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Noachidische Gebote

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Als Noachidische Gebote werden im Judentum sieben Gesetze bezeichnet, die für alle Menschen Geltung haben. Nichtjuden, die diese einhalten, können als "Gerechte" (Zaddik) "Anteil an der kommenden Welt" erhalten, weswegen das Judentum keine Notwendigkeit der Mission Andersglaubender lehrt.

Die Lehre von den Noachidischen Geboten geht zurück auf die Noachgeschichte in der Torah und Auslegungen im Talmud.

Als Rückübersetzung aus dem Englischen wird teilweise auch von Noachidischen Gesetzen gesprochen. Da sich der Begriff jedoch aus hebr. Mitzwa = Gebot ableitet, hat sich dies auch in der deutschsprachigen Literatur zu Recht nicht durchgesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Noach lebte nach biblischer Überlieferung in der zehnten (es ist nicht ´genau gesagt die wievielte Generation es war) Generation nach Adam. Er, seine Frau, seine drei Söhne und deren Frauen waren nach dem Bericht im 1. Buch Mose die einzigen Überlebenden der Sintflut, womit sie zu Stammeltern der Menschheit wurden. Nachdem Noach Gott für seine Rettung ein Dankopfer dargebracht hatte, trifft dieser mit ihm eine Vereinbarung: Es soll keine weitere Flut diesen Ausmaßes mehr über die Erde kommen – aber Noach und seine Nachkommen sollen sich an einige Regeln halten. Als Zeichen dieses Bündnisses steht der Regenbogen.

Die Gebote

Gemäß dem Talmud gelten die Noachidischen Gebote als allgemeines religiöses und ethisches Recht für alle Menschen, unabhängig von jeder Religion oder staatlichen Ordnung. Im Gegensatz dazu stehen die Gebote der Torah, die speziell Angehörige des jüdischen Volkes betreffen.

Eine Liste der sieben Noachidischen Gebote findet sich im Talmud Traktat Sanhedrin 13, aber auch in der Torah werden sie teils genannt und teils angedeutet ([[1. Buch Mose

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Im Talmudtraktat Sanhedrin 56a/b werden die folgenden sieben noachidischen Gebote definiert:

Im Judentum wird jeder, der diese sieben Gebote akzeptiert und sich an sie hält, als Gerechter angesehen - es bedarf dazu keines besonderen Rituals. Die Organisation von Menschen, die diesen Weg bewusst gewählt haben, bezeichnet sich selbst als B'nei Noach (Kinder Noachs). Lokale Verbände dieser Organisation gibt es in vielen Ländern.

Jüdisches Selbstverständnis

Nach einer jüdischen Lehrerzählung (so genannter Midrasch) hat Gott seine Tora einmal allen Völkern angeboten. Zur Belohnung sollte das annehmende Volk sein auserwähltes sein. Alle Völker lehnten wegen der in der Tora formulierten Forderungen dieses Ansinnen als zu unmenschlich, zu anstrengend und unerfüllbar ab. Als Gott zum jüdischen Volk kam, sagte dieses sofort zu - aus Liebe und Ehrfurcht vor Gott.

Den übrigen Völkern wurden daher lediglich die so genannten noachidischen Gebote auferlegt, während das jüdische Volk das weitergehende Joch der Mitzwot (hebr. Mitzwa = Gebot) auf sich nahm. Nach der Überlieferung bestehen diese Mitzwot aus 613 Ge- und Verboten.

Im Januar 2006 hat der wiedererrichtete Sanhedrin in Jerusalem ein noachidisches Konzil ordiniert.

Literatur

  • Michael Ellias Dallen: The Rainbow Covenant: Torah and the Seven Universal Laws. Lightcatchor Books 2003. ISBN 0971938822
  • Klaus Müller: Tora für die Völker. Die noachidischen Gebote und Ansätze zu ihrer Rezeption im Christentum. Studien zu Kirche und Israel 15. Inst. Kirche und Judentum, Berlin 1994 (2. Aufl. 1998) ISBN 3-923095-66-X
  • David Flusser, Roman Heiligenthal: Noachitische Gebote I. Judentum II. Neues Testament. In: Theologische Realenzyklopädie 24 (1994), S. 582-587 (Einführung mit Lit.)

Siehe auch

Weblinks

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