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Nora Barnacle
Aus Kefk.
Nora Barnacle (* 1886 in Galway/Irland; † 1951 in Zürich/Schweiz; Nora Joyce) war eine Bäckerstochter mit 7 Geschwistern und die Ehefrau des Schriftstellers James Joyce.
Nora Barnacle, (die Nachbarn die wilde Nora nannten) von zu Hause ausgerissen und im Dublin des späten 19. Jahrhunderts als Zimmermädchen tätig, lernte den jungen Schriftsteller James Joyce 1904 kennen. Am 16. Juni 1904 gehen sie das erste Mal zusammen aus, an dem Tag, an dem Joyces berühmtester Roman „Ulysses“ spielen sollte, an dem der Anzeigenaquisiteur und Dulder Leopold Bloom dem Odysseus gleich durch Dublin irren sollte, und der deshalb bis heute „Bloomsday“ heißt. In der Figur kann man Züge von Joyce´s Freund Oliver St. John Gogarty erkennen.
Schon im Oktober desselben Jahres machte sich das Paar auf den Weg hinaus „in die Welt“ (und sie sollten ihr ganzes Leben lang Irland nur noch sehr selten und tageweise betreten). Die völlig mittellosen jungen Leute nahmen die Englandfähre und reisten nach Paris weiter. Es begann ihr ganz persönlicher Lebensroman, der weiter nach Triest, Rom, wieder Paris und Zürich durch ungezählte billige Hotelzimmer, Appartements und Absteigen führte.
Die katholisch erzogene Nora lebte bis 1931 mit Joyce in wilder Ehe und ließ ihre beiden Kinder nicht taufen. Die warmherzige und mütterliche Frau musste ihren genialischen Lebensgefährten dutzende Male aus der Gosse, wo er betrunken dahindämmerte, nach Hause schleppen. Und wie oft hat sie ihn vor seinen Gläubigern verborgen? Für ihn setzte sie sich über Tabus hinweg. Sie heiterte Joyce auf, wenn Depressionen und Krankheit den zuletzt halb Erblindeten quälten. Sie teilte seine sexuellen Vorlieben und war seine Muse.
Während Joyce Sprachunterricht in der Berlitz-School erteilte, saugte Nora die örtlichen Dialekte im Nu auf. Es wird berichtet, dass sie den friaulischen Dialekt ebenso geläufig wie später das Zürichdeutsch sprach. Sie hielt die Familie zusammen und stand für den schwierigen Mann wie auch die mit Mühsal beladenen Kinder ein. Sohn Giorgio tat sich sehr schwer mit seiner Karriere als Sänger, Tochter Lucia verfiel nach der Schwermut der Schizophrenie. Nora verkörperte für Joyce das, was ihm fehlte: Stärke, Sicherheit, Wärme, Leichtigkeit. Sie war stolz darauf, dass Joyce, ein von sich selbst besessenes, jedem misstrauendes Genie, sie brauchte. Nach Joyces Tod 1941 lebte die Witwe noch weitere zehn Jahre in Zürich und betreute den Nachlass ihres Mannes.
Ihr kleines Geburtshaus, in 8 Bowling Green in Galway, in dem ihre Mutter Annie bis zu ihrem Tod am 9. November 1940 lebte, ist zu einem kleinen Museum umgestaltet worden, das in den Sommermonaten geöffnet ist. J. Joyce suchte das Haus 1909 und 1912 auf. Das Gedicht (She Weeps Over Rahoon) "Sie weint über Rahoon" und 'The Dead' beziehen sich auf Nora und das Haus in Galway.
Literatur
Brenda Maddox, Nora – Das Leben der Nora Joyce, Goldmann 1998, (Original: Nora. Biography of Nora Joyce, Hamish Hamilton 1988).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Barnacle, Nora |
| KURZBESCHREIBUNG | Ehefrau des Schriftstellers James Joyce |
| GEBURTSDATUM | 1886 |
| GEBURTSORT | Galway Irland |
| STERBEDATUM | 1951 |
| STERBEORT | Zürich Schweiz |
