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Shoegazing
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Unter der Bezeichnung Shoegazing (auch Shoegaze, Shoegazer bzw. Dream Pop/Noise Pop) werden bestimmte Spielarten der Rockmusik zusammengefasst, die sich Ende der 1980er Jahre in England entwickelten und sich in den 1990er Jahren international etablieren konnten. Shoegazing gilt dabei als einer der wesentlichen Vorläufer und Einflussfaktoren der späteren Britpop- und (kanadischen) Art Rock bzw. Post-Rock-Welle.
Inhaltsverzeichnis |
Hintergrund
Shoegazing bezeichnet sphärisch, teils melancholisch anmutenden Gitarren-Pop, der Ende der 1980er Jahre in England entstanden ist. Bands wie The Jesus & Mary Chain (Psychocandy, 1986) oder My Bloody Valentine (Isn't Anything, 1988) zählen dabei zu den Vorreitern dieser Richtung. Weitere Inspirationen holten sich die jeweiligen Vertreter von Gruppen wie den Cocteau Twins, Galaxie 500 oder den Spacemen 3, die anschließend von einigen Journalisten selbst dem Shoegazing-Genre zugerechnet wurden. Der britische Radio-DJ John Peel hatte nicht unwesentlichen Anteil an der Entdeckung mancher wichtiger Bands und der Etablierung des Genres, wenn auch nicht am Begriff selbst.
Shoegazing als sehr schwelgerische Musik ist zumeist durch dichte, aber melodische, extrem polyphone „Gitarrenwände“ gekennzeichnet, die mit Hilfe elektronischer Effektgeräte und Synthesizer erzeugt werden. Kompositionen dieser Art wechseln sich häufig mit ruhigeren Passagen ab, bei denen weniger auf Verzerrungen wie Crunch oder Overdrive, dafür jedoch auf Hall-, Flanger- und Feedback-Effekte zurückgegriffen wird. Allgemein werden zwei Strömungen unter der Genre-Bezeichnung Shoegazing vereint: Zum Einen die dezentere, melancholisch sphärischere Gangart, die vor allem durch die Band Slowdive repräsentiert wurde und eine Nähe zum früheren Synthiepop und zum späteren Triphop aufweist und vorwiegend auch unter dem Begriff Dream Pop geführt wird. Auf der anderen Seite steht der eher an Rockelementen orientierte brachialere, aber oft ebenso melancholische Gitarrensound, synonym auch als Noise Pop bezeichnet, angeführt von Bands wie Ride, den frühen Boo Radleys und My Bloody Valentine. Diese schafften mit ihrem letzten Album "Loveless" (1991) schließlich die Synthese beider Richtungen, welches als Höhepunkt der Ära des Shoegaze gilt. Exemplarisch finden sich in einem Lied wie „Seagull“ von Ride etliche Stilelemente des Psychedelic Rock wieder: der sehr polyphone Gesang, die an 60s-Beat orientierte Basslinie, die als melancholisch wahrgenommene Ausstrahlung des Stücks sowie seine Länge (vgl. „Rain“ von den Beatles oder „Eight miles high“ von den Byrds).
Nach Beginn der Grunge-Welle wurde Shoegazing ca. 1993 für tot erklärt, obgleich es dennoch vereinzelte Bands gab, die den Stil kontinuierlich fortsetzten. Weit ab davon, das Genre stilistisch weiterzuentwickeln, erschien bis Ende der 1990er Jahre immer wieder Musik, oft auch instrumentale, die ohne das Shoegazing-Intermezzo um 1990 so nicht möglich gewesen wäre: so beispielsweise Broken Dog (1996), die frühen Mogwai (1997) oder die Berliner My-Bloody-Valentine-Epigonen Monoland (1998). Auch hat sich in Kanada und in den nördlichen Gebieten der USA eine neue Shoegazing-Szene etabliert, die dort allerdings vielmehr unter dem Begriff Dreampop geführt wird. Hierzu zählen unter anderem Bands wie Southpacific, Bethany Curve und Readymade (nicht zu verwechseln mit der deutschen Rockband aus Wiesbaden). Weiterhin werden des öfteren auch Post-Rock-Gruppen wie Godspeed You! Black Emperor dem Genre zugeordnet.
Anmerkungen zum Begriff
Der Begriff Shoegazing (dt. „das Schuhe-Anstarren“) bezieht sich auf die musikalischen Protagonisten, die bei ihren Live-Auftritten oft den Eindruck erweckten, sie würden schüchtern oder selbstvergessen auf ihre Schuhe starren, obwohl sie eigentlich auf ihre Gitarren-Effektgeräte schauten.
Einordnung
Die nachfolgende Übersicht stellt eine grobe zeitliche Einordnung des Shoegazings in ausgewählte britische Musikströmungen der 1980er und 1990er dar. <timeline> TimeAxis = orientation:horizontal format:yyyy ImageSize = width:820 height:340 PlotArea = width:780 height:300 bottom:30 left:20
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Vertreter
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Veröffentlichungen mit Schlüsselqualitäten
| bis 1990 | nach 1990 |
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* Hauptalben des Genres
Siehe auch
- Britpop / Manchester Rave
- Noise Rock
- Art Rock / Post Rock
- Space Rock / Psyche Rock
- Triphop
- Dark Wave / Ethereal
Weblinks
- Shoegaze-Webcommunity (engl.)
- Shoegazer-/DreamPop- Links (engl.)
- 3AM- Artikel über Shoegaze (engl.)
