Das Kefk Network Wiki befindet sich im Testbetrieb.
Nisa (Parther)
Aus Kefk.
Nisa/Mithridakert (Mihrdatkart) in Turkmenistan, 12 km von Aşgabat entfernt, war die erste Hauptstadt der Parther.
Inhaltsverzeichnis |
Forschungsgeschichte
Die Stadt wurde in den 1930er Jahren durch A. A. Maruschtschenko entdeckt. Seit 1946 fanden durch die südturkmenische Expedition unter M. E. Masson systematische Grabungen statt. Seit 1990 finden hier wieder Ausgrabungen durch die Universität Turin statt.
Aufbau der Stadt
Die Stadt besteht aus Neu-Nisa, der eigentlichen Stadt und Alt-Nisa mit dem königlichen Palast, einer fünfeckigen Festung mit 5-7m hohen und 8-9m dicken Wällen aus Stampflehm (Pisé), die mit Ziegeln verkleidet waren und Türme aufwies. Im Innern lagen Kasernen, ein Rund-Tempel (Durchmesser 17 m) und ein Totenpalast mit quadratischen Säulen-Sälen um einen großen zentralen Hof (38x38 m).
Die Wohnhäuser in Neu-Nisa hatten Vorratslager und Weinkeller, in denen in die Erde gegrabene Tonkrüge standen. In Neu-Nisa wurde auch ein Friedhof entdeckt.
Neu-Nisa bestand bis ins Mittelalter hinein, während Alt-Nisa zu Beginn des 3. Jh n. Chr. aufgelassen wurde.
Funde
Die Funde zeigen teilweise starken hellenistischen Einfluss, besonders die Marmorplastiken, während die Gipsreliefs in dem typischen parthischen Stil gehalten sind. Zahlreiche überlebensgroße Menschenfiguren aus Ton zeigen vermutlich parthische Herrscher. Unter den Kleinfunden sind Siegelabdrücke und Tierfiguren aus Edelmetall erwähnenswert. Elfenbein-Rhyta in hellenistischem Stil waren figürlich verziert, mit Ornamentbändern mit Szenen aus der griechischen Mythologie und Protomen in Form von Flügelpferden, Kentauren, Greifen und Löwen. Ca. 2500 Ostraka tragen aramäische Schriftzeichen. Es handelt sich meist um kurze Wirtschaftstexte, insbesondere um datierte Quittungen über Weinlieferungen aus den verschiedenen Regionen des parthischen Reiches an den königlichen Keller.
Ein Teil der Funde befindet sich im Museum von Aşgabat.
Literatur
- Aleksandr Belenickij: Zentralasien, Genf 1968.
- Burchard Brentjes: Mittelasien, Koehler und Amelang, Leipzig 1977.
- C. Lippolis: Nisa-Mitradatkert: l’edificio a nord della Sala Rotonda. Rapporto preliminare delle campagne di scavo 2000-2001, In: Parthic 4 (2002), 47–62.
