration die am Katzensprung, im benachbarten Stadtteil Wesertor mit zwei weiteren Berufschulen ihre Fortsetzung findet, entstand in den späten sechziger bis Mitte der siebziger Jahre innerhalb dieses Gebietes ein Berufsschulzentrum zu errichten, das zentral gelegen für Schüler auch aus dem Umland gut zu erreichen sein sollte. Im Verlauf der Holländischen Straße befindet sich die Carl Anton Henschel-Schule als Grund- und Hauptschule der Nordstadt.
Ebenfalls an der Holländischen Straße steht das Phillip-Scheidemann-Haus, das neben der Volkshochschule auch die Funktion eines Stadtteilzentrums übernimmt. Der Bau aus der Nachkriegsmoderne sollte vor einigen Jahren als Nordstadt-Einkaufszentrum ausgebaut werden. Es wurde stattdessen instand gesetzt und um einen Gebäudeteil erweitert, der private Büroflächen bietet. Die Läden im Erdgeschoss, sowie die Gastronomie im alten Gebäudeteil stehen derzeit leer.
Das Kulturzentrum Schlachthof, das sich in direkter Nachbarschaft befindet bietet ebenfalls Veranstaltungsräume vor allem für kulturelle und soziale Initiativen an. Auch das Jugendzentrum der Nordstadt befindet sich in den Torhäusern.
Verkehrsanbindung
Der Stadtteil Nord-Holland ist in Nord-Süd Richtung von der Holländischen Straße (jeweils Teil der B 7 und B 83) durchzogen. Die Holländische Straße wird weitergehend von den Tram-Linien 1, 2 und 5 sowie der Nacht-Tram 5 und einigen Buslinien genutzt. Eine Verlängerung der Straßenbahn bis nach Vellmar ist derzeit in der Planung, um eine Entlastung des Pendelverkehrs auf der hochfrequentierten Ausfallsstraße nach Norden zu erreichen.
Weblinks
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Koordinaten: 51° 20' N, 9° 30' O
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