Niuafo’ou

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Satellitenaufnahme von Niuafoʻou

Niuafoʻou oder Tin Can Island ist eine zum Königreich Tonga gehörende Insel im südlichen Pazifik, die geografisch zur Niua-Gruppe gezählt wird. Der Archipel wurde 1616 von Willem Cornelisz Schouten für Europa entdeckt. Niuafoou erhielt den heute nicht mehr gebräuchlichen Namen Kokosinsel.

Sie besteht aus einem einzigen bis zu 260 m hohen Schildvulkan, der unmittelbar aus dem Meer aufragt und nicht von einem Korallenriff geschützt wird. In der Caldera in der Inselmitte liegt der ausgedehnte, mit Süßwasser gefüllte Kratersee Vai Lahi (Großer See), der mit einem Durchmesser von 4,5 Kilometern annähernd die Hälfte der Inselfläche von insgesamt 49 km² einnimmt. Ungewöhnlich und besonders reizvoll ist, dass sich aus dem 84 m tiefen Kratersee vier mit tropischer Vegetation dicht bedeckte Inseln erheben: Motu Lahi, Motu Sii, Motu Molemole und die nur bei niedrigem Wasserstand sichtbare Motuaall. In der selben Caldera, vom Vai Lahi nur durch eine schmale Landbrücke getrennt, liegt der wesentlich kleinere See Vai Sii.

Der Vulkan war in historischer Zeit häufig aktiv. Größere Eruptionen sind aus den Jahren 1853 (zerstörte das Dorf Ahau), 1929 (zerstörte das Dorf Futu), 1943 und 1946 bekannt. Bei der Eruption 1946 mussten sämtliche Einwohner evakuiert werden. Sie kehrten erst 1958 auf die Insel zurück. Die letzte bekannte vulkanische Aktivität war 1985. Die Eruptionen haben das Landschaftsbild geprägt. Im Westen und Süden befinden sich ausgedehnte, teils wüste Lavafelder, die bei den jüngsten Eruptionen entstanden sind. Ansonsten ist die Insel dicht mit tropischem Grün und fruchtbaren Anbauflächen bedeckt.

Die Insel hat keinen Hafen, nur eine Betonrampe als Verladestelle für kleine Boote in der Nähe des Dorfes Futu an der Westküste. Der Name Tin Can Island (Blechbüchseninsel) hat seinen Ursprung darin, dass man bis vor einigen Jahrzehnten die Post in verschlossenen Blechbehältern zustellte, die von vorbeifahrenden Schiffen abgeworfen und von mutigen Schwimmern im Meer aufgesammelt wurden.

Das kleine Flugfeld „Queen Lavinia Airport“ (IATA-Code NTT) mit seiner 1065 m langen Landebahn befindet sich im Norden der Insel und wird zur Zeit einmal in der Woche mit kleinen Propellermaschinen von Tongatapu/Tonga aus mit einer Zwischenlandung auf Vavau angeflogen.

Die Insel ist zwar durch eine Ringstraße erschlossen, die die Dörfer miteinander verbindet, es gibt jedoch nur wenige Autos. Das Hauptverkehrsmittel sind Pferde. Größtes Dorf ist Angaha im Norden, unweit des Flugplatzes. Weitere Dörfer sind Fataulua, Mua, Tongamamao und Petani.

Die 735 Einwohner (2002) sind überwiegend Selbstversorger. Hauptnahrungsmittel sind Yams, Taro, Brotfrucht, Schweinefleisch, Hühner und Fische, sowie alle Arten von tropischen Früchten. In geringem Umfang wird Kopra für den Export produziert und, je nach Bedarf, von einem Lagerhaus in Futu aus verschifft.

Das Klima ist tropisch schwül mit meist ergiebigen, jedoch nur kurz andauernden Regenfällen. Die durchschnittliche Jahresregenmenge beträgt 2180 mm, die regenreichsten Monate sind Januar, Februar und März. Ausgeprägte Jahreszeiten gibt es nicht. Die Temperatur ist relativ gleichbleibend, fällt nicht unter 20 °C und beträgt selten mehr als 30 °C.

Der Tourismus ist nur spärlich entwickelt, eine touristische Infrastruktur mit Restaurants und Hotels gibt es nicht, lediglich zwei oder drei bescheiden ausgestattete Privatunterkünfte (Guesthouses). Niuafoou hat keinen Badestrand, lediglich einige, nur wenige Quadratmeter große Ansammlungen von schwarzem, vulkanischen Sand.

Obwohl zum Königreich Tonga gehörend, besitzt die Insel seit 1983 die eigene Posthoheit und kann daher eigene Briefmarken herausgeben, die bei Sammlern weltweit sehr begehrt sind.

Koordinaten: 15° 36' 12" S, 175° 38' 13" W

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